Weiden in der Oberpfalz
05.07.2021 - 13:34 Uhr

Wanderausstellung "Alles unter einem Hut" in Weiden

Die Wanderausstellung „Alles unter einen Hut“ beleuchtet den Lebenslauf und die wichtigsten Stationen einer Frau. Beschrieben wird, was sie in bestimmten Lebensabschnitten zu meistern hat. Ein großes Thema ist der Bereich Beruf.

Hier stecken unter den Hüten (von links) Barbara Nickl, Susanne Reinhardt und Bettina Hahn. Sie stellen das Programm vor. Bild: Kunz
Hier stecken unter den Hüten (von links) Barbara Nickl, Susanne Reinhardt und Bettina Hahn. Sie stellen das Programm vor.

Die Ausstellung „Alles unter einen Hut“ behandelt alle Lebenslagen von Frauen zwischen Schulzeit und Alter, machte Barbara Nickl von der Projektgruppe „Frauen können mehr“ an der Volkshochschule deutlich.

Sie stellte das Programm am Donnerstag gemeinsam mit Bettina Hahn vom Evangelischen Bildungswerk Oberpfalz und der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Susanne Reinhardt vor. Corona habe das Spannungsfeld verstärkt verdeutlicht, indem sich Frauen befänden. Insbesondere, weil vor allem systemrelevante, überwiegend von Frauen besetzte Berufe, wie die Pflege, aufrecht erhalten werden mussten. Ferner kümmerten sich vor allem Frauen um die Kinder.

Gefährliche Armutsfallen

Rein rechtlich hätten Frauen in Deutschland heute alle Möglichkeiten. Doch sie würden auch ein großes Risiko tragen, dass sie ihren Lebensunterhalt nicht erarbeiten und für Krankheit und Alter nicht vorsorgen könnten. Armutsfallen seien Scheidung oder Trennung mit Kindern sowie Arbeit in schlecht bezahlten „Frauenberufen“, Teilzeitstellen oder sogenannten Minijobs.

Die vom Frauennetzwerk Memmingen neu konzipierte Wanderausstellung war bereits im Jahr 2019 an vielen Orten in Deutschland zu sehen. Eigentlich sollte die Ausstellung im Juli 2020 auch nach Weiden kommen – Corona verhinderte dies. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben. Und so hat das Frauenforum Weiden-Neustadt die Ausstellung inklusive einem Begleitprogramm für Juli organisiert. Vom 12. bis 24. Juli thematisiert die Ausstellung die Vereinbarkeit von Frau und Familie, von Arbeit und Absicherung, die Chancen und Risiken junger Menschen mit Lebenslust und Kinderwunsch.

Frauen leisten viel – mit hohem Risiko

Gerade junge Menschen sollten sich bewusstmachen, dass Frauen häufiger in prekäre Lebenssituationen kommen könnten. Eigene Ansprüche und äußere Anforderungen unter einen Hut zu bringen, sei für viele Frauen schwierig. Sie wollten und sollten klug, fleißig, aktiv, verfügbar, gutaussehend und chillig sein.

Einhergehend mit einer guten Ausbildung, eigenem Einkommen, passendem Partner und guter Performance. Denn Männer arbeiteten überwiegend bezahlt und besser entlohnt. Frauen hingegen leisteten viel, würden aber das höhere Risiko tragen, was Stress, soziale Benachteiligung und Armut betreffe. Die Ausstellung im Untergeschoss des NOC Weiden wird von einem Rahmenprogramm begleitet.

Bildergalerie
Weiden in der Oberpfalz04.07.2021
Service:

Das läuft rund um die Ausstellung

  • 13. Juli (19 bis 20.30 Uhr): Online-Veranstaltung „Zukunft gestalten. Frauen in der digitalen Arbeitswelt“ mit Nina Golf vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt Nürnberg
  • 15. Juli (17 bis 19 Uhr): Diskussionsgespräch „Augen auf bei der Berufswahl“ mit Margot Salfetter von der Agentur für Arbeit
  • 17. Juli (10 bis 14 Uhr): Rotary-Club Max Reger verkauft Bürgerfest-Hüte im NOC
  • 19. Juli (19 bis 20.30 Uhr): Impulse zum Thema „Womens Empowerment“ mit Elisabeth Schärtl, Ahlam Bendadda-Erraji und Jennifer Reber vom Weiber Werk.
  • 20. Juli (19 bis 20.30 Uhr): Kreativer Schreib- und Poetry-Slam-Exkurs unter dem Motto „Meine Rollen als Frau“ mit Pauline Füg und Tobias Heyerl
  • 22. Juli (18 bis 19.15 Uhr): Stadtführung zum Thema „Bedeutende Frauen der Stadt Weiden“ mit Petra Vorsatz
 
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