Tödliche Oberpfalz: Mann erschießt todkranke Frau - Tötung auf Verlangen oder Totschlag?

Weiden in der Oberpfalz
27.12.2021 - 08:51 Uhr

Drei Schüsse feuert der ehemalige Bauunternehmer Kurt N. am 4. Oktober 2013 auf seine schlafende Ex-Frau in Weiden ab. Am Ende steht die Frage: Tötete er die Frau auf Verlangen oder um an das Vermögen zu kommen?

Folge 9 des Podcasts "Tödliche Oberpfalz" beschäftigt sich mit dem Fall Rund um Kurt N., der seine Ex-Frau im Schlaf mit drei Schüssen umgebracht hat.

Nach fünf Verhandlungstagen geht der spektakuläre Prozess am Landgericht Weiden zu Ende. Kurt N., ehemaliger Bauunternehmer, sitzt auf der Anklagebank. Er soll seine Ex-Frau Inge, schwer krebskrank und am Ende eines langen Leidensweges, mit drei Schüssen getötet haben. Bis zum Schluss bleibt er bei seiner Version, wonach sich Inge mit dem ersten Schuss selbst das Leben nehmen wollte und er weitere zweimal auf sie schoss. Im Laufe des Verfahrens bricht diese Geschichte zusammen wie ein Kartenhaus.

Die Zweifel an der Suizid-Theorie und einer möglichen Tötung auf Verlangen werden spätestens nach dem Gutachten des Landeskriminalamtes immer größer. Demnach ist zweifelsfrei erwiesen, dass der ehemalige Unternehmer alle drei Schüsse abgefeuert hat. Sie hätte sich ihr Ende völlig anders vorgestellt, sagt der Richter: "Nicht auf diese brutale Weise, diese Todesart wollte sie nicht." Kurt N. habe eindeutig Handschuhe verwendet. Keiner sollte etwas mitbekommen. So sehe kein Tod auf Verlangen aus.

Kurt N. war am Ende Hartz-IV-Empfänger, hatte ein Insolvenzverfahren am Hals. Er habe weder seine Lebensversicherung, noch sein Vermögen angegeben um sich seinen Lebensstandard erhalten zu können. Der Betrug sei das "Sahnehäubchen", meinte Richter Leupold in seiner Urteilsbegründung.

Hier geht es zur aktuellen Folgen

alternativer_text

alternativer_text

alternativer_text

alternativer_text

Zweifel an der "Gnadenschuss"- Geschichte gibt es genug: Nach der Bluttat, die Kurt N. vor Gericht als Gnadenakt verkaufen will, war er mit 175 000 Euro, Goldmünzen und Wertsachen nach München gefahren, um sich mit der Nichte seiner Ex-Frau zu treffen. Diese war kurz vorher durch eine Testamentsänderung als Alleinerbin eingesetzt worden. Alles ein Trick, ist sich der Richter sicher, um später an das Vermögen zu kommen. Die Nichte allerdings wollte vom Geld nichts wissen, rannte davon. Kurt N. wurde schließlich in einer Münchener Tiefgarage von Polizisten festgenommen.

In Folge 9 des Podcasts "Tödliche Oberpfalz" beschäftigt sich das Moderationstrio Mareike Schwab, Alexander Unger und Vanessa Lutz rund um diesen Fall und um die Frage, worin die Unterschiede zwischen Tötung auf Verlangen und Totschlag liegen. Als Experte ist Notfallseelsorger Carsten-Armin Jakimowicz eingeladen.

Hier geht es zur Folge 8 des Podcasts

Oberpfalz13.12.2021
Info:

Opfer- und Täterschutz

Es ist uns wichtig, die Opfer, Angehörigen und Zeugen sowie die Täter zu schützen. Deshalb werden wir bei diesem Fall die ganzen Namen der Beteiligten nicht nennen. Wir bitten unsere Hörer und Mitglieder der Facebook-Gruppe "Tödliche Oberpfalz" deshalb, den Opfer- und Täterschutz zu respektieren.

Falls ihr uns anonym etwas mitteilen wollt, könnt ihr dazu gerne unsere E-Mail-Adresse nutzen: ToedlicheOberpfalz[at]oberpfalzmedien[dot]de

 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.