24.06.2020 - 10:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Türsteher soll Mann geschlagen haben

Bei einem 26-jährigen Weidener fliegen die Fäuste anscheinend leicht. Jetzt steht er deshalb vor Gericht –und zwar nicht zum ersten Mal.

Justitia – bestenfalls blind. Die Augenbinde steht als Symbol für die Unparteilichkeit, also das Richten ohne Ansehen der Person.
von Autor RNSProfil

Beleidigungen und langwierige Diskussionen müssen sich die Türsteher vor den Diskos – nach eigenen Angaben – öfter anhören. Ende Oktober vergangenen Jahres soll es einem Security-Mann vor einem Lokal in der Judengasse aber zu bunt geworden sein und er soll einen 46-Jährigen übel geschlagen haben, so dass dieser noch heute an den Folgen leidet. Am Dienstag folgte die Verhandlung vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hubert Windisch.

Der Geschiedene hatte mit seinem Stiefsohn gegen 1.30 Uhr Einlass in das angesagte Lokal begehrt und war vom Eingangs-Kontrolleur abgewiesen worden, weil der Sohn noch unter 18 war. „Ohne Vorwarnung“ habe ihm der kräftige, im Nebenberuf als Türsteher arbeitende Weidener mit den Fäusten „links und rechts“ auf die Ohren geknallt, sagte der Logistiker aus. Zwei Mal sei er so zu Boden geschlagen worden. Ein drittes Mal habe ihn der Mann in den „Schwitzkasten“ genommen und am Boden noch auf ihn eingeschlagen. Im Krankenhaus seien eine Schädelbasisfraktur, diverse Prellungen, Blutungen aus den Ohren und Gesichtsverletzungen festgestellt worden, berichtete der, als Nebenkläger von Rechtsanwalt Dominik Kriegel Vertretene.

Der vom Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagte 26-Jährige verwahrte sich dagegen, jemals hingeschlagen zu haben. Beleidigend und aggressiv sei der Mann gewesen. Eine Stunde nachdem er ihn „zu Boden gebracht“ hatte, sei er zusammen mit der Polizei wieder gekommen und sei verletzt gewesen. Die beiden anderen Türsteher wollen ein lautstarkes Wortgefecht gehört, aber keinerlei Schläge gesehen haben. Ein schlechtes Licht auf den Angeklagten werfen seine beiden Vorstrafen. Schon 2017 ist er zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er als Sicherheitsmann in einem anderen Nachtlokal jemandem einen Faustschlag ins Gesicht verpasst hatte. 2017 dann gab es eine weitere Geldstrafe wegen eines Schlags mit der flachen Hand.

Erschwert wird die Wahrheitsfindung dadurch, dass der Sohn des Geschädigten am Dienstag unentschuldigt nicht zur Gerichtsverhandlung erschien. Er wurde zur Fortsetzung des Prozesses am 2. Juli um 14.30 Uhr erneut geladen.

Türsteher werden häufiger selbst angegriffen, wie hier in Amberg:

Amberg
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