05.04.2021 - 12:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden: Kollegen testen Kollegen auf Corona

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Bereits im Dezember hat Constantia in Pirk die ersten Corona-Schnelltests für Mitarbeiter gemacht. Bei einem anderen Unternehmen in der Region sind sogar schon Mitarbeiter geimpft, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.

Frimat-Geschäftsführer Johann Frey beim Schnelltest.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Ohne erhöhte Vorsichts- und besondere Schutzmaßnahmen geht es in dem Job nicht. "Wir warten und reparieren die Lüftungen in Operationssälen", sagt Johann Frey. "Menschlich gesehen ist es leichter, Leute, die schon geimpft sind, dahin zu schicken, wo ein erhöhtes Ansteckungsrisiko herrscht", betont der Geschäftsführer der Firma Frimat in Weiden. Aufgrund ihrer sogenannten krankenhausnahen Tätigkeit seien drei seiner Mitarbeiter in die Priorität eins eingestuft und bereits geimpft worden. Die Firma mit 30 bis 40 Beschäftigten, davon etwa 15 im Außendienst bei Kunden, habe darauf keinen Einfluss gehabt.

Constantia hat Schutz der Mitarbeiter seit Beginn der Pandemie im Blick

Pirkmühle

Seit Montag der Karwoche laufen im Betrieb am Brandweiher alle zwei bis drei Tage die freiwilligen Schnelltests. "Verpflichten darf ich niemanden, aber ich sehe es gerne, wenn die Mitarbeiter das Angebot wahrnehmen." Bis jetzt habe jeder die Chance genutzt. Zwei Kollegen, beide sind auch Ersthelfer, haben sich vom Arzt für die Tests schulen lassen.

"Es kitzelt ein bisserl in der Nase", beschreibt der Geschäftsführer das Gefühl bei der Testabnahme mit dem Wattestäbchen. "Wichtig ist das Vertrauen in den, der das durchführt." Das Stäbchen kommt in ein Röhrchen mit Flüssigkeit, dann erscheinen ein oder zwei Balken, je nachdem ob der Abstrich positiv oder negativ war.

Auch sonst habe man sich bei Frimat schon vor über einem Jahr, als es mit Corona losging, über die Vorschriften hinaus um die Gesundheit der Mitarbeiter bemüht. Im Bürogebäude gebe es Luftfilter. "Wir stellen medizinische und FFP-2-Masken zur Verfügung." Desinfektionsstationen seien schon lange installiert. Frey: "Die haben wir bei der Schweinegrippe angeschafft." Beim Homeoffice beobachtet er zwar Kommunikationsverluste, aber die Mitarbeiter, die man auslagern konnte, habe man ausgelagert. "Je besser sich alle an die Vorschriften halten, desto schneller ist die Sache vorbei."

Friedmann: Negative Tests wichtig

Bei der benachbarten Carl Friedmann GmbH weiß Einkaufsleiter Markus Peetz noch nichts, dass Mitarbeiter bereits geimpft wären. Im Lüftungsbau sind etwa 20 bis 25 Mitarbeiter primär in 200 bis 250 Kilometer Umkreis unterwegs. Negative Tests seien hier wichtig. Dafür nutze man die öffentlichen Teststationen beispielweise bei Synlab. Bei den rund 25 Büroarbeitsplätzen sollen Masken, Luftreiniger, Abstandsregeln bei Besprechungen, Trennwände, soweit möglich Einzelarbeitsplätze und Homeoffice für Sicherheit vor Ansteckung sorgen. "Die ganze Palette eben", beschreibt Peetz die Situation. Auf den Baustellen seien die Mitarbeiter mit ausreichend Masken ausgestattet, in den Containern gebe es Desinfektionsspender.

Bei Constantia in Pirk ist seit Ausbruch der Pandemie im März vergangenen Jahres ein Krisenteam für die Koordinierung der Schutzmaßnahmen zuständig. Zu Beginn sehr intensiv, während der Entspannungsphase seltener und jetzt sogar zweimal in der Woche überlegen Geschäftsführung, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Qualität sowie Bereichsleiter und Betriebsrat per Videokonferenz mögliche Schritte. Geschäftsführer Manfred Träger spricht von einem "effektiven Instrument für schnelle Entscheidungen und schnelle Umsetzungen". Betriebsratsvorsitzender Josef Bock: "Ein positives Beispiel, wie man miteinander bestmögliche Aktionen startet mit einem gemeinsamen Ziel."

Bei Schnelltests ganz schnell

"Für uns ist es wichtig, dass die Mitarbeiter, die in die Firma rein gehen, auch gesund wieder nach draußen kommen und sich das Virus nicht ausbreitet", gibt Träger die Richtung vor. Er verweist auf das Beispiel der von Mitarbeitern selbstgenähten Masken zu einer Zeit, als von einer Tragepflicht kaum die Rede war. "Auch bei den Schnelltests waren wir sofort mit dabei."

Josef Bock und Sandra Hösl sind beide beim BRK ehrenamtlich aktiv. Vom Betriebsarzt wurden sie in der Handhabung der Tests geschult. Bereits seit Dezember haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, sich bei Constantia freiwillig und anonym testen zu lassen. Nur bei einem positiven Ergebnis gibt es eine Verpflichtung. Bock: "Das muss man dem Gesundheitsamt melden." Er schätzt die Zahl der Tests in der Woche im Durchschnitt auf 20 bis 25 pro Woche. Träger: "Die Leute machen gut mit."

"Auch von Fremdfirmen, die zur Wartung oder aus anderen Gründen kommen, erwarten wir, dass die Leute einen aktuellen Coronatest dabei haben", betont der Geschäftsführer. Wenn das nicht möglich sei, werden sie von Bock oder Hösl empfangen. "Wir würden leidenschaftlich gerne über den Betriebsarzt die Belegschaft impfen", sagt Betriebsratsvorsitzender Bock zum nächsten Schritt.

Auch die Firma Nachtmann hat sich laut Mitteilung entschieden, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit für einen Schnelltest zu geben.

Sowohl im Werk Neustadt, als auch im Werk Weiden haben die Malteser in der vergangenen Woche begonnen, die Mitarbeiter zu testen. Natürlich derzeit noch auf freiwilliger Basis, wobei die Resonanz bei den Beschäftigten recht groß war.

Auch bei Friedmann gibt es Schnelltests.

Es kitzelt ein bisserl in der Nase.

Johann Frey zur Abnahme des Corona-Schnelltests

Johann Frey zur Abnahme des Corona-Schnelltests

Für uns ist es wichtig, dass die Mitarbeiter, die in die Firma rein gehen, auch gesund wieder nach draußen kommen und sich das Virus nicht ausbreitet.

Manfred Träger

Hintergrund:

Luft- und Verpackungsexperten

  • Frimat GmbH: Mess-, Steuer und Regelungstechnik für Kliniken, OP-Säle und Forschungseinrichtung sowie Reinraumtechnik für S-3-Labore für Impfstoffe.
  • Carl Friedmann GmbH & Co KG: Reinraum- und Raumlufttechnik, Laboranlagen.
  • Constantia Pirk: Flexible Verpackungen wie Joghurtdeckel und Folien für Chips, Tierfutter und Schokohasen bis hin zu Blisterpackungen für Tabletten.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.