Soldaten, Polizei, Rettungsdienste, Verbände, Kirchen und Politiker gedachten am Sonntag in der Konrad-Adenauer-Anlage der Opfer der beiden Weltkriege, der Vertreibung und der Gewaltherrschaft. Nach den Messen in St. Michael und St. Josef zogen die Bürger, angeführt von der Stadtkapelle, zum Kriegerdenkmal. Dort stellten Schüler des Kepler-Gymnasiums die Frage nach den Kriegstreibern und machten deutlich, dass im Krieg jede Moral stirbt.
Vor der Kranzniederlegung, die er gemeinsam mit Oberstleutnant Sven Zwickmantel vornahm, mahnte OB Kurt Seggewiß, die Kriegstoten niemals zu vergessen. "Der Volkstrauertag ist ein Gedenktag, mit dem viele Menschen in unserer heutigen Gesellschaft nichts mehr anzufangen wissen, weil sie den Sinngehalt dieses Tages nicht kennen." Nicht nur junge Menschen hätten Schwierigkeiten damit.
55 Millionen Opfer
"Brauchen wir, nachdem wir zum Glück so lange keinen Krieg in unserem Land hatten, noch einen Volkstrauertag", fragte Seggewiß. Er meine ja. "Niemals in der Geschichte hat es so viele Menschen-Opfer von Kriegen, brutaler Gewalt und Terroranschlägen gegeben wie im vergangenen Jahrhundert."
55 Millionen Opfer forderte allein der Zweite Weltkrieg - "ein 1000 Kilometer langes Feld von jeweils 50 toten Menschen nebeneinander. Von den Alpen bis zur Nordsee." Seggewiß erinnerte an die Millionen, die an den Kriegsfolgen, im KZ oder als Zwangsarbeiter ihr Leben ließen. "Der Volkstrauertag ist notwendig, gibt er doch den Menschen die Möglichkeit, inne zu halten, sich wieder einmal die Folgen von Krieg und Gewalt zu vergegenwärtigen."
Sinnlosigkeit der Kriege
Es müsse andere Wege zur Konfliktlösung gefunden und begangen werden. "Der Volksgedenktag unserer Zeit ist kein Heldengedenktag. Denn nicht Kriegshelden stehen im Mittelpunkt." Wahrscheinlich werde auch dieses Jahrhundert von Kriegen bestimmt. "Die Gegenwart ist ein trauriges Beispiel dafür."
Auf Soldatenfriedhöfen ruhten Soldaten der kriegsbeteiligten Länder gemeinsam unter einer Erde. Russen, Amerikaner, Deutsche, Italiener, Belgier oder Franzosen. "Ich empfinde Kriegsgräberstätten und Soldatenfriedhöfe als Zeichen der Versöhnung." Seggewiß: "Über ihren Gräbern weht der gleiche Wind und scheint die gleiche Sonne." Hier werde die Sinnlosigkeit des Krieges besonders deutlich.
Die Feierstunde wurde musikalisch von ChordiSono umrahmt. Pfarrerin Edith Lang und Stadtpfarrer Markus Schmid spendeten den kirchlichen Segen.






















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