22.05.2020 - 11:44 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vier Schüler aus Weiden berichten von der Home-School

Länger schlafen, vom Bett aus arbeiten, freie Zeiteinteilung: Auch Mittelschüler aus Weiden kennen die Vorteile des Home-Schooling genau. Vier von ihnen verraten in Aufsätzen aber auch, was ihnen gar nicht gefällt.

Kevin Denk (13), Schüler der Max-Reger-Mittelschule in Weiden, sitzt am Bildschirm in der Home-School.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Seit zehn Wochen sieht Sabine Kuran, Klassenlehrerin der M7 an der Max-Reger-Mittelschule in Weiden, ihre Schüler nur über einen Bildschirm. Mittlerweile sind sie ein eingespieltes Team. Doch aller Anfang war schwer, berichtet die Lehrerin. Schnell stießen einige Schüler zuhause an die Grenzen ihrer technischen Ausstattung: Viele hätten keinen Laptop oder Computer, konnten Dateien nicht herunterladen oder öffnen. Doch Not macht erfinderisch: Ganz analog versendet Sabine Kuran auch "Material-Pakete" an ihre Schützlinge.

Nach den Startschwierigkeiten entwickelten sich die virtuellen Konferenzen zu einer echten Stütze im Home-Schooling-Alltag: "Die Kinder freuen sich über das Wiedersehen am Bildschirm, oft strukturieren die Konferenzen den Vormittag und helfen bei der Verteilung von Gruppenarbeiten." Dabei kristallisierten sich auch die Vorteile des neuen Lernens heraus: Videos verlinken, Hörbeispiele teilen, Learning-Apps und interaktive Spiele nutzen. Welche Vor- und Nachteile der Home-School die Schüler der M7 sehen, haben sie nun in Aufsätzen festgehalten.

Leijla (13): "Ich hoffe, alles wird gut"

Leijla Lau, Schülerin der Max-Reger-Mittelschule in Weiden, findet es gut, dass sie dank der Online-Schule länger schlafen kann.

Für Leijla Lau liegen die Vorteile der Home-School auf der Hand: "Ich finde gut, dass ich länger ausschlafen kann. Mir gefällt auch, dass ich alles bequem vom Bett aus machen kann." Insgesamt habe sich ihr ganzer Schlafrhythmus verändert, erklärt die Schülerin: "Ich gehe spät schlafen und stehe früher auf." Oft mache sie ihre Aufgaben nachts. Auch die Freiheit neben dem Lernen zu essen, zu trinken oder Filme zu schauen, gefällt der 13-Jährigen. In der Schule gebe es oft viele Regeln, die das verbieten würden.

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Trotzdem ist die Schülerin zu Hause beim Lernen auf sich allein gestellt: "Zuhause gibt es nicht so wirklich jemanden, der mir etwas erklären würde." Es hängt also alles an ihr selbst. Oft müsse sie dann auch noch andere Aufgaben übernehmen und zum Beispiel mit dem Hund Gassi gehen. "Ich hoffe, alles wird gut", schreibt Leijla, die sich auch wieder auf die Schule freut, zum Abschluss ihres Aufsatzes.

Johannes (13): "Man gewöhnt sich dran"

Mittelschüler Johannes Koch findet Gefallen an der freien Zeiteinteilung und gewöhnt sich langsam an den etwas anderen Unterricht.

Auch der 13-jährige Johannes Koch findet Gefallen an der freien Zeiteinteilung beim Lernen zu Hause. "Aber es ist auch eine Herausforderung, alles selber machen zu müssen", gesteht der Mittelschüler in seinem Aufsatz. Außerdem fehlen ihm Kontakte, Ausflüge und ein Lehrer, der weiterhilft, wenn man ein Problem hat. Trotzdem findet er: "Man gewöhnt sich dran."

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Kevin (13): "Ich dachte, es wird eine coole Zeit"

Nicht mehr im überfüllten Bus mitzufahren, ist für Kevin Denk durch das Home-Schooling eine große Erleichterung. Sich seine Lernzeit selbst einzuteilen, ist für den 13-Jährigen Fluch und Segen zugleich. Während er zwar in seinem eigenen Tempo arbeiten könne, erfordere das eigenständige Lernen doch viel Selbstdisziplin.

Youtube-Videos von Mathelehrer Schmidt sind bei ihm zu einem festen Tagesordnungspunkt geworden, da die Lehrer aus der Schule nicht mal schnell zwischendrin helfen können. Außerdem schätzt Kevin die Ruhe daheim, den normalen Unterricht würden Mitschüler häufig stören. Doch Kevins Sicht auf die Home-School verändert sich: "Auch wenn ich am Anfang dachte, das wird eine coole Zeit, [...] macht sich doch nach dieser langen Zeit ein Gefühl der Langeweile breit."

Laura (13): "Man vermisst auch die Lehrer"

Laura Busse vermisst nicht nur Freunde und Ausflüge, sondern auch die Lehrer. Die aber wirklich nur ein bisschen.

Laura Busse schreibt in ihrem Aufsatz, dass sie sich zu Hause besser konzentrieren könne. "Die Mitschüler können nicht stören oder Quatsch machen." Auch Laura schläft in der Online-Schule gerne etwas länger. Trotzdem fällt es ihr manchmal schwer, sich zu konzentrieren und alleine zu lernen, da kein Lehrer da ist, der ermahnt, organisiert oder weiterhilft. "Manchmal versteht man nicht einmal, was man in den Fächern tun soll." Die 13-Jährige vermisst außerdem die schönen Ausflüge und ihre Schulfreunde. Laura gesteht: "Nach einiger Zeit fängt man auch an, die Lehrer ein bisschen zu vermissen." Wenn es nach Laura geht, könnte die Schule langsam wieder beginnen.

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