02.01.2020 - 14:58 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Suche nach "Sünde 2020" beginnt

Die "Sünde"-Saison 2019 ist beendet. Jetzt startet die Suche nach einem neuen Domizil. Trotz Besucherrekorden in der Alten Hauptpost muss das "Sündikat" ausziehen.

Das bisher größte "Sünde"-Konzert: Die zehnköpfige "Youngblood Brass Band" aus den USA rückte im Doppeldecker-Bus an und spielte vor ausverkauftem Haus.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Es gab diesen einen Moment im Oktober, da wurde den "Sünde"-Machern bewusst, dass die Guerilla-Zeiten mit kleinen Spontan-Konzerten endgültig vorbei sind. Als nämlich im Oktober die zehnköpfige "Youngblood Brass Band" aus den USA im Doppeldecker-Luxusbus bei der Alten Hauptpost vorfuhr. "Das war ein krasser Tag", staunt Lukas Höllerer noch immer. Aber auch sonst merkten er und seine Mitstreiter vom Kulturverein "Sündikat": Die "Sünde" hat weiter zugelegt – in Sachen Renommee der Künstler und Besucherzahlen ebenso wie bei der Arbeit drumherum, dem Aufwand für jeden einzelnen Konzertabend. Noch sei's jedoch zu schaffen.

14 Auftritte gab es diesmal im letzten Quartal – so viele wie noch nie in fünf Jahren "Sünde". War eines mal schwächer besucht, kamen zwischen 50 und 80 Fans – eine Menge immerhin, die bei früheren "Sünden" für das Prädikat "ausverkauft" reichten, wie Christian Gold anmerkt. Der Raum im ersten Stock der Alten Hauptpost, der zum zweiten Mal als Konzertstätte diente, fasst 150 Besucher. Und so viele füllten ihn auch bei einer ganzen Reihe von Auftritten: Ami Warning, "Youngblood Brass Band", Jesper, Munk, "Botticelli Baby", "Jazzrausch Bigband", Porno. "Knapp die Hälfte der Konzerte war ausverkauft", bilanziert Lino Molter. Passt. Ebenso die Tatsache, dass sich offenbar immer mehr Teens und Twens locken lassen. Höllerer berichtet von Plänen, die Kartenpreise für Schüler und Studenten weiter zu ermäßigen. "15 Euro sind für sie viel Geld." Wünschenswert wäre hier die Unterstützung der Stadt in Form eines geförderten "Kultur-Tickets".

Die Saison 2019 setzte einen neuen Standard, den das "Sündikat" künftig halten will. Mindestens. "Traumziel" sei ein festes Domizil für die "Sünde", betont Höllerer. "Der Ort müsste perfekt sein", einen Backstage-Bereich ebenso bieten wie beispielsweise Lagerräume und Appartements, in denen die Künstler übernachten können. Denkbar wäre dann unter gewissen Umständen sogar ein ganzjähriges Veranstaltungsprogramm, bei dem auch lokale Bands oder Theatergruppen eine Rolle spielen könnten. Möglicherweise in der Alten Feuerwache, falls sie irgendwann tatsächlich zu einem städtischen Kulturhaus wird? Für die Jungs vom "Sündikat" eine reizvolle Idee, doch darauf verlassen wollen sie sich nicht. Erst recht noch nicht für 2020.

Fest steht, dass die "Sünde" aus der Alten Hauptpost auszieht. Würde sie erneut dort in der Bahnhofstraße residieren, würde das städtische Bauamt wegen der permanenten Nutzung auf einem Bauantrag zur Nutzungsänderung bestehen, erklärt Höllerer. Zudem seien die mittlerweile einigermaßen berühmten "Scheiß-Säulen" im Raum dann doch ebenso suboptimal wie dessen Lage im ersten Stock. Um die Saison 2020 gut planen zu können, braucht es laut Lukas Höllerer jedenfalls früh Sicherheit, also eine möglichst schnelle Lösung. Angedacht ist ein erneuter Anlauf, ein ausgedientes Kino zu mieten. "Die Suche nach einer neuen ,Sünde‘ geht von vorne los", sagt Molter. "Alles ist offen."

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