Auf der Bühne ist sie eine imposante Erscheinung: Tante Frieda, die frisch rasiert in ihren grünen Gummistiefeln Leuten wie Knecht Ludwig den Kopf verdreht. Große Klappe, knapp am hohen C, und ausgestattet mit den Reizen einer Zartbitterschokolade hat sie schon eine gewisse Anziehungskraft auf Männer und Frauen. Aber wehe, wenn sie nicht geschminkt. „Dein Auftritt, Tante Frieda“ feierte am Samstagabend in der Waldgaststätte Strehl glanzvolle Premiere vor ausverkauftem Haus.
Eine Tante Frieda wird man nicht von heute auf morgen. Da gibt es schon eine Vorgeschichte. Martin Eder, Bauer und Maschinenbauingenieur, konzentriert sich hauptsächlich auf die Erfindung einer landwirtschaftlichen Maschine. Um seine Konstruktion auch finanzieren zu können, nimmt er nach dem Tod von Tante Frieda deren monatliche Zuweisungen von 6000 Euro ihres Bruders an. Ein gefährliches Spiel.
Damit die angebliche Unterschlagung nicht ans Tageslicht kommt, lassen sich seine Freunde so manches einfallen, um die Sache zu vertuschen. Ob der Plan auch funktioniert? Jedenfalls kommt es zu Turbulenzen.
Die Theatergruppe "Weidener Komödiens" hat für diese Saison wieder einen ausgelassen-fröhlichen Bauernschwank ausgewählt. Der vergnügliche und temporeiche Dreiakter von Fritz Wempner verspricht jede Menge Keilereien und Schlagfertigkeit. Ein Mordsspass. Das Premierenpublikum um Stadträtin Gabi Laurich kann ein Lied davon singen. Es gab kräftigen Applaus.
Den munteren Zeitvertreib hat einmal mehr Regisseurin Gitte Frank inszeniert, die auch die Rolle der drolligen Wirtschafterin Philomena übernommen hat. Beeindruckend ist die Doppelrolle von Michael Zielbauer, der sich frech und Grimassen schneidend langsam zum Protagonisten im Ensemble mausert. Doch noch muss er sich den Rang an der Spitze mit Hans Zielbauer teilen, der als Knecht Ludwig Böhm nicht weniger gut besetzt ist.
Der Widerspenstigen Zähmung. Es geht natürlich auch darum, Männerherzen zu knacken. Erfrischend Lisa Weismeier als Magd Anni dabei zuzusehen, wie sie sich Knecht Xaver angeln will. Mit ähnlich leichter Hand geht Marina Zielbauer als Fabrikantentochter ans Werk. Die Rollen sind allesamt gut besetzt. Sophie Biller als intrigante Bäuerin Sophie Hofbauer. David Eidam als durchtriebener Wirtschaftsspion Peter Kaufmann und Roland Benkner mit seinem Kurzeinsatz als Fabrikant Klement. Und besonders Simon Boll, der den taffen Bauer Martin Eder spielt.
Weitere Aufführungen gibt es am 3., 4., 9., 10., 16., 17., 23. und 24. November. Karten für die Vorstellungen, die jeweils um 20 Uhr beginnen – Ausnahme 4.11. um 17 Uhr – gibt es bei Service Gruhle Batterien in der Türlgasse 8. Öffnungszeiten: Mittwoch, Freitag und Samstag.














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