03.05.2020 - 15:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stahlbau Forster zurück in Weiden

Zwei seiner langjährigen Berater sind jüngst verstorben. "Da fängt man an nachzudenken", gesteht Dieter Kirchgeßner. Seine Konsequenz: Der Inhaber von Eisen-Knorr verkauft die ehemalige Sybac-Immobilie an Forster Stahl- und Hallenbau.

Stahlbau Forster ist zurück in Weiden. Anton Forster (rechts) erwirbt von Sigrid und Dieter Kirchgeßner (links) die über 17000 Quadratmeter große ehemalige Sybac-Immobilie im Gewerbegebiet Am Forst. Kirchgeßner holt seinen Stahlhandel zurück ins Haupthaus von Eisen-Knorr in die Pressather Straße.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die Stadt feiere die Rückkehr eines "verlorenen Sohnes", gesteht Oberbürgermeister Kurt Seggewiß beim gemeinsamen Termin. Tatsächlich war die Firma Stahl- und Hallenbau Forster von 1954 bis 2009 nur wenige Meter Luftlinie entfernt in der Neustädter Straße 49 angesiedelt. Schon ab 2005 suchte Anton Forster eine Gewerbeimmobilie mit großer Produktionsfläche, hohen Decken und starkem Kran. Er hatte ein Auge auf das nahe Gelände der damals in Insolvenz gegangenen Sybac-Hallenbau geworfen, kam aber nicht zum Zug. "Kirchgeßner war schneller."

Dieter Kirchgeßner verlagerte 2006 den Stahlhandel von Eisen-Knorr auf das 17 000 Quadratmeter große Gelände Am Forst, auf dem 5500 Quadratmeter überdachte Hallenflächen sowie 2000 Quadratmeter Büroflächen zur Verfügung stehen: Entwicklungspotenzial für Jahrzehnte auf dem 1979 erstellten Betriebsgelände, das Kirchgeßner nur zum Teil selbst für den Stahlhandel sowie als Lager für den Bad- und Sanitärbereich von Eisen-Knorr nutzte. Deshalb hatte er sich auch Mieter (Strabag) ins Haus geholt.

Ideales Projekt

Ein Freund der Familien Kirchgeßner und Forster fädelte schließlich den Deal ein: Anton Forster war 2009 nach Mantel (Firma Langner) ausgesiedelt, da er in Weiden kein entsprechendes Grundstück gefunden hatte. Er war bereits dabei, in Mantel ein großes Erweiterungsprojekt zu starten. "Wir hatten schon die Pläne." Die Aussicht, mit dem Stahl- und Hallenbau wieder nach Weiden zurückkehren zu können, "verändert die Lage".

"Hier werden wir alles haben, was wir brauchen. Dieser Betrieb ist für den Stahlbau maßgeschneidert konzipiert. Das ist ideal: Wir sind ja Stahl- und Hallenbauer. Das ist - trotz der derzeitigen Coronakrise - eine einmalige Chance", betont Anton Forster, der sein Unternehmen, das aus einer Schmiede in der Hutergasse hervorgegangen ist, in der dritten Generation führt. "Die vierte Generation steht schon in den Startlöchern", freut sich der 56-Jährige, der seinen Sohn Johann mitgebracht hatte.

Nachdenklich geworden

Der Kaufvertrag ist unterzeichnet. Kirchgeßner wird das Areal bis zum Oktober räumen. Die 13 Mitarbeiter im Stahlhandel gehen zunächst zurück "ins Mutterhaus" von Eisen-Knorr an die Pressather Straße. Falls es Platzprobleme gebe, sei die Anmietung kleinerer Hallenflächen in Weiden denkbar.

"Diese Veränderungen sind für uns schon hart", räumt Kirchgeßner ein, der von seiner Frau Sigrid (79) begleitet wird. Der Tod seines langjährigen Geschäftsführers und Vorstandes Günther Kötteritzsch sowie seines vertrauten Verbandsberaters hätten bei ihm tiefe Spuren hinterlassen. "Da wird klar, dass man noch einiges zu regeln hat." Eisen-Knorr bestehe seit 256 Jahren. "Wir sind die achte Besitzer-Familie. In diesen Jahrhunderten musste der Betrieb immer wieder angepasst, neu ausgerichtet werden. Wir wollen ihn für die Mitarbeiter und die, die nach uns kommen, erhalten. Dafür ist das entsprechend Nötige zu tun."

Umzug im Oktober

Ab Oktober will Forster das neu erworbene Gelände nutzen. Die Firma Forster Behälter- und Apparatebau GmbH bleibt in Mantel und kann sich dort ausbreiten. Sie benötigt ebenfalls mehr Hallenplatz, um in der Zukunft kostengünstig Behälter herstellen zu können.

47 der 65 Beschäftigte der Firmengruppe Forster gehen aber mit dem Stahl- und Hallenbau nach Weiden. Das Unternehmen feiert übrigens 2021 das 100-jährige Firmenjubiläum. Um weiter „in und nach der Coronakrise“ organisch wachsen zu können, hat Forster unter anderem hohe Investitionen in den Maschinenpark beschlossen, die die Produktionskapazität verdoppeln. „Schon heute haben wir Großaufträge für China.“

Firmengruppe Forster erweitert

Mantel

Eisen Knorr: Dieter Kirchgeßner seit 60 Jahren an der Spitze

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