18.09.2018 - 16:59 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Spurensuche: Hund am Hammerweg angeschossen?

Aufregung unter den Hundebesitzern am Hammerweg: Es heißt, jemand habe dort ganz in der Nähe des Spielplatzes am Erlen- und Ulmenweg auf einen Hund geschossen. Eine Spurensuche.

Dieses und ein weiteres Schild in der Nähe des Kinderspielplatzes am Ulmen-/Erlenweg warnen Hundebesitzer am Hammerweg wegen angeblicher Schüsse auf einen Hund.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

(jak) "Achtung Hundebesitzer! Hier auf diesem Weg wurde kürzlich ein Hund angeschossen und schwer verletzt! Bitte aufpassen und eventuelle Beobachtungen weitergeben", heißt es auf einem Zettel nahe des Spielplatzes an der Ecke Ulmen- und Erlenweg. Das Schild hängt am Geländer auf einem bei Hundebesitzern beliebten Gassiweg parallel zur Bahnstrecke. Das Weidener Tierheim hatte bei Facebook ein Foto von dem Hinweis veröffentlicht. Einen ähnlichen Vorfall habe es in der Schustermooslohe gegeben. Der Beitrag wurde Hunderte Male geteilt.

Gesicherte Informationen dazu gibt es jedoch nicht. Angeblich sei am Hammerweg ein Labrador-Schäferhund-Mix angeschossen und schwer verletzt worden. Die Polizei wüsste Bescheid. So hat es jedenfalls Claudia Wenzl vom Tierheim am Wochenende von anderen Gassigehern am Hammerweg gehört. Die Verunsicherung unter den Hundebesitzern ist groß. Der Weg hinter dem Warnschild führt direkt am Kinderspielplatz vorbei, wird zum Trampelpfad und geht über in den Wald, wo ein zweites Warnschild hängt. Sollte hier jemand um sich geschossen haben, hätte das auch spielende Kinder in Gefahr bringen können.

An diesem Geländer wurde das erste Warnschild angebracht. Der Spielplatz befindet sich auf dem Bild gleich hinter dem Zaun rechts.

Nachfrage bei Polizeisprecher Thomas Fritsch am Montag: "Uns ist dazu nichts bekannt." Weder vom Hammerweg, noch von der Schustermooslohe seien Vorfälle gemeldet worden. Ermittelt werde nicht.

Vielleicht habe sich jemand einen "äußerst schlechten Scherz" erlaubt, oder ein Gerücht habe sich wie bei dem Spiel "Stille Post" verbreitet - "und am Ende wurde ein Hund angeschossen". Der Polizeisprecher betont jedoch: "Wer sachdienliche Angaben zu den angeblichen Schüssen machen kann, sollte sich unter der Rufnummer 0961/401-321 bei der Polizei melden."

Spurensuche vor Ort

Spurensuche rund um den Ulmen-, Erlen-, Birkenweg und die Eichenstraße. Am frühen Montagabend sind hier einige Gassigeher, Anwohner und Kinder unterwegs - allerdings nicht auf dem Weg mit dem Warnzettel. Dort ist bis tief in den Wald hinein keine Menschenseele anzutreffen. "Dabei war das so eine schöne Gassirunde", erzählt eine ältere Dame mit Hund. "Ich geh da nimmer lang." Sie ist verunsichert und weicht wie wohl viele Hundebesitzer in diesen Tagen auf andere Wege aus, vorsichtshalber. In der Vergangenheit hätten hier auch schon einmal Köder mit Rasierklingen ausgelegen.

Weitere Anwohner in der Eichenstraße - der Gassiweg führt direkt zwischen den hier stehenden Häusern und den Schienen hindurch - haben "nichts gesehen oder gehört". Auch vier Lausbuben auf dem Spielplatz wissen von nichts. "Wenn ein Hund angeschießt, dann aua", sagt der Kleinste. Es scheint nach mehreren Gesprächen, als habe jemand ein Problem mit den Gassigehern und wolle sie mit der Warnung loswerden. Doch bei diesem Eindruck bleibt es nicht.

Das zweite Warnschild auf dem Gassiweg steht an der Stelle, wo der Weg in einen Trampelpfad übergeht und der Wald beginnt.

Suche nach Hundebesitzer

In einem Garten im Erlenweg werkelt eine Frau, die mehr zu wissen scheint: "Ich habe die Schilder laminiert und aufgehängt", sagt sie. Sie kenne den Besitzer des verletzten Hundes. Sein Hund sei auf dem Weg ungefähr dort angeschossen worden, wo auf dem Weg der Wald beginnt.

Klingeln am Haus im Birkenweg. Wohnt hier der Besitzer des angeblich verletzten Hundes? Niemand öffnet. Notiz und Visitenkarte im Briefkasten lassen hoffen, dass sich der Mann am nächsten Tag in der Redaktion meldet. Doch das bleibt aus. Weitere angesprochene Anwohner in der Eichenstraße wissen nichts von einem verletzten Hund. Zurück am Spielplatz blitzt erneut Hoffnung auf: Zwei Frauen gehen mit ihren Vierbeinern spazieren. Der angeschossene Hund lebe in der Straße An der Herbstau. Es gebe sogar ein Bild von dem schwer verletzten Tier. Man würde das Herrchen bitten, sich bei der Redaktion zu melden. Bisher blieb der Anruf aus.

Eine weitere Dame am Spielplatz hat einen Verdacht: Ein Mann lasse immer seinen Hund frei herumlaufen. Vielleicht habe es diesen Hund getroffen, weil sich jemand darüber ärgert. "Aber eine Fehde so auszutragen, das wäre nicht in Ordnung."

Am Dienstag erneute Nachfrage bei Polizeisprecher Fritsch. Er habe in der Zwischenzeit sämtliche Tierärzte in Weiden und Altenstadt nach einem angeschossenen Hund gefragt, erzählt er. "Alles negativ." Wurde also am Hammerweg ein Hund angeschossen? Bis zum frühen Dienstagabend lässt sich das weder sicher verneinen, noch bestätigen.

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