09.06.2021 - 13:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Giftige Wildpflanzen: Weidenerin gibt Tipps im Frühstücksfernsehen

Würzmittel im Salat oder giftiges Kraut, Kochbuchautorin und Apothekerin Waltraud Witteler weiß um die Wirkung von Wildkräutern. Ihr Expertenwissen ist am 17. Juni im ARD-Frühstücksfernsehen gefragt. Dann geht es nicht nur um Bärlauch.

Der essbare Bärlauch (links) und das giftige Maiglöckchen (rechts) sollten nicht verwechselt werden. Aufgrund ähnlicher Blattstrukturen kommt es immer wieder zu Verwechslungen.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Seit den 90er Jahren ist Bärlauch in aller Munde, beliebt im Salat oder als Pesto. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist sein knoblauchartiger Geruch. Der Ähnlichkeit zu Maiglöckchen und auch Herbstzeitlosen ist es geschuldet, dass es jedes Jahr aufs Neue beim Kräutersammeln im Wald zu tödlichen Verwechslungen kommt. Waltraud Witteler kennt die Gefahren.

Als Expertin gefragt

„Sehr viele Wildpflanzen kann man essen, aber es gibt eben die berühmten Ausnahmen.“ Genau dazu wurde die 75-Jährige vom ARD-Frühstücksfernsehen angefragt. Am 17. Juni gibt sie in der Sendung „live nach neun“ um 9.05 Uhr den Zuschauern Tipps zum Sammeln und zur Verwendung von Wildkräutern.

Als die Verantwortlichen vom WDR bei ihr anklopften, habe sie gleich zugesagt. „Kräuter, das ist meine Kernkompetenz. Piksen Sie mich an und ich kann stundenlang erzählen“, sagt die Weidenerin, die schon in der „Küchenschlacht“ überzeugte und mehrere Kochbücher veröffentlicht hat.

Das Wissen um Wildpflanzen sei ihr ein großes Anliegen. „Es ist so schade, dass viel Wissen über die Jahre verloren gegangen ist. Vor allem auch bei der Landbevölkerung.“ Aktuell sei das Sammeln von Wildkräutern wieder in Mode, aber es setze Kenntnis voraus, was man sich da über den Salat streut, warnt sie. „Viele Pflanzen haben Heilwirkungen, wurden früher in Klostergärten angebaut und sollten nur dosiert eingesetzt werden.“ Wissen von damals verändere sich auch über die Jahrzehnte. So sei der Verzehr mancher Blüten und Blätter vielleicht akut nicht giftig, könne bei längerer Einnahme allerdings eine „große Gefahr“ darstellen. Witteler nennt als Beispiel die Wasserpflanze Beinwell, dessen Lanzettenblätter schon Fernsehköche für Rouladen oder als Gemüse verwendet hätten. „Die giftigen Inhaltsstoffe kann aber die Leber nicht abbauen“, sagt Witteler. Auch der geläufigere Borretsch sei nicht ungefährlich. Sie vermeide ihn lieber in ihrer Küche.

Holunder auch giftig?

In der TV-Sendung wolle sie neben dem Bärlauch auch auf Pflanzen wie den giftigen Schierling, Eisenhut, die Hundspetersilie oder den Hahnenfuß (vielen auch als Butterblume bekannt) näher eingehen. Da jetzt im Juni der Holunder blüht, dessen Dolden von vielen gerne im Teigmantel ausgebacken werden, hat sie auch hier einen Rat parat. „Nach dem Frittieren den Stiel nicht mitessen, denn die Grünteile des Holunders sind per se giftig. Die Hitze beim Ausbacken schwächt jedoch die Wirkung, passieren kann also nichts“, sagt Waltraud Witteler. Aber es sei eben besser zu wissen, was man sich da vom Strauch holt.

Helfen können bei der Erkennung von Wildpflanzen neben den verschiedensten traditionellen Nachschlagwerken mittlerweile auch Apps. „Für mich sind sie nichts“, lacht die Weidenerin. „Ich habe mein Wissen im Kopf, aber zur schnellen Orientierung, ob man eine giftige Pflanze vor sich hat, seien sie eine „wunderbare Sache“.

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Auf Entdeckungstour mit Wildkräuterexpertin Waltraud Witteler

Weiden in der Oberpfalz
Wenn sie durch Wiesen streift ist Waltraud Witteler in ihrem Element. Die studierte Apothekerin kennt sich mit Wildkräutern, ob giftig oder zum Würzen, aus.
Info:

Zum Verwechseln ähnlich: Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose

  • Bärlauch: Blattanordnung: direkt aus Stängel wachsend; Blatt: breit-oval; Blütezeit: März – Mai; Blüte: weiß, Einzelblüten sternförmig; Geruch: nach Knoblauch; Standort: unter Laubbäumen, halbschattig
  • Maiglöckchen: Blattanordnung: zwei Blätter am gleichen Stängel; Blatt: breit-oval; Blütezeit: April - Juni; Blüte: weiß, glockenförmig; Geruch: nicht nach Knoblauch; Standort: unter Laubbäumen, halbschattig
  • Herbstzeitlose: Blattanordnung: ungestielt aus Rosette wachsend; Blatt: länglich-oval; Blütezeit: September - Oktober; Blüte: sechs violette Blätter (blüht im Herbst); Geruch: nicht nach Knoblauch; Standort: auf Wiesen, eher sonnig

 

 

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