16.07.2021 - 12:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Ostmarkkaserne: Sanitätsversorgungszentrum Ende des Jahres bezugsfertig

Nicht nur Weidener Soldaten werden ab Ende des Jahres an der Ostmarkkaserne optimal medizinisch versorgt. Auch für die Region ist das neue Sanitätsversorgungszentrum von Bedeutung. Doch es stehen in der Kaserne noch mehr Baumaßnahmen an.

von Helmut KunzProfil

„Die Entscheidung, dass Weiden erhalten bleibt, hat sich gelohnt“, unterstrich Kasernenkommandant Daniel Braun am Dienstagvormittag in der Ostmarkkaserne. „Die Kaserne hat unverändert Potential und die Anbindung an die Ausbildungsvorrichtung ist auch hervorragend“, sagte der Oberstleutnant.

Im Mittelpunkt beim Vor-Ort-Termin stand der fertig gestellte Neubau des Sanitätsversorgungszentrums auf dem ehemaligen Gelände des Camp Pitman. Der Neubau soll Ende 2021 bezogen werden. Die Idee von einem möglichen sofortigen Teilbezug der Dentalabteilung sei verworfen worden. „Das hätte die Baumaßnahme behindert“, betonte Dr. Harald Fischer, Leiter der regionalen Sanität mit Sitz in Kümmersbruck. Der Mediziner zeichnet verantwortlich für alle Behandlungseinrichtungen in der Oberpfalz und Niederbayern.

Human- und Zahnmedizin

„Wir haben hier zwei Abteilungen“, erklärte Gerd Demleitner vom Staatlichen Hochbauamt. Von der Stettiner Straße aus gesehen: links die Humanmedizin, rechts die Zahnmedizin. Ein Teilbezug gehe mit folgender Problematik einher, sagte er: „Wenn ich nur eine Seite belege, muss ich trotzdem die gesamte Installationsleitung in Betrieb nehmen. Auch die Wasserleitungen müssten täglich betätigt werden. Ansonsten verkeimt das. In der Praxis funktioniert das normalerweise nicht. Habe ich aber plötzlich eine Verkeimung in den Leitungen, müsste ich vorwerfen, warum ich nicht besser noch drei Monate gewartet hätte."

„Die besserer Lösung wäre, das komplette Gebäude in einem Zug in Betrieb zu nehmen“, so Demleitner, der mit seiner Projektleiterin Anja Kaser vor Ort war. Deshalb hatte auch Fischer vorgeschlagen, das bestehende Sanitätsgebäude aus den 70-er Jahren, das anschließend abgerissen werden solle, noch einige Monate lang zu nutzen.

Die Behandlungsstrategie im neuen Gebäude sei auf dem neuesten Stand. Die Räume seien barrierefrei und viel besser zugeschnitten auf die jeweiligen Behandlungsmöglichkeiten. „Künftig ist alles ebenerdig. Bisher waren die Behandlungsräume über zwei Stockwerke verteilt.“ Fischer sprach von deutlichen Vorteilen.

Versorgung von über 1600 Soldaten

Beschäftigt seien am Weidener Standort vier Humanmediziner und zwei Zahnärzte. „Insgesamt arbeiten hier später einschließlich der Arzthelfer und Verwaltungskräfte 25 Personen.“ Eine Klinik sei das nicht. „Das würde bedeuten, dass wir hier auch Betten hätten, das haben wir aber nicht.“

Das nächste Bundeswehrkrankenhaus befinde sich in Ulm. Das Sanitätsversorgungszentrum versorge nicht nur die 1270 Soldaten am Standort Weiden. Darüber hinaus auch den Standort Hof mit weiteren 350 Soldaten – für akute Fälle haben sie dort einen eigenen Arzt – und 25 Soldaten, die in Grafenwöhr stationiert seien.

Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht informierte sich mit Stephan Gollwitzer von der Weidener CSU auch über den Neubau des Lagergebäudes und die nahezu abgeschlossene Sanierung und den Umbau der Wärmeerzeugungsanlage auf regenerative Energie. „In den folgenden Jahren stehen noch einige Vorhaben zur Realisierung an“, berichtete Kasernenkommandant Braun.

Wie zum Beispiel die Schaffung von E-Ladesäulen, um dem Anteil an E-Fahrzeugen im Fuhrpark der Bundeswehr Rechnung zu tragen. Außerdem mehrere Rückbauten alter Gebäude sowie die Einrichtung einer Kinderbetreuungsstätte für Angehörige der Bundeswehr. Nicht zu vergessen, die Sammelstandortschießanlage am Brandweiher, die seit 2020 saniert und in Kürze wieder vollständig zur Verfügung stehen werde.

„Leider gibt es wie auch im zivilen Bereich derzeit pandemiebedingte Verzögerungen“, erläuterte Oberstleutnant Stefan Zadlo. Durch die Verschiebung der Abbrucharbeiten am bestehenden Sanitätsgebäude, könnten weitere geplante Baumaßnahmen an dieser Stelle nicht wie geplant begonnen werden. Rupprecht bot seine Hilfe an. Auch auf direktem Weg.

Mehrere Soldaten sind derweil noch bis September beim UN-Einsatz in Mali

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