04.06.2019 - 10:42 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Tierschützer wollen Gastspiel von "Circus Afrika" in Weiden verhindern

Hardy Weisheit ist mit seinem Zirkus in der nördlichen Oberpfalz unterwegs - und wird von massiver Kritik der Tierschutzorganisation Peta begleitet. Sie fordert, dass die Stadt Weiden den Auftritt verbietet. Doch das ist gar nicht möglich.

Hardy Weisheit, Wildtierexperte des "Circus Afrika" , füttert seine drei Elefantendamen mit frischem Gras.
von Tobias GräfProfil

Für seine Auftritte kündigt der "Circus Afrika" laut Homepage "sensationelle Shows" und ein "Riesenspektakel" an. Für dieses Programm hat das Unternehmen neben Clowns und Akrobaten auch über 50 Tiere dabei: Von Kamelen und Dromedaren über Alkapas und Zebriden (Zebra-Pony-Kreuzung) bis hin zu Pferden und Elefanten gehören viele Arten zum Tross. Gerade wegen der drei Elefantendamen Gandhi, Moya und Tonga bekommt der Zirkusdirektor Hardy Weisheit zunehmend Probleme. Kritik an lebenslanger Haltung und Dressur von Tieren in Zirkussen ist zwar nichts Neues, bei Wildtieren aber fällt diese oftmals dezidierter aus. Die Tierschutzorganisation Peta wollte deshalb mit einem Brief an die Stadt verhindern, dass der "Circus Afrika" in Weiden gastiert.

Wie die örtliche Presse berichtete, protestierten bereits beim Auftritt in Marktredwitz Ende Mai rund 40 Demonstranten lautstark mit Sprechchören vor dem Zelt und kritisierten angebliche "Tierquälerei". Nun kommt der Zirkus aus Tirschenreuth nach Weiden. Im Stiftland blieb es ruhig, dort liefen keine Demonstranten auf. Weil er wegen Körperverletzung an einer Amtsveterinärin verurteilt wurde, bezeichnet Peta Weisheit zudem als "gewalttätigen Zirkusdirektor" und fordert den Entzug der Erlaubnis der Tierhaltung.

Die Tierschützer behaupten, "Circus Afrika" führe "verhaltensgestörte und vernachlässigte Elefanten", die durch "pausenloses" Schwingen mit Kopf und Rüssel Anzeichen "schwerer seelischer Leiden" zeigten, durch die Manege. Die Abteilung für Veterinärwesen und Verbraucherschutz der Stadt Weiden wird deshalb auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien laut eigenen Angaben den Zirkus während seines Aufenthalts in Weiden "auf Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorgaben" kontrollieren. Peta forderte von der Stadt Weiden in bereits genanntem Schreiben die "Verweigerung der Platzzusage". Allerdings: Dem städtischen Pressesprecher Norbert Schmieglitz zufolge "stellt sich diese Frage nicht", da der Zirkus "auf Privatgrund gastieren wird". Geplante Proteste seien zudem "bis jetzt nicht bekannt".

Die Weidener Veterinäre werden bei ihren teilweise angekündigten Kontrollen die Einhaltung des Tierschutzgesetzes überprüfen. Sollten Verstöße festgestellt werden, müssen diese behoben werden. Dies wird laut Schmieglitz auch "im Rahmen einer Nachkontrolle überwacht". Die Kritik von Peta, viele Veterinärämter würden es sich leicht machen und einfach abwarten, bis der Zirkus den eigenen Zuständigkeitsbereich wieder verlassen habe, weist der Pressesprecher zurück: Verstöße werden zentral erfasst und an die Behörden des nächstens Gastspielortes weitergegeben. Damit sei "eine Nachkontrolle und Überwachung auch über Landkreisgrenzen hinweg gesichert".

Nach den Protesten in Marktredwitz verteidigt sich Zirkusdirektor Hardy Weisheit gegen die Kritik der Tierschützer.

Tirschenreuth
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