18.08.2021 - 17:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden mit höchster Inzidenz in Bayern

Infektionen in einer Gemeinschaftsunterkunft und Reiserückkehrer – die Inzidenz in Weiden steigt weiter. Am Mittwoch ist Weiden Spitzenreiter in ganz Bayern.

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von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Es ist derzeit keine Entspannung in Sicht. Seit Mittwoch gelten in Weiden bereits verschärfte Corona-Regeln und die 7-Tages-Inzidenz pro 100 000 Einwohner in Weiden steigt weiter.

Am Mittwoch meldet das Robert-Koch-Institut einen Wert von 86,6 für die Max-Reger-Stadt (Vortag: 79,6). Das ist gleichbedeutend mit dem 12. Platz bundesweit und dem höchsten Inzidenzwert in ganz Bayern. In der Oberpfalz liegt Weiden damit klar vor der Stadt Regensburg (43,1).

Noch am Montag teilte die Stadt auf Nachfrage mit, dass es sich um vier Familien handele. Betroffen sei unter anderem eine Asylbewerberunterkunft. Ein großer Teil der Infizierten wurde bereits zur Isolation in eine andere Einrichtung verlegt. Andere blieben in Isolation dort wohnen. Allerdings ist die Unterkunft nicht die einzige Quelle für die steigende Inzidenz.

Die Corona-Lage am 19. August

Die Pressestelle der Stadt bestätigt am Mittwoch erneut, dass es Fälle im Umfeld der Unterkunft gab, weist aber auch auf Reiserückkehrer hin: „Der Inzidenzwert beruht im Wesentlichen auf neuen positiven Laborergebnissen im Umfeld des bekannten Ausbruchs in der Gemeinschaftsunterkunft in Weiden. Hinzu kommen Infektionen in Familien aufgrund von Auslandsreisen.“ Außerdem gebe es vereinzelte weitere Fälle „ohne bekannte Infektionsquelle“, teilt die Stadt mit.

Seit Mittwoch gelten gemäß Infektionsschutzgesetz wieder strengere Kontaktbeschränkungen. Doch wie diffus ist das Infektionsgeschehen in Weiden wirklich? Sind Einschränkungen notwendig, wenn es Infektionen in einem begrenzten Gebiet oder Wohnblock gibt?

Der Stadt sind hier die Hände gebunden. „Die nun gegebenen Einschränkungen sind unmittelbare Folge der Bestimmungen in der 13. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Sie stellen keine seitens der Stadt verhängten Maßnahmen dar. Sie gelten unabhängig von der Lokalisierung des Infektionsgeschehens“, heißt es von der Pressestelle auf Nachfrage.

Ein weiteres Thema, das in Diskussionen immer wieder auftaucht, sind Impfdurchbrecher. Das sind Personen, bei denen trotz abgeschlossener Impfserie mittels eines PCR-Test oder Erregerisolierung eine Infektion mit Corona nachgewiesen wird.

Auf Nachfrage teilt das Gesundheitsamt Weiden-Neustadt mit, dass das im Zeitraum zwischen dem 1. Juni und 18. August auf insgesamt 15 von 190 Infizierten zutrifft.

„Unsere Zahlen lassen erkennen, dass der größte Teil der Covid-19-Fälle nicht geimpft war. Auf Ebene des RKI kann mit einer speziellen wissenschaftlichen Methode aus dem Vergleich des Anteils vollständig Geimpfter unter Covid-19-Fällen mit dem Anteil vollständig Geimpfter in der Bevölkerung grob die Wirksamkeit der Impfung abgeschätzt werden. Die Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass die Impfung eine hohe Wirksamkeit besitzt“, erklärt Dr. Thomas Holtmeier, Leiter des Gesundheitsamtes.

Ein hundertprozentiger Schutz vor Covid sei mit einer Impfung nicht gegeben, so dass individuelle Verhaltensmaßnahmen wie Abstand, Masken, Händehygiene und Lüften auch weiterhin ihre Berechtigung hätten. „Allerdings haben die zurückliegenden Infektionswellen sehr deutlich gemacht, dass der Schutzeffekt dieser Maßnahmen limitiert ist. Somit stellt die Impfung eine wesentliche weitere Säule bei der Bekämpfung von Covid und für den individuellen Schutz dar“, sagt Holtmeier.

Die tagesaktuellen Zahlen vom 18. August:

  • Stadt Weiden: 37 Fälle in 7 Tagen, Inzidenz 86,6, Erkrankte gesamt 2752 (+6), Tote 98 (unverändert)
  • Landkreis Neustadt/WN: 28 Fälle in 7 Tagen, Inzidenz 29,6, Erkrankte gesamt 5324 (+11), 188 Tote (unverändert).

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