14.06.2021 - 10:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Vereine beklagen finanzielle und sportliche Verluste durch Corona

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Die Weidener Vereine stehen in den Startlöchern. Die Pandemie ist aber nicht spurlos an ihnen vorübergegangen. Wie steht es wirklich um sie? Wir haben nachgefragt.

Seit fast einem Dreivierteljahr haben sich die "Zaunkönige" nicht mehr getroffen. Nun durften sie Zaunlatten bemalen und ihr im vergangenen Jahr begonnenes Tipi weiterbauen.
von Autor hczProfil

Langsam geht es wieder los. Die Weidener Vereine haben sehnsüchtig auf das Ende der Pandemie-Beschränkungen gewartet. Für viele war es eine harte Bewährungsprobe. Doch die meisten Mitglieder sind treu geblieben.

Erster Schützenmeister Alois Lukas von „Adler Mitterhöll“ beklagt, dass seit Oktober nicht geschossen werden konnte. Jetzt können die Mitglieder zwar wieder trainieren, jedoch nicht nur wegen des Trainingsrückstands gibt es Schwierigkeiten. Mannschaften können nicht mehr besetzt werden. Die Zukunft der Bezirksoberliga und der Gau-Oberliga, in der Luftgewehr- und Luftpistolenmannschaften waren, ist fraglich. Ein Königsschießen und die traditionelle große Feier danach stehen in den Sternen.

Kaum Einnahmen, trotzdem Ausgaben

Auch finanziell war die „Zwangspause“ ein Verlust für den Verein, berichtet Lukas. Der Stadtrat erzählt, dass man keine Einnahmen aus der Bewirtschaftung im vereinseigenen Schützenheim hatte. Geheizt und instand gehalten werden musste es aber trotzdem.

Nun wird wieder trainiert. Ohne Mundschutz, aber mit Hände-Desinfektion. Gewehre, Pistolen und Schießstände müssen nach jeder Benutzung desinfiziert werden. Abstand wird dadurch sichergestellt, dass jeder zweite Stand frei bleibt. Und: Jeder Schütze muss sich in Listen eintragen. Die Aktiven – knapp 200 – sind begeistert, dass sie endlich wieder trainieren können. „Schützen wollen halt gern schießen“, sagt ein Mitglied. Gespräche nach dem Training, Zusammenkünfte und ein gemeinsamer Schafkopf fehlten aber auch.

Keinen Mitgliederschwund zu beklagen hat auch Marianne Richter, die Schützenmeisterin der „Tell-Schützen“. Die erste Aktivität bei der kleinsten Schützengilde Weidens, die ein kleines Schützenheim bei der Waldgaststätte Strehl hat, wird eine – längst fällige – Jahreshauptversammlung sein. Geschossen wurde seit dem Frühjahr 2020 nur ein einziges Mal im Herbst.

Ausflüge geplant

Beim „7er und Kameradschaftsbund“ ist Vorsitzender Peter Ertl gerade dabei, die Vereinsausflüge, Veranstaltungen und Treffen zu planen, die bald stattfinden sollen. „Ein Jahr völliger Stillstand hat dem 260 Mitglieder starken Verein zwar geschadet, aber die Mitglieder sind treu geblieben.

Eine Fahrt zu den Feengrotten in Saalfeld ist für August vorgesehen. Für die „Nordoberpfälzer Musikfreunde“, wo er als Schatzmeister fungiert, plant Ertl einen Ausflug zur Brauerei nach Wernesgrün, mit Fahrt mit einer kleinen Museumsbahn zum Bürstenmuseum in Stützengrün.

Schießwart Bernhard Kellner von der „7er-Schützengruppe“ weiß, wie sehr seine Schützen vom Lockdown getroffen wurden. Kein Training seit März 2020. Letztes Jahr kein Landesschießen. Und auch heuer wird es voraussichtlich keinen Vereins-, Kreis- und Landeswettbewerb geben. Wenigstens finden die wöchentlichen Trainingsabende (donnerstags von 18 bis 19 Uhr und von 19 bis 20 Uhr im Schützenheim „Alpenrose“) wieder statt. Hygienekonzept und vorherige Anmeldung sind selbstverständlich.

Flaute für Kinder

Am heftigsten wurden die Kinder getroffen. Nach Januar und Februar vergangenen Jahres konnte sich die Kindergruppe "Zaunkönige" des Obst- und Gartenbauvereins nur noch im September und Oktober je ein Mal treffen, berichtet Leiterin Margareta Czichon. Von den 27 Kindern sind 10 wegen der fehlenden Aktivitäten ausgetreten, aber 8 haben sich neu angemeldet. Jetzt geht es wieder los im Vereins-, Schau- und Lehrgarten in der Merklmooslohe. Das im vergangenen Jahr begonnene Tipi, das „Wigwam der Zaunkönige“, wird fertig gestellt. Dann geht es weiter mit Stockbrot am Lagerfeuer, Vogelscheuen-, Sonnenuhr- und Kompass- Basteln und vielen anderen naturnahen Aktivitäten.

Da der Obst- und Gartenbauverein wegen der hohen Hygieneauflagen heuer einen „Tag der offenen Gartentür“ scheut, kann man das Geschaffene der Kindergruppe „Zaunkönige“ und den in wunderbarer Blütenpracht stehenden Garten nur nach telefonischer Anmeldung bei Renate Flauger (0961/34699, bis zu zehn Personen) bewundern.

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