16.05.2019 - 13:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vom SpVgg-Kicker zum VfB-Coach

Andreas Schumacher, 37-jähriger Ex-Fußballer der SpVgg SV Weiden und des SV Etzenricht, ist wieder beim VfB Stuttgart angelangt. Die Kontakte in die Region sind aber nie abgerissen.

Der 37-jährige Andreas Schumacher ist aktuell Leiter der Fußball-Ausbildung, Methodik und Individualisierung beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart.
von Autor LSTProfil

Von Baden-Württemberg aus in die Oberpfalz, dann zurück, ehe es in den hohen Norden ging und jetzt wieder in die erste Heimat: Andreas Schumacher, ehemaliger Regionalliga-Spieler und Trainer am Wasserwerk und auch beim SV Etzenricht, setzt seine erfolgreiche Karriere beim Fußball-Bundesligisten fort.

Viele Akteure haben sich in den Jahren, in denen die SpVgg SV Weiden in der Regionalliga kickte, die Klinke in die Hand gegeben. Viele verließen den Verein, brachen dabei alle Zelte ab. Nicht so der heute 37-Jährige, der nach wie vor die Kontakte zu ehemaligen Teamkollegen in der nördlichen Oberpfalz hegt und pflegt. „Weiden und die Umgebung waren für mich so etwas wie eine zweite Heimat. Hier habe ich mich lange wohlgefühlt“, blickt Schumacher, der unter den Fans als bodenständig, freundlich, beliebt und volksnah galt, zurück.

Erste Schritte beim VfB

„Eine sehr spannende Aufgabe“ ging Schumacher an, als er 2013 den SV Etzenricht verließ und in seiner Heimatstadt Stuttgart anheuerte. Zuvor hatte der seine Fußballschuhe auch für die alte SpVgg Weiden und für den FC Amberg geschnürt. Damals, vor sechs Jahren, übernahm er beim Bundesligisten das U13-Team.

Als Kind hatte er bei den Schwaben auch die ersten Schritte auf der fußballerischen Karriereleiter gemacht. Über die Jugend des TSV Ditzingen und die SpVgg Feuerbach landete er schließlich 1999 in der U19-Regionalliga-Mannschaft der Stuttgarter Kickers, ehe er beim 1. FC Nürnberg (Bayernliga), beim SC Pfullendorf (Regionalliga) und beim TSV Crailsheim (Oberliga) spielte.

Viele prominente Trainer

2008 verschlug es ihn dann zur SpVgg Weiden in die Bayernliga, mit der er in die Regionalliga Süd aufstieg. Nach der Insolvenz arbeitete er in Weiden als Spielertrainer, wechselte 2011 dann zum FC Amberg und von dort aus 2012 zum SV Etzenricht. „Es war eine schöne Zeit in der Oberpfalz, die ich nicht missen möchte. Immerhin bin ich mit Weiden und Amberg aufgestiegen und habe auch in Etzenricht meine Ziele erreicht“, blickt der 37-Jährige, der in seiner aktiven Laufbahn von so bekannten Trainern wie Günther Rommel, Marcus Sorg, Dieter Nüssing, Klaus Augenthaler, Alois Reinhardt, Marco Kurz, Michael Feichtenbeiner, Peter Kosturkov, Wolfram Wuttke, Gino Lettieri und Günther Güttler gecoacht wurde, zurück.

Bei Spitzenvereinen

Nachdem er sein bisheriges Leben dem Fußball gewidmet hatte, war für Schumacher schnell klar, dass er diesem Sport als Trainer erhalten bleiben möchte. So begann er im September 2011 sein Studium „Sport und angewandte Trainingswissenschaft“ an der Hochschule für Sport und Gesundheit in Ismaning, legte bereits im Juni 2010 beim Württembergischen Fußball-Verband (WFV) seine C-Lizenz und im Dezember 2011 beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) seine B-Lizenz ab. Im Winter 2012 folgte schließlich der Erwerb der A-Lizenz an der Sportschule in Hennef.

Parallel dazu hospitierte Schumacher bei verschiedenen Spitzenvereinen, unter anderem im Herbst 2012 auch für eine Woche beim VfB Stuttgart. „Dort konnte ich den Trainern eine Woche über die Schulter schauen – eine ungemein interessante Erfahrung“, sagt er zum ersten Kontakt bei seinem Heimatverein. Es sollte nicht der letzte bleiben…

Vom VfB zum HSV

Seine Lehrprobe für die A-Lizenz hinterließ offenbar einen so bleibenden Eindruck, dass sich kurz danach der Stuttgarter Jugendleiter Markus Rüdt bei Schumacher meldete und ihm den Job als U13-Trainer im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) der Erstligisten anbot. „Hintergrund war, dass der VfB seinen Kinderbereich umstrukturierte und neue Coaches dafür suchte“, erinnert sich der 37-Jährige, für den seine Arbeit in Stuttgart der erste Trainerposten im Leistungssport war.

Und bis heute auch nicht der letzte sein sollte: Nach drei Jahren bei den Schwaben zog es ihn in den hohen Norden zum Hamburger SV. Beim aktuellen Zweitligisten betreute er die U14, ehe er im Juni 2016 als Individualtrainer das Stuttgarter Trainerteam des damaligen Bundesliga-Cheftrainers Hannes Wolf verstärkte. Dort arbeitete Schumacher mit den Lizenzspielern des VfB, basierend auf einem persönlichen Stärken-Schwächen-Profil, gezielt individuell.

Einen Posten, den er schließlich 216 Tage inne hatte. Nach Wolfs Rauswurf und der Entlassung dessen Nachfolgers Tayfun Korkut war der Ex-Weidener zusammen mit Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel, Athletik-Trainer Matthias Schiffers und Torwart-Trainer Marco Langner zwischenzeitlich sogar für das Training der Profis verantwortlich. Erst als Markus Weinzierl zu den Schwaben kam, war diese Aufgabe beendet.

Für Nachwuchs zuständig

Es folgte die Rückkehr zum HSV, wo er unter Steffen Weiß als Co-Trainer des Regionalliga-Teams arbeitete. Schließlich führte sein Weg wieder zum VfB Stuttgart, für den er aktuell im Nachwuchsleistungszentrum angestellt ist. „Der VfB ist in Stuttgart und in der Region der beste Verein, so dass die Nachwuchstalente dort auch die beste Förderung bekommen sollen. Es herrschen tolle Voraussetzungen vor“, erläutert Schumacher, der an der Hochschule für Gesundheit und Sport auch seinen Bachelor in Sport und angewandte Trainingswissenschaft erfolgreich ablegte, seinen Job als Leiter der Fußball-Ausbildung, Methodik und Individualisierung beim VfB.

So liebten ihn die Fans am Weidener Wasserwerk: Als Mittelfeldspieler (hier beim Kopfball), der keinem Zweikampf aus dem Weg ging.
Sympathisch und offen: Andreas Schumacher fungierte bei der SpVgg SV Weiden auch als Spielertrainer.
Im Trikot der SpVgg SV Weiden schaffte Andreas Schumacher (rechts) den Aufstieg in die Regionalliga und war dort einer der Leistungsträger.
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