Weiden in der Oberpfalz
31.08.2025 - 17:07 Uhr
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Unfall von Weiden: Auch der Busunternehmer kann nur rätseln

Der Schock sitzt tief, Busunternehmer Leonhard Will hat nach dem Unfall von Weiden noch viele Fragen. In einem Punkt ist sich der Eigentümer des Unglücksbusses von Weiden-Frauenricht aber sicher.

33 Menschen sind bei dem Unfall in Weiden verletzt worden. Archivbild: Gabi Schönberger
33 Menschen sind bei dem Unfall in Weiden verletzt worden.

Von Melitta Burger

20 Jahre lang betreibt der Stadtsteinacher Leonhard Will schon sein Busunternehmen „Leos Adventure Tours“. 45 Menschen sind in dem Betrieb beschäftigt, rund 25 Busse im Einsatz. Nie sei bislang etwas passiert, berichtet „Leo“ Will im Gespräch. Seit Freitagvormittag ist das anders. Gegen 10.30 Uhr ist ein Bus des Unternehmens bei Weiden aus noch unbekannter Ursache ins Schleudern geraten, hat eine Schutzplanke und eine Lärmschutzwand auf der Autobahn 93 durchbrochen und ist schließlich in einem Abhang gegen mehrere Bäume geprallt.

28 Menschen sind bei dem Unfall verletzt worden, berichtet die Polizei. 3 von ihnen, darunter auch der Fahrer, wurden als schwerverletzt eingestuft. Insgesamt mussten drei Beteiligte zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. Was den Fahrer, einen 67-jährigen Kulmbacher, angeht, kann der Firmenchef vorsichtig Entwarnung geben: Anfang der Woche soll der Mann aus dem Krankenhaus entlassen werden. Auch den anderen Verletzten gehe es den Umständen entsprechend gut, zeigt sich Leonhard Will erleichtert. Er weiß: Das hätte auch noch viel schlimmer ausgehen können.

Erfahrener Busfahrer

Der Fahrer war im Schienenersatzverkehr zwischen Regensburg und Weiden unterwegs, weil die Bahnstrecke zwischen Schwandorf und Weiden wegen Sanierungsarbeiten gesperrt ist. An der Anschlussstelle Weiden-Frauenricht wollte der Busfahrer von der A 93 abfahren. Den Mann am Steuer schildert Will als ausgesprochen erfahrenen Busfahrer, der sein ganzes Berufsleben bei einem großen Verkehrsbetrieb verbracht hat. Nach seinem Ruhestand hat der Mann bei „Leos Adventure Tours“ einen Minijob angenommen. „Er fährt im Monat im Schnitt fünf Tage, und auch nur im Schienenersatzverkehr“, berichtet der Firmeninhaber.

Leo Will war am Sonntag selbst mit einem Bus voller Menschen in Südtirol. Der Betrieb muss weitergehen. Jetzt ist Hochsaison für diese Branche. „Wir können ja nicht alles absagen.“

Fast neuer Bus

Der Linienbus, mit dem der Fahrer bei Weiden verunglückt ist, war noch recht neu. „Vor drei Tagen habe ich ihn zum ersten Mal vom TÜV abnehmen lassen.“ Gerade ein Jahr alt sei der Bus, er habe erst 40.000 Kilometer auf dem Tacho. Mit seinem Fahrer habe er sich natürlich sofort in Verbindung gesetzt, sobald das möglich war. Er gebe an, selbst nicht zu wissen, was passiert sei.

Jetzt werde erst einmal der Bus untersucht, den die Polizei noch am Unfallort sichergestellt hat. „Dann müssen wir abwarten.“ An den Lenkzeiten könne es nicht gelegen haben, ist sich der Busunternehmer sicher. Zwischen den gut einstündigen Fahrten zwischen Weiden und Regensburg seien jeweils Pausen zwischen einer halben und einer ganzen Stunde gelegen. Für den Fahrer habe ein Einzelzimmer in Regensburg bereitgestanden, in dem er während seiner fünftägigen Schicht übernachtet habe. „Mehr können wir nicht machen. Alles andere liegt in Gottes Hand.“

Der Sachschaden ist immens: Rund eine Viertelmillion koste allein der Bus, der total beschädigt worden sei. Dazu komme noch die Lärmschutzwand und was sonst noch durch den außer Kontrolle geratenen Bus beschädigt worden ist. Leonhard Will rechnet mit etwa einer halben Million Euro an Schaden.

Der Unfall sei in höchstem Maß bedauerlich. Drei der 33 Menschen aus dem Bus, zwei Fahrgäste und der Fahrer, seien nach dem Unfall ins Krankenhaus gekommen. 31 habe die Polizei als leichtverletzt eingeschätzt. Laut Polizeiangaben hätten diese Fahrgäste neben einem gehörigen Schrecken vor allem Prellungen davongetragen. Sie seien nach ambulanter Versorgung noch am Freitag wieder aus der ärztlichen Versorgung entlassen worden. Will zeigt sich erleichtert, dass niemandem etwas Ernstes passiert sei. Er habe gehört, dass schon Verletzte wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden seien.

Betriebsfest am Freitag

An der Unfallstelle, die über Stunden gesperrt war, waren zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz. Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und der Rettungsdienst sowie ein Rettungshubschrauber waren vor Ort. Verkehrsteilnehmer wurden aufgefordert, den Bereich großräumig zu umfahren.

Ausgerechnet am Tag des Unfalls, am Freitag, habe bei „Leos Adventure Tours“ das Betriebsfest stattgefunden. „Alle Fahrer waren eingeladen. Außer dem Fahrer, dem der Unfall passiert ist, waren alle dabei“, berichtet Will. Am liebsten wäre es ihm gewesen, an diesem Tag hätten alle Beschäftigten beim Fest dabei sein können. Aber das sei nicht gegangen, weil der vorgeschriebene Fahrplan im Linienverkehr einzuhalten ist.

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Kommentare

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Lisa-Marie Redepenning

Finde es schade das sämtliche Rettungskräfte aufgezählt werden aber die Soldaten die erste Hilfe leisteten sowie das die Leichtverletzten in der Kaserne untergebracht und versorgt wurden wird völlig vergessen in den Berichterstattungen.

Nur ne nebensache aber trotzdem schade.

01.09.2025
Reinhard Scheffler

Ich finde es erfrischend, dass nicht sofort der Busfahrer als der Schuldige dasteht. Ich finde es auch gut, dass in den Artikeln erst mal auf die Erkenntnisse der Polizei gewartet wird. Normalerweise ist sonst immer von vorne herein der Busfahrer schuld.

31.08.2025
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