21.09.2021 - 15:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Ehrenbürgerin als feste Größe in Laschets "Zukunftsteam"

Sogar als Oberbürgermeisterkandidatin in Weiden war sie schon im Gespräch. Nun gehört Barbara Klepsch (CDU) Armin Laschets Zukunftsteam zur Bundestagswahl 2021 an.

Vereint im "Zukunftsteam": CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet stellt Barbara Klepsch als Mitglied des achtköpfigen Unionstruppe vor.
von Philipp FranzProfil

In Weiden ist sie seit 2015 Ehrenbürgerin, von 2001 bis 2014 war Barbara Klepsch Oberbürgermeisterin der Weidener Partnerstadt Annaberg-Buchholz. Daraufhin folgte eine steile Politikerkarriere, die nun in der Nominierung in Armin Laschets achtköpfigem Wahlkampfteam ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden hat. Das könnte bedeuten, dass die Weidener Ehrenbürgerin Bundesministerin werden könnte, falls die Union den Umfragetrend noch drehen kann.

„Frau Barbara Klepsch pflegt bis heute enge und freundschaftliche Beziehungen nach Weiden in der Oberpfalz. Darunter fallen beispielsweise der ehemalige Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (SPD), der verstorbene Hans Schröpf (CSU) sowie Weidens aktueller Oberbürgermeister Jens Meyer (SPD)“, lässt das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus auf Anfrage von Oberpfalz-Medien verlauten. Weidens Altoberbürgermeister Seggewiß bestätigt den regen Austausch mit der 56-Jährigen: „Man freut sich immer, wenn man sich bei Pflichtveranstaltungen sieht. Ansonsten schreiben wir regelmäßig.“

Wiedersehen zum Tag der Einheit

Am 2. und 3. Oktober 2021 sehen sich beide wieder: „Zum Tag der Deutschen Einheit treffen wir uns abwechselnd in Weiden und in Annaberg-Buchholz. Dieses Mal ist Annaberg an der Reihe“, erzählt der Weidener Altoberbürgermeister. Er betont, dass die Treffen mit der ehemaligen Oberbürgermeisterin immer sehr herzlich ablaufen: „Man sieht an den Augen, dass man sich mag und sich besonders freut, den jeweils Anderen zu sehen.“ Doch nicht nur der Tag der Deutschen Einheit steht fest verankert in der Agenda der Staatsministerin. Auch der Besuch des Weidener Bürgerfestes am letzten Wochenende im Juni war für die Ehrenbürgerin vor Corona immer ein Höhepunkt.

Klepsch und Seggewiß intensivierten in ihren OB-Amtszeiten die Städtepartnerschaft zwischen Weiden und Annaberg-Buchholz. Über die Jahre hinweg haben sich viele Ereignisse und Anekdoten in die Köpfe eingebrannt. „Wir haben immer über die Eigenarten des oberpfälzischen und des sächsischen Dialekts gefrotzelt“, erzählt der ehemalige Oberbürgermeister. „Nachdem wir erst herzlich darüber gelacht haben, stellten wir am Ende fest, dass wir uns verstehen und keinen Dolmetscher benötigen.“ Die Anekdoten zur langjährigen Freundschaft überragt laut Seggewiß politisch gesehen aber vor allem eines: „Die Gewissheit, dass die Partnerschaft steht.“ Und er fügt hinzu: „Barbara Klepsch hat mich auch mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Annaberg-Buchholz bekannt gemacht. Für die Weidener ist Annaberg-Buchholz ein kleines Stück Heimat.“

Apropos: Im Jahr vor den Kommunalwahlen 2020 gab es sogar die Idee, Barbara Klepsch (CDU) als gemeinsame OB-Kandidatin von CSU und Bürgerliste ins Rennen gegen Jens Meyer (SPD) zu schicken. Klepsch setzte lieber ganz darauf, ihre Arbeit als Staatsministerin in Sachsen fortzusetzen.

Künftige Bundesministerin?

Wie kommt Barbara Klepsch nun in das achtköpfige „Zukunftsteam“ von Armin Laschet? „Armin Laschet hat Frau Klepsch selbst angerufen und sie gefragt, ob sie Teil des Zukunftsteams sein will“, verkündet ihr Pressesprecher aus dem Sächsischen Staatsministerium. Obwohl die Anfrage hinsichtlich ihrer Nominierung ins besagte Team ziemlich kurzfristig zustande kam, sei die Ministerin positiv überrascht gewesen und habe akzeptiert. Natürlich blieb Klepschs Erfolg auch in Weiden nicht unbemerkt, zahlreiche Glückwünsche aus der Partnerstadt waren die Folge.

Eine zukunftsweisende Frage steht nun im Raum: Wird Barbara Klepsch den nächsten Besuch in der Max-Reger-Stadt vielleicht sogar als Bundesministerin antreten? Im Team von Armin Laschet steht sie für die Bereiche „Soziales und gleichwertige Lebensverhältnisse“. Welche Aufgaben hat sie dabei ferner? „Sie unterstützt derzeit viele Direktkandidaten der CDU in Sachsen bei Terminen vor Ort. Darüber hinaus ist sie bei verschiedenen zentralen Wahlkampfveranstaltungen, spricht mit Pressevertretern und gibt Interviews“, klärt die Pressestelle des Sächsischen Staatsministeriums auf.

Klepschs politische Vorarbeiten als Landesministerin und ihre Amtszeit als sächsische Sozial- und Gesundheitsministerin sowie die gemeinsame Leitung des Bundesfachausschusses für Soziale Absicherung und Arbeitswelt mit einem Bundestagsabgeordneten aus Baden-Württemberg ließen Armin Laschet auf die Sächsin aufmerksam werden. Kommt hinzu, dass viele Ergebnisse des von Klepsch geleiteten Bundesfachausschusses Teil des Grundsatzprogrammes sowie des aktuellen Wahlprogramms der Union wurden. Für die sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus sprechen zudem ihre Erfahrungen in der Landes- und Kommunalpolitik.

Gespräch als wichtigstes Gut

Im Vordergrund steht für die Staatsministerin der Kontakt mit den Menschen, wie sie betont. Besonders während der Corona-Pandemie und hinsichtlich der Lockdowns und zahlreichen Restriktionen suchte Klepsch das Gespräch – wenn auch nur virtuell – mit Gastronomen, Touristikern, Veranstaltern, Künstlern, Gästeführern und anderen.

Kann die Union im Wahlkampf-Endspurt noch Boden gut machen? Barbara Klepsch meint, das Rennen um den ersten Platz bleibe bis zum Wahltag spannend. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass am Ende die CDU/CSU vorne liegt und die Union den nächsten Kanzler stellt. Für sie heißt es jetzt, die letzten Tage bis zur Wahl zu nutzen, um weitere Wähler zu gewinnen.

Und was sagt Altoberbürgermeister Seggewiß dazu? „Ich drücke eher Olaf Scholz die Daumen!“ Weiter betont er: „In der Landespolitik zählen die Farben, da herrscht der Kampf um die Stimmen, und ich bin Sozialdemokrat. Ansonsten sind wir sehr gut befreundet.“ Der ehemalige Weidener Oberbürgermeister muss aber trotzdem gestehen: „Ich habe Barbara im Fernsehen gesehen, und sie schlägt sich sehr gut.“

Auf der Ebene der Kommunalpolitiker pflegen Klepsch und Seggewiß eigentlich folgende Devise: „Die Farben zählen nicht, vielmehr versucht man, gemeinsam Lösungen zu finden.“ Beim Treffen am Tag der Deutschen Einheit in Annaberg-Buchholz begegnen sich beide auf jeden Fall wieder als Freunde. Und wer weiß, vielleicht ist die Weidener Ehrenbürgerin dann auch bald Bundesministerin.

Armin Laschet stellt sein "Zukunftsteam" vor

Deutschland & Welt

Barbara Klepsch sollte in Weiden als Oberbürgermeisterin kandidieren

Weiden in der Oberpfalz
Weidens Ehrenbürgerin Barbara Klepsch (Mitte) mit Altoberbürgermeister Kurt Seggewiß (links) und dem aktuellen Weidener Oberbürgermeister Jens Meyer (rechts) in der Max-Reger-Halle.
Zwei, die sich verstehen: Altoberbürgermeister Kurt Seggewiß und Barbara Klepsch im Jahr 2015, als sie Ehrenbürgerin Weidens wird.
Hintergrund:

Zur Person: Barbara Klepsch

  • Geboren am 23. Juli 1965 in Annaberg-Buchholz
  • Gelernte Verwaltungs-Betriebswirtin (VWA)
  • 1988-1993: Leiterin für Finanzen im Kreiskrankenhaus Annaberg
  • 1993-2001: Kämmerin der Stadt Annaberg-Buchholz
  • 2001-2014: Oberbürgermeisterin von Annaberg-Buchholz
  • Seit November 2013: stellvertretende Vorsitzende der CDU Sachsen
  • 2014-2019: Sächsische Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz
  • Seit 2015: Ehrenbürgerin der Stadt Weiden
  • Seit Dezember 2019: Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus
  • September 2021: Berufung in Armin Laschets achtköpfiges Zukunftsteam

"Für die Weidener ist Annaberg-Buchholz ein kleines Stück Heimat."

Altoberbürgermeister Kurt Seggewiß über die Städtepartnerschaft zwischen Weiden und Annaberg-Buchholz.

 

 

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