03.12.2020 - 14:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Urteil im Prozess um Banküberfälle in Tännesberg

Das Landgericht hat nun ein Urteil im Fall des Fluchtautofahrers der Banküberfälle unter anderem in Tännesberg 2015 gesprochen. Staatsanwältin Vera Höcht hatte über neun Jahre gefordert. Verteidiger Uwe Mosig hatte auf vier Jahre plädiert.

Justitia – bestenfalls blind. Die Augenbinde steht als Symbol für die Unparteilichkeit, also das Richten ohne Ansehen der Person.
von Autor RNSProfil

Am Donnerstag verkündete Landgerichts-Präsident Gerhard Heindl das Urteil für den Fluchtwagenfahrer der Raubüberfälle von Kolkwitz und Großenhain sowie im September 2015 in Tännesberg. Sieben Jahre und zwei Monate muss er noch in Haft, wenn er seine restlichen zweieinviertel Jahre in Tschechien abgesessen hat.

Der 28-jährige Tscheche war von Staatsanwältin Vera Höcht angeklagt gewesen, in wechselnder Besetzung zusammen mit jeweils zwei Landsleuten zwei versuchte und zwei geglückte Banküberfälle begangen zu haben. Als Einziger besaß der zuletzt als Koch Arbeitende einen Führerschein und war – weil seit jungen Jahren Auto-Cross-Rennfahrer – ein geübter Fahrer. Deshalb hatten ihn die Komplizen für das Fluchtauto ausgewählt. Einen der Verbrecher kannte er aus gemeinsamen Gefängniszeiten.

Auch wenn die Taten ziemlich dilettantisch ausgeführt worden waren, es zahlreiche Pannen gegeben habe und der Angeklagte nicht der Kopf der Bande gewesen sei, so müsse er sich doch deren Taten zurechnen lassen, stellte Heindl fest. Seine Tatbeteiligung sei „wesentlich“ gewesen. Er habe von den Waffen – einer „scharfen“ Pistole und einer Schreckschusswaffe mit Reizstoff-Kartusche – gewusst sowie von der Maskierung mit Sturmhauben und dem brutalen Vorgehen seiner Komplizen.

Zugute gehalten hatten Heindl, Richter Matthias Bauer und die Schöffen dem Ledigen, dass er in Deutschland nicht vorbestraft war, dass er durch sein Geständnis Reue und Einsicht gezeigt hatte und dass er sich in einer finanziellen Notlage befunden hatte. Wegen diverser Diebstähle und Raube muss der Verurteilte noch in Tschechien einsitzen. Dann entscheiden die Vollstreckungsbehörden, ob er in Deutschland ins Gefängnis kommt oder ob die sieben Jahre und zwei Monate in Tschechien angehängt werden – was dem deutschen Steuerzahler natürlich erheblich lieber sein dürfte.

Die Vorgeschichte zu den Pannen-Banküberfällen

Weiden in der Oberpfalz

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