24.05.2020 - 13:06 Uhr
AmbergOberpfalz

27-Jähriger teilt Fußtritte aus und scheitert in Berufung

Der Verteidiger versucht ein Urteil gegen einen jungen Angeklagten abzumildern. Das Gericht verwirft Berufung allerdings kostenpflichtig.

Ein 27-Jähriger muss 80-Tagessätze zu 25 Euro bezahlen, weil er einen Türsteher mit den Füßen trat
von Autor HWOProfil

Nach zweitägigem Prozess hat die 3. Strafkammer des Landgerichts die Berufung eines Asylbewerbers zurückgewiesen und damit ein erstinstanzlich ergangenes Urteil wegen Körperverletzung bestätigt. Der 27-Jährige war vor einer Diskothek im Landkreis mit dem Türsteher in Streit geraten. Er hatte Fußtritte gegen das Schienbein des Mannes ausgeteilt und ihn beleidigt. Der Sicherheitsbedienstete wehrte sich mit Pfefferspray. Das Vorgehen des jungen Mannes wurde danach in erster Instanz als Körperverletzung gewertet und mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu jeweils 25 Euro geahndet.

Am ersten Prozesstag vor dem Landgericht hatte Verteidiger Rudolf Pleischl die 3. Strafkammer darum ersucht, in ihrem Urteil eine Geldstrafe im Bereich von unter 50 Tagessätzen zu verhängen. Dazu wurde auch eine Begründung geliefert: Der zwar momentan wegen Corona erwerbslose Angeklage habe eine Arbeitserlaubnis und bekomme seinen Job mit einiger Wahrscheinlichkeit wieder, argumentierte der Anwalt.

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Sulzbach-Rosenberg

Allerdings werde bei einer Ahndung von über 50 Tagessätzen die Ausländerbehörde in Kenntnis gesetzt. Sie könne dann, wie Pleischl den Richtern sagte, die Genehmigung zur Aufnahme einer Tätigkeit entziehen. Ohne Fakten zu erörtern, wollte sich der Kammervorsizende Peter Hollweck nicht auf den Wunsch des Anwalts und dessen Mandanten einlassen. Hollweck hörte zwar, dass auch der 27-Jährige bei der tätlichen Auseinandersetzung durch Pfefferspray "erheblich in gesundheitliche Mitleidenschaft gezogen wurde". Der Vorsitzende vernahm aber andererseits, dass es bereits eine Vorstrafe wegen Körperverletzung gab. Der Fall wurde anschließend eingehend erörtert. Dabei verfügte die Strafkammer eine ärztliche Begutachtung des 27-Jährigen durch Landgerichtsarzt Rainer Miedel. Zu diesem Termin aber erschien der Mann nicht. Auch dieser Umstand trug letztlich dazu bei, dass die Berufung des Mannes kostenpflichtig verworfen wurde. Damit blieb es bei 80 Tagessätzen zu 25 Euro. Wie nun die Ausländerbehörde darauf reagiert, bleibt abzuwarten.

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