15.09.2021 - 17:10 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ver-Regertes Wochenende in Weiden

Das kommende Wochenende steht im Zeichen von Max Reger. Hochrangige Künstler und Nachwuchstalente präsentieren die Max-Reger-Tage 2021. Dies ist vor allem eine Hommage an den viel zu früh verstorbenen Künstler.

Organist Martin Sturm.
von Peter K. DonhauserProfil

Die Max-Reger-Tage 2021 stehen an, genauer gesagt ein Max-Reger-Wochenende. Zu erleben sind in Weiden Kammermusik in der Max-Reger-Halle (Freitag, 20 Uhr) sowie Orgelmusik in St. Michael (Sonntag, 17 Uhr). Beide Veranstaltungen werden das Bild, das Denken und Fühlen Max Regers in besonderer Weise lebendig werden lassen. Bekannt für seine unkonventionelle Herangehensweise ist der aus Velburg (Kreis Neumarkt/Opf.) stammende junge Organist Martin Sturm (29). Er ist seit zwei Jahren als Professor an der Musikhochschule Weimar tätig. Sturm wird spannende Verbindungen von Regers Musik und eigenen Improvisation herstellen.

Stürmische Orgel-Offenbarungen

Das „Capriccio von der lieblich Nachtygall“ bezieht sich auf die Harmonie und Idylle, die Reger schätzte – so bei der Ochsenkopfpartie 1901, sitzend auf dem jüngst wieder entdeckten „Regerfels“. Wie Naturkatastrophen brachen damals neue Entwicklungen in die Musikgeschichte ein. Dies lässt Regers Symphonische Phantasie und Fuge op. 57 erleben, eines seiner anspruchsvollsten Orgelwerke. Reger und den Tod (er ereilte ihn früh, mit 43 Jahren) reflektieren das Choralvorspiel „Komm süßer Tod“ und eine Improvisation über Motive aus dem unvollendeten Requiem. Die improvisierte „Liturgie für die Orgel“ bezieht sich auf den jungen Reger, der in St. Michael an der Orgel saß und Gottesdienste begleitete.

Prof. Martin Sturm an der Orgel der Schulkirche Amberg

Zitate bei Schumann und Reger

Das „Aperto Piano Quartett“ wird nicht improvisieren, es stellt die Klavierquartette Es-Dur op. 47 von Robert Schumann und d-Moll op. 113 von Max Reger nebeneinander. Pianist Frank-Immo Zichner berichtet von interessanten Gemeinsamkeiten der Autoren: Beide verwenden die gängige viersätzige Form, allerdings mit Scherzo an zweiter Stelle. Beide fügen musikalische Zitate ein, Schumann den Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ und das eigene Lied „Anfangs wollt’ ich fast verzagen“ (aus op. 24). Reger zitiert den Namen „B-A-C-H“ und im Finale Motive aus dem Anfangssatz. Reger hat sich mit delikater Ironie zu seinem Werk geäußert: „Themen aufzuzählen ist zwecklos, da diese doch niemals zu hören sind. Eine verehrliche Polizei wird hiermit aufmerksam gemacht, daß ich gerade in diesem Werke – wie leider schon so oft – ganz entsetzlich gestohlen habe. Von Fugen und ähnlichem Unfug habe ich jedoch – merkwürdigerweise – abgesehen. P. S: Sollte die Harmonik nicht immer ganz bazillenfrei sein, so bitte ich alle tonalen Keuschheitsapostel um gütige Vergebung.“ Um die Ironie fortzuführen: Wegen der „Plagiate“ und der „virenhaltigen Harmonik“ werden beim Konzertbesuch Masken angeraten. Karten gibt es im Festivalbüro, Altes Rathaus in Weiden.

Pre-Opening der Max-Reger-Tage: So easy und frech war das erste Konzert

Weiden in der Oberpfalz

Aperto Piano Quartett

Martin Sturm

 

 

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