10.05.2021 - 11:35 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Uschis Lied vu da Wein": Ursula und Thomas Schreier spielen Song über Weidener Stadtgeschichte

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Zuhörer kommen nicht nur ins Schunkeln und Mitsingen, sondern auch Staunen: „Uschis Lied vu da Wein“ ist mehr als ein Ohrwurm. Im Song besingen Ursula und Thomas Schreier auch die Weidener Stadthistorie – spannend und unterhaltsam.

Ursula und Thomas Schreier singen auf der Terrasse ihres Anwesens ihr Weiden-Lied.
von Helmut KunzProfil

"Wein, ja Wein, in den Naabauen g’leng, über d’Wein erzähl i aitz a weng“: Ursula Schreiers Weiden-Ohrwurm unterscheidet sich von ähnlichen musikalischen Ergüssen über die Max-Reger-Stadt. Weil "Uschis Lied vu da Wein" frisch ist und eine Geschichte erzählt. Mit einer großen Portion Volksmusik in den Noten. Text und Melodie gehen inhaltlich eine ganz besondere Harmonie ein. Auf stimmige Weise plaudert die "Bäckermeistergattin" in sieben Strophen über die Weidener Stadthistorie.

Das "Lied vu da Wein" von Ursula Schreier

Das Komponieren und Texten fällt Ursula Schreier nicht schwer. „Die ersten beiden Strophen hatte ich schon zur 750-Jahr-Feier der Stadt Weiden fertig“, erzählt die Verwaltungsangestellte bei der Verwaltungsgemeinschaft Weiherhammer. Ein damaliger Verwandtenbesuch in Flossenbürg habe allerdings die Augen geöffnet und den Schneid genommen, weiter am Lied zu basteln. "'Eine Schwägerin sagte mir, dass Weiden ein Stadtschauspiel plant." Es gebe auch schon Weiden-Songs zum Jubiläum. Das hatte zur Folge, dass ihr unfertiges Manuskript in der Schublade landete. „Ich dachte mir damals: Das hat sich erledigt."

Lied seit Jahren fertig

Fahrt aufgenommen habe das Projekt mehr als zwei Jahrzehnte später. Auslöser sei die Kirchentombola beim Pfarrfest von St. Johannes gewesen. Damals gewann die Hobby-Komponistin eine Videokassette vom besagten Stadtschauspiel. „Da erst merkte ich, dass mein Lied ja ganz anders angelegt war." In der Folgezeit habe sie jede freie Minute in den Text investiert.

"Das Lied ist seit einigen Jahren fertig. Wir haben es auch schon einige Male gesungen." Auf Geburtstagen etwa oder bei der Zoiglfahrt der CSU Weiden-Süd. Man kennt ja die Stimmung bei solchen Ausflügen. "Da hat man den Text nicht verstanden, weil die Hintergrundgeräusche zu laut waren."

Die Präsentation auf der Terrasse der Schreiers, hoch oben auf der Konradshöhe, ist lustig. Ursula Schreier lässt sich von ihrem Gatten Thomas begleiten. Und der ist alles andere als ein Kind von Traurigkeit. Bäckermeister Thomas Schreier spielt nicht nur Akkordeon, er singt auch im Duett. "Ich glaube, dass ich Bariton bin." Ganz sicher ist er sich allerdings nicht.

Thomas Schreier beherrscht neben der Quetschn auch das Tuba-, Klarinetten- und Keyboardspiel. Er ist festes Mitglied im Instrumentalkreis seiner Pfarrei. Seine Gattin beschreibt er als Sopranistin. "Wenigstens bei diesem Lied." Da lacht er wieder. Ursula Schreier spielt seit ihrem elften Lebensjahr Klarinette. Ihre Liebe zur Musik entdeckte sie bei der Kohlberger Jugendblaskapelle. Das war von 1972 bis 1980. "Ich spiele auch Trompete und Flügelhorn", sagt die gebürtige Hirschauerin.

Corona-Konzert vor Haustür

Auf der Konradshöhe sind die beiden musikalischen Spaßmacher in der Nachbarschaft bestens verwurzelt. "Im letzten Jahr haben wir um die Osterzeit herum ein Corona-Konzert vor unserer Haustür gegeben. Heuer gibt es schon wieder Anfragen." Fast täglich sitzt das Ehepaar auf seiner Terrasse, vertieft sich in irgendwelche Liedtexte, singt oder macht Hausmusik. "Ich glaube nicht, dass wir damit die Nachbarn stören. Steine sind noch keine geflogen." Meist halte sich die Lautstärke im Rahmen.

"Allerdings singen wir auch schon mal Lieder, wie 'Tage wie diese'. Dann lassen wir es krachen. Dann geht der Punk ab." Auf Musikantenstammtische, etwa in der Strobelhütte, haben sich die Schreiers noch nicht eingelassen. Warum nicht? Ganz einfach. Man sei zu "gschamig". Klar, dass sich Thomas Schreier jetzt einen schallenden Lacher nicht verkneifen kann.

In ihrem Weiden-Lied beschreibt Ursula Schreier die Besiedelung ihrer Heimatstadt durch Fischer und Jäger, die Verleihung des Marktrechts, den Stadtbrand, die Wirren des 30-jährigen Kriegs und schließlich den wirtschaftlichen Aufschwung durch den Anschluss an die Eisenbahn durch Gustav von Schlör. "Ich habe mich schon immer für die Stadtgeschichte interessiert, habe auch einige Bücher darüber gelesen."

Auf die Idee, ihr Lied in ein historisches Gewand zu kleiden, habe sie ein Artikel in der "Arnika" des Oberpfälzer Waldvereins gebracht. "Da hab ich was über Pfeilspitzen gelesen, die man am Edeldorfer Weg gefunden hatte." Auf CD ist das Weiden-Lied bisher noch nicht erhältlich.

Jonas Frenzel aus Etzenricht produziert eigene Songs und Remixe anderer Lieder

Weiden in der Oberpfalz
Ursula Schreier.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.