25.08.2020 - 13:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Fotograf Peter Klein postet Bilder gegen Coronafrust

Maskenpflicht, Infektionszahlen, Lockdown: Die Coronakrise bescherte den Menschen viele schwer verdauliche Nachrichten und Veränderungen. Der Weidener Fotograf Peter Klein setzt dem seit fünf Monaten täglich schöne Bilder entgegen.

von Sonja Kaute Kontakt Profil

Seit dem ersten Tag des Lockdowns setzt Peter Klein aus Weiden täglich mindestens ein Zeichen gegen Coronafrust. Auf seinem Facebook- und Instagram-Profil und inzwischen auch in seinem Whatsapp-Status postet der 63-jährige Fotograf jeden Tag ein Guten-Morgen-Bild. An manchen Tagen kommt am Abend ein weiteres hinzu. Seine Fotos zeigen Landschaften, Gebäude, Tiere, Reiseerinnerungen und Oberpfälzer Motive. Dazu schreibt Klein jeden Tag einen Spruch oder was ihm gerade so durch den Kopf geht. Die Idee dazu kam ihm nach einem Aufenthalt im Zugspitzgebiet.

"Das war am ersten Tag des Lockdowns. Unser Hotel wurde storniert, also reisten wir zurück nach Weiden. Bei der Bearbeitung meiner Bilder habe ich ein schönes Motiv der Reise entdeckt und gepostet." Schnell seien die ersten Reaktionen gekommen. Seine Facebook-Freunde freuten sich, statt schlechter Nachrichten zur Pandemie beim Öffnen der Plattform ein schönes Bild zu sehen. Dadurch angespornt machte Peter Klein weiter.

"Bleibt oder werdet g'sund"

Manchmal bezieht er sich in seinen Motiven auf aktuelle Feiertage oder Themen. Oft stöbert er in seinem Archiv und postet das, was ihm dabei besonders ins Auge fällt. Da ist zum Beispiel St. Felix in Neustadt hinter einer Sonnenblume zu sehen, eine Dampflokomotive am Bahnübergang, der Murnauer See im Sonnenuntergang, ein Kirchturm, auf den Klein ein Lächeln gemalt hat. "Das Lächeln ist ein Fenster, durch das man sieht, ob das Herz zu Hause ist", hat er dazu geschrieben. Zu einem Foto mit friedlichem Blick aufs Meer vor Sylt schrieb er: "Hebe den Blick und du siehst keine Grenzen."

Was er immer zum Foto schreibt: "Bleibt oder werdet g'sund und vergesst ned, zu leben." Das hat durchaus einen ernsten Hintergrund, erklärt Klein. "Eine sehr gute Freundin ist seit Ende April im Krankenhaus." Eine andere Freundin hat aus seinen Blumenbildern einen Kalender angefertigt. Ist er mit seinem Guten-Morgen-Foto spät dran, fällt das offenbar sofort auf. "Ich habe mal einen Anruf bekommen, ob ich krank wäre, weil ich noch kein Foto gepostet hatte. Dabei hatte ich nur länger geschlafen. Die Leute freuen sich einfach morgens auf die Bilder."

"Will etwas zurückgeben"

Der Fotograf gibt an, mit der Aktion keine Eigenwerbung betreiben zu wollen, sondern nur aus Spaß an der Sache und wegen der positiven Rückmeldungen zu posten. Der gebürtige Oberfranke lebt seit zwölf Jahren in Weiden. "Weiden hat mir gut getan und viel gegeben, und ich möchte auch mal etwas zurückgeben", sagt er. "Ich habe mir vorgenommen, bis zum 18. September durchzuhalten. Dann habe ich ein halbes Jahr lang jeden Tag ein oder zwei Bilder gepostet." Ob es anschließend weitergeht, weiß er noch nicht: "Danach werde ich weiterschauen."

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