12.02.2019 - 19:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Verdi hält Kliniken-Pläne für ungesund

Gewerkschaft lehnt Pläne für eigene Dienstleistungsgesellschaft bei Reinigungs- und Verwaltungspersonal ab.

Am Klinikum Weiden soll im April eine neue Servicegesellschaft ihren Betrieb aufnehmen. Der Gewerkschaft ist dies suspekt.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Kritik lässt nicht lange auf sich warten, war aber auch vorhersehbar. "Unmöglich und sehr traurig", findet stellvertretende Verdi-Bezirkschefin Manuela Dietz die Pläne der Kliniken Nordoberpfalz AG, eine Dienstleistungsgesellschaft zu gründen. In der sollen Mitarbeiter außerhalb des Pflegebereichs beschäftigt werden, etwa die der Bettenzentrale.

"Gerade die Kollegen der unteren Entgeltgruppen sind nicht für das Defizit der Kliniken AG verantwortlich", moniert Dietz. Kliniken-Pressesprecher Michael Reindl relativiert dies. "Wir zahlen als einer von wenigen Betrieben noch Tarif." Es handle sich nicht um Ausgliederungen, sondern um die Gründung einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft, die zum 1. April ihren Betrieb aufnehmen soll. Es gebe keine Änderungskündigungen. Betroffen sind wohl vor allem Reinigungskräfte deren befristete Verträge auslaufen.

"An die Küche ist erst mal nicht gedacht", sagt Reindl. Am Anfang plane man vorerst nur mit zwei bis drei Personen, die neue Werkverträge bekommen. Dies betreffe zunächst nur Weiden, "es ist aber denkbar, dass dies auf die anderen Standorte ausgeweitet wird", erklärt Reindl. Am Anfang wolle sich die Kliniken AG damit einen kleineren bis mittleren fünfstelligen Betrag sparen.

Die Mitarbeiter der Servicegesellschaft würden eine Jahresleistung erhalten, ihre Wochenarbeitszeit erhöhe sich von 38,5 auf 39 Stunden. "Wir lehnen uns damit eng an Mantel- und Entgelttarifverträge zwischen Verdi und den Großkliniken in Bayern an."

Gewerkschafterin Dietz kann damit wenig anfangen. "Der Trend in der Branche ist die Rückkehr in den Tarif. Viele Häuser sind auf uns zugekommen, weil sie große Probleme haben, gutes Personal zu finden, ganz akut ist das zurzeit in Fürth." Darüber gebe es auch noch Gespräche mit dem Weidener Kliniken-Vorstand.

Ergebnis der Klausurtagung

Weiden in der Oberpfalz

Kommentare

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Stefan Kreuzeck

Die Leute die hier auslagern wollen sollten sich etwas schämen.
Es ist eh nicht in Ordnung dass Krankenhäuser nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werden sollen, aber dann will man auch noch an die ran gehen die eh schon wenig verdienen.
Wie können sich solche Entscheider noch im Spiegel betrachten und wir reden hier von einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung.
Ethisch und moralisch ist das alles höchst bedenklich.
Da kann man nur auch hier auf den Fachkräftemangel hoffen und dann braucht keiner jammern...

12.02.2019