Weiden in der Oberpfalz
04.11.2018 - 12:50 Uhr

Städtepartner auch in Musik vereint

Sie können einfach miteinander: das Westböhmische Symphonieorchester und "Singing Witt". Ihr gemeinsames Konzert ist der Schlussakkord zu einem besonderen Jubiläum.

Dirigentin Stefanie Zühlke-Schmidt (rechts) leitete nach der Pause Chor und Orchester. Bild: Kunz
Dirigentin Stefanie Zühlke-Schmidt (rechts) leitete nach der Pause Chor und Orchester.

Das Jubiläumsjahr "10 Jahre Partnerschaft zwischen Weiden und Marienbad" endet in schönster Harmonie: Das Westböhmische Symphonieorchester und der Firmenchor "Singing Witt" gaben am Samstagabend ein gemeinsames Konzert in der gut besuchten Max-Reger-Halle. Diese Symbiose waren beide Ensembles bereits im Mai in Marienbad eingegangen, als ein identisches Programm zu Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten uraufgeführt wurde.

Bürgermeister Jens Meyer betonte den europäischen Gedanken als Friedensgaranten. Und er fand eine weitere Gemeinsamkeit: "Bayern und Böhmen verbindet nicht nur die Liebe zum Bier und zur Blasmusik, sondern ganz besonders auch die Liebe zur klassischen Musik." Das Konzert beginnt mit der Ouvertüre aus "Egmont" op. 84 von Ludwig van Beethoven aus dem Jahr 1810. Auf Wunsch des Direktors des Wiener Hoftheaters hatte er die Musik zu Goethes Trauerspiel geschaffen. Ein unentwegtes Ringen aus Streichern und Bläsern. Feinheit, Feierlichkeit und Erhabenheit: Beethoven deutete die Unterdrückung der Niederländer durch die Spanier musikalisch.

Ebenfalls viel gespielt: Beethovens sinfonisches Klavierkonzert Nr. 5 in Es-Dur. Dieses auch als "Kaiserkonzert" berühmt gewordene letzte Klavierkonzert des Komponisten gilt als der Gipfel dieses Genres, weil es spätere Künstler wie Brahms nachhaltig beeinflusste. Kein Wunder, dass die in St. Petersburg geborene und heute in Lyon lebende Pianistin Marina Primachenko Brahms Intermezzo 118 in A-Dur als Zugabe brachte. Sie wurde mit Beifall überschüttet.

Allegro - der Orchesterarbeit folgten prächtige Klavierpassagen -, Adagio un poco mosso - ein ergreifender, schwebender Satz aus Fagotten, Klavier und Hörnern - und Rondo allegro - der triumphale Schlusspunkt: Unter dem deutlich auf Geschlossenheit zielenden Dirigat Martin Peschiks fand das Orchester zu einer überzeugenden, nie vordergründig pompös wirkenden Wiedergabe des Werkes aus Beethovens produktivster Schaffensphase.

Nach der Pause endlich gesellte sich "Singing Witt" zum Symphonieorchester. Unter der Stabführung von Stefanie Zühlke-Schmidt erklangen beliebte Chöre aus Opern. Darunter natürlich der Gefangenenchor aus Giuseppe Verdis "Nabucco", der Triumphmarsch aus "Aida" und der Marsch aus Georges Bizets "Carmen". Auf Bedrich Smetanas Chor der Landleute aus "Die verkaufte Braut" folgte ein Betthupferl für alle Freunde des Weihnachtsmärchens "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel": die Filmmusik in einer Chorfassung.

Bürgermeister Jens Meyer bedankte sich bei der mit Beifall überschütteten Pianistin Marina Primachenko mit einem Blumenstrauß. In der Mitte: Der Dirigent des Westböhmischen Symphonieorchesters, Martin Peschik. Bild: Kunz
Bürgermeister Jens Meyer bedankte sich bei der mit Beifall überschütteten Pianistin Marina Primachenko mit einem Blumenstrauß. In der Mitte: Der Dirigent des Westböhmischen Symphonieorchesters, Martin Peschik.
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