14.10.2018 - 21:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stimmen der Sieger: Was Grüne und AfD in der Oberpfalz zur Wahl sagen

Zwei Parteien gewinnen am Sonntag 20 Prozent hinzu - mit völlig gegensätzlichen Programmen. Wie erklären AfD und Grüne ihren Erfolg - und wie den des anderen.

Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Robert Habeck und Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundesfraktion, jubeln im Landtag nach den ersten Wahlergebnissen.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

(wüw) Die Freien Wähler können zufrieden sein, aber Freude kommt am Wahlabend bei zwei anderen Parteien auf: Grüne und AfD sind die Sieger der Landtagswahl. Zusammen gewinnen sie 20 Prozentpunkte hinzu. Für den Bezirksvorsitzenden der Grünen, Stefan Schmidt, ist es das einzig Verbindende. "Wir sind der Gegenentwurf zur AfD." Deren Erfolg sei ein Wermutstropfen, sagt der Bundestagsabgeordnete aus Regensburg. Das eigene Ergebnis nennt Schmidt "historisch". "Wir haben viel richtig gemacht, wir haben Haltung gezeigt, hatten ein überzeugendes Spitzenduo", zählt Schmidt die Gründe für den Erfolg auf. Und seine Partei habe auch deshalb hinzugewonnen, weil sie sich klar gegen die AfD positioniert habe.

Die AfD stellen

Das möchte Schmidt beibehalten, gerade in der Oberpfalz wo seine Partei traditionell unter dem bayernweiten Schnitt blieb, die AfD deutlich darüber. "Es wird darum gehen, mehr für die ländlichen, strukturschwachen Regionen zu tun." Vor allem werde es auch darum gehen, die AfD inhaltlich zu stellen. Dies sei Aufgabe aller demokratischen Kräfte, "Die müssen nun Lösungen anbieten, was wollen sie tun gegen das Dörfersterben ", fordert Schmidt. Und er wagt eine Prognose: "Es wird sich zeigen dass da nichts kommt."

Bei der Oberpfälzer AfD klingt am Sonntagabend trotz des zweistelligen Ergebnisses bei der Premieren-Landtagswahl in Bayern zwischen den Zeilen auch etwas Enttäuschung durch. Bezirksvorsitzender Christian Paulwitz weist selbst auf die Verluste im Vergleich zur Bundestagswahl im 2017 hin. "Allerdings hatten wir bei der Landtagswahl mit den Freien Wählern einen weiteren Mitbewerber.", lautet seine Erklärung.

AfD-Spitzenkandidat Roland Magerl hebt dagegen das überdurchschnittliche Abschneiden in der Oberpfalz hervor. "Wir haben hier von Anfang an hervorragenden Wahlkampf gemacht." Ob der ihn selbst in den Landtag bringt, darauf will sich Magerl am Sonntag nicht festlegen. "Das kann man vielleicht erst am Dienstag sagen", erklärt der Betriebsratsvorsitzende aus Mantel unter verweis auf das bayerische Wahlsystem. Fest steht für Magerl, dass der eigene Erfolg ebenso wie der der Grünen vor allem mit der Großen Koalition in Berlin zu tun. "Das Ergebnis zeigt doch die Unzufriedenheit mit der Bundespolitik."

Thema Bildungspolitik

Zur inhaltlichen Arbeit der AfD im Landtag will sich Magerl am Sonntagabend noch nicht äußern. "Es wird zunächst darum gehen, im Landtag anzukommen, wir haben ja keine Strukturen, auf die wir aufbauen können." Fest stehe, dass seine Fraktion zunächst isoliert sein wird. "Das zeigt ja schon die Erfahrung aus anderen Landtagen." Magerl sagt, dass dies nicht so bleiben muss: "Ich bin nicht nachtragend und ich bin an konstruktiver Arbeit interessiert." Er gehe von einer konservativen Koalition aus CSU und Freien Wählern aus, und könne sich vorstellen, "vernünftige Projekte" mitzutragen. "Aber auch als Opposition wollen wir konstruktiv Arbeit leisten."

Wo ein Schwerpunkt liegen könnte, benennt Magerls Bezirksvorsitzender Paulwitz. Neben dem Thema Migration werde eine AfD-Fraktion die Bildungpolitik aufnehmen. In den vergangenen Jahren habe es eine zunehmende "Ideologisierung des Unterrichts" gegeben. "Politik hat an Schulen nichts verloren", sagt Paulwitz und benennt auch ein Projekt, gegen das die AfD die Initiive ergreifen will: "Schule gegen Rassismus.

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