26.09.2021 - 23:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Uli Grötsch in Weiden: "Die SPD ist wieder da"

Die Stimmung ist gut, der Leberkäs schmeckt auf der SPD-Wahlparty in Weiden und die Ergebnisse stimmen. Mit Uli Grötsch an ihrer Seite haben die Genossen wieder Grund zum Feiern. Das gefällt auch dem Parteinachwuchs.

Die SPD hat Grund zum Feiern: Über die Parteiergebnisse und das eigene Abschneiden freuen sich Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch und seine Töchter Verena und Johanna mit Stadtverbandsvorsitzender Sabine Zeidler (links) und Altoberbürgermeister Kurt Seggewiß.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Noch 20 Minuten bis zur ersten Hochrechnung um 18 Uhr. Uli Grötsch sitzt begleitet von seinen Töchtern Verena (16) und Johanna (14) entspannt vor der Almrausch-Hütte. Noch. „Es brodelt gewaltig“, sagt der Direktkandidat, dessen Chancen noch nie so gut für seine Partei standen, wie bei dieser Bundestagswahl. „Diese Aufholjagd der letzten Woche halte ich für historisch. Die SPD ist wieder da“, sagt er kämpferisch. Im Saal treffen nach und nach die Mitglieder zur Wahlparty ein. Die Stimmung ist gut, der Respekt vor dem, was an diesem Abend passiert, dennoch groß. Und so ist der Jubel um 18 Uhr zur Wahlprognose noch verhalten. SPD und Union liegen mit 25 Prozent gleich auf.

Spannung bis zum Schluss

„Das wird eine knappe Kiste“, befürchtet der ehemalige Stadtrat Karl-Heinz Schell. Einen roten Kanzler mit einer grünen Vizekanzlerin könne er sich gut vorstellen. „Die Messe ist noch nicht gelesen“, vermutet auch Karlheinz „Charly“ Roth von der AG 60plus und stellt sich auf einen langen Wahlabend ein. „Vorsichtig optimistisch“ zeigt sich Ulla Albert, die seit über 30 Jahren der SPD die Treue hält. Bis zum Schluss hätten die Mitglieder Wahlkampf gemacht, seien von Tür zu Tür gegangen. Sie selbst habe noch am Samstag am Wahlstand um Stimmen geworben. Er werde sich auszahlen. Zufrieden blickt die 79-Jährige in die Runde. „Ich freue mich vor allem, dass so viel Jugend da ist.“

Erfolg motiviert, besonders den Nachwuchs. Benjamin Meister steht die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. An der Seite von Grötsch verfolgt der Jungsozialist das Geschehen auf dem Bildschirm. Der 19-Jährige trat erst vor einem Jahr den Jusos bei. „Am Tag, als Scholz Kanzlerkandidat wurde. Das war reiner Zufall“, lacht er. Der Weidener ist vor allem gespannt, wie sich die Briefwahl am Ende auswirken wird.

Wähler hat entschieden

Dann brandet Beifall auf. Die erste Hochrechnung gegen 19.20 Uhr. Die SPD liegt mit knapp 26 Prozent vor der CSU. Grötsch: „Ich bin stolz auf euch. Dass wir von 14 auf 26 Prozent aufholen hätte niemand gedacht. Eine Partei, die so zulegt und einen Olaf Scholz mit dieser Kompetenz hat, hat heute einen klaren Auftrag vom Wähler erhalten. Wir werden da sein für die Menschen über diesen Wahltag hinaus.“

Die Basis jubelt. Grötsch bittet sie nun kräftig bei Leberkäs und Bier zu feiern. Er selbst müsse weiter nach München. Und am Montag um 11 Uhr ist Parteisitzung. „Die Koalitionsverhandlung werden spannend“, sagt Grötsch. Es wird weiterhin brodeln.

Viele Anwesende hoffen auf eine Regierung aus Rot-Grün. Auch Simon Grajer, Juso-Bezirksvorsitzender Oberpfalz. „Wir sind keine Freunde der Ampel-Koalition.“ „Wir haben aus unseren Fehlern gelernt“, freut sich Stadträtin Gabi Laurich am Ende einer anstrengenden Woche. „Ziel war von Anfang an ein klares Mandat für Scholz. Laschet wird es versuchen, aber er wird scheitern“, sagt Altoberbürgermeister Kurt Seggewiß. „Als Sozi erlebe ich heute ein Hochgefühl. Wir haben 16 bittere Jahre hinter uns. Es ist schön auf der Siegerstraße zu sein.“ Stadtverbandsvorsitzende Sabine Zeidler nennt es ein „absolutes Hochgefühl“, das hoffentlich noch lange andauern wird.

CSU feiert am Postkeller

Weiden in der Oberpfalz
Gut gemacht: Altoberbürgermeister Kurt Seggewiß gratuliert Direktkandidat Uli Grötsch.
Wie sieht´s aus? Stadtverbandsvorsitzende Sabine Zeidler schaut sich den Zwischenstand der Auszählung an.

 

 

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