31.05.2019 - 18:43 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zu SpVgg-Kritik: "Kein Kommentar" und "So ein Schmarrn"

Die Kritik des Chefs der SpVgg SV Weiden, Michael Kurz, an mangelnder Zusammenarbeit und am schlechten Verhältnis zu örtlichen Fußballvereinen stößt bei anderen Vereinen auf Unverständnis. Die Reaktion: Kurz solle „noch mal in sich gehen“.

Die zwei Kunstrasenplätze für die SpVgg SV Weiden sind gesetzt. Wer darauf alles spielen darf, darüber wird noch diskutiert.
von Tobias GräfProfil

Bei einem Treffen der SpVgg-Bosse mit Vertretern der SPD schimpfte Kurz offen über das Verhältnis zu anderen Fußballvereinen. Insbesondere der FC Weiden-Ost um Franz Bäumler stand im Zentrum der Kritik: Die Zusammenarbeit sei schlecht, miteinander gesprochen werde kaum. Oberpfalz-Medien fragte nach.

Die Vorgeschichte

Weiden in der Oberpfalz

Weil er gerade einen befreundeten Fußballclub in Irland besucht, ist Franz Bäumler nur schwer zu erreichen. Zu den Vorwürfen von Kurz will er sich gegenwärtig nicht äußern: Dies solle „erst noch intern besprochen werden“. Mit Blick auf die neuen SpVgg-Kunstrasenplätze sieht er den FC Weiden-Ost jedoch „auf alle Fälle benachteiligt. Bei uns ist es im Winter so, dass wir bis nach Tschechien fahren müssen. Diese Kosten tun uns weh.“ Bäumler plädiert für eine gemeinsame Nutzung: „Wir haben 17 Mannschaften auf einem Platz und bekommen bei den Kindern Zulauf ohne Ende. Wir wissen gar nicht, wohin mit allen.“

VfB-Weiden-West-Chef Stephan Gollwitzer wartet seinerseits auf positive Signale seitens der SpVgg SV Weiden.

Mehr miteinander reden

Dass es an Kommunikation mit der SpVgg mangele, findet der Chef des FC Weiden-Ost auch: „Früher haben wir uns häufiger abgesprochen, aber mit der neuen Führung der Spielvereinigung läuft hier deutlich weniger.“

Auch der Vorsitzende des VfB Weiden hat wenig Verständnis für die Kritik von Michael Kurz. Auf den Vorwurf, „alle würden der SpVgg die Spieler abwerben“, entgegnet Stephan Gollwitzer: „Dies findet nicht statt.“ Und weiter: „Die Aussage, nur die SpVgg würde jeden mit Spielern versorgen, halte ich für sehr gewagt. Jeder Verein in der Stadt bildet aus. Wir sind uns unserer Aufgabe da sehr bewusst.“

Auch den Vorwurf von Kurz, andere Clubs würden „keinen Cent für Jugendarbeit locker machen“, weist Gollwitzer „entschieden zurück“. Der VfB bekäme „viel Geld vom Hauptverein und unseren Förderern für Jugendarbeit“. Aber man müsse „natürlich erkennen, dass nicht jeder die Möglichkeiten wie die SpVgg habe“. Diese werde ja „allein durch die Sparda-Bank erheblich gefördert“. Kurz „sollte hier nochmal in sich gehen“, findet Gollwitzer. Und wie steht’s generell um das Verhältnis zur SpVgg? Weil man sich „ähnliche Finanzierungsmöglichkeiten wie die SpVgg“ wünsche, trage man „manchmal schon einen negativen Gedanken in sich“, so Gollwitzer. Zu den zwei neuen Kunstrasenplätzen sagt er: Die SpVgg sollte bei der Nutzung des Kunstrasens auch „auf die Kleinen“ achten: „Wenn man nicht gerade Abramowitsch kennt, ist das für normale Vereine nicht zu stemmen.“ Er hofft hier auf positive Signale seitens der SpVgg.

Abwerben „heute normal“

Manfred Herrmann, Vorsitzender des SV Etzenricht, sagt zur Diskussion um die Abwerbung von Spielern von der SpVgg zurückhaltend: Es sei „heutzutage ein normaler Vorgang, dass Spieler angeworben werden. Die Vereinstreue wie vor 20 Jahren gibt es doch nicht mehr.“

Zeitverzögert: Heftige Reaktion vom FC Weiden-Ost

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