25.10.2020 - 13:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtmuseum Weiden selbst fast museumsreif

Schon 1896 legte Albert Vierling mit einer Stiftung den Grundstein für das heutige Stadtmuseum. Nächstes Jahr feiert es also den 125. Geburtstag. Chefin Petra Vorsatz hat große Pläne.

Petra Vorsatz und Dr. Sebastian Schott vor einem Porträt von Albert Vierling, dem Gründer des späteren Stadtmuseums. Zum 125-Jährigen der Einrichtung planen die beiden neben einer Veranstaltungsreihe auch eine ungewöhnliche Stadtchronik.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Gemessen an seiner langen Geschichte, ist das Weidener Stadtmuseum schon fast selbst museumsreif. 125 Jahre wird es im nächsten Jahr bestehen – "ein riesiges Jubiläum für ein Museum", wie Leiterin, Stadtarchivarin Petra Vorsatz feststellt. Zu verdanken sei das Albert Vierling, dem 1836 geborenen Sohn des Weidener Apothekers, Bürgermeisters und bayerischen Landtagsabgeordneten Jakob Vierling. Anlässlich seines 60. Geburtstags im April 1896 errichtete der begeisterte Heimatforscher zusammen mit seiner Frau die "Albert und Katharina Vierling'sche Stiftung zur Errichtung einer Sammlung von Mustern und Modellen für Gewerbe und Handwerk in der Stadt Weiden". Mit diesen Musterstücken legte er den Grundstein für das Stadtmuseum. Heuer, am 3. Mai, war Vierlings 100. Todestag.

Virtueller Museumsbesuch

Vorsatz recherchierte in alten Rechnungen, "eine Freude" sei das gewesen. So stieß sie auf die erste Anschaffung für das spätere Stadtmuseum: einen "Schreibtisch mit Schrankaufsatz in englischem Stil" für 235 Mark. Anfangs fanden die Stücke, etwa Glas aus Venedig und ein Säbel aus Paris, eine Herberge in der Königlichen Realschule (die heutige VHS). Ab 1912 ließ Bürgermeister Georg Knorr das Alte Hospitalgebäude (Unterer Markt 23, heute "Edelweiß") für die Sammlung umbauen. Der Volksmund sprach da längst von "Museum" – spätestens seit 1902, als sich Stadtarchivar Hans Wagner und Magistratsrat Christian Aichinger darum kümmerten. 1979 erfolgte der Umzug ins Alte Schulhaus. Als 1994 die Bibliothek auszog, fanden Stadtarchiv und -museum die dringend benötigten Möglichkeiten zur Expansion.

125 Jahre Stadtmuseum – auf diese Zahl sei sie "schon ein bisschen stolz", sagt die Chefin. Und natürlich plant sie eine Veranstaltungsreihe. Auch wenn wegen der Corona-Pandemie noch ungewiss ist, wann und wie genau die einzelnen Programmpunkte über die Bühne gehen können. Vorgesehen sind:

  • Vortragsreihe zur Kunst- und Kirchengeschichte der Stadt
  • Publikation "Schätze aus dem Stadtmuseum erzählen Stadtgeschichte": Zusammen mit Dr. Sebastian Schott beschreibt Petra Vorsatz historische Hintergründe anhand einzelner Objekte
  • Fest am Weiden-am-See-Platz – als Erinnerung an die Gründerväter
  • Töpfer-Workshop für Kinder in Zusammenarbeit mit Irene Fritz (Kunstbau) unter dem Titel "Wir sind Weidener Hafner-Kinder"
  • Schatztag im Museum – eine Art "Bares für Rares" mit einem fachkundigen Team um Petra Vorsatz

"Das wird ein Haufen Arbeit werden. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich darauf freue", sagte die Chefin unlängst im Kulturbeirat. Einen Vorschlag für noch ein bisschen mehr Arbeit machte Hansjürgen Gmeiner: Das Stadtmuseum könne Jubiläumsveranstaltungen möglicherweise doch auch virtuell präsentieren. Beim Umfang der Sammlung stößt das Team aber auch dort sicher an seine Grenzen. Das beschreibt Vorsatz dann auch als "das Einzige, was mich traurig macht: Dass man gar nicht alles zeigen kann".

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