27.11.2020 - 17:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weihnachtsfeier für Alleinlebende fällt aus: Gesprächsangebot von Caritas und Diakonie

2020 passiert, was 2019 noch undenkbar war: Die Weihnachtsfeier für Alleinlebende muss ausfallen. Das dürfte für rund 100 Alleinlebende eine schlechte Nachricht sein. Doch Caritas und Diakonie haben sich ein alternatives Angebot überlegt.

Die Alleinlebendenweihnacht, die dieses Jahr von der Caritas verantwortet wird, muss ausfallen. Elisabeth Hirn, Allgemeine Sozialberatung der Caritas, Daniel Bronold, Geschäftsführer des Caritas-Kreisverbandes, und Dagmar Deutschländer von der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit der Diakonie Weiden wollen trotzdem ein positives Signal senden.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

"Diese zweieinhalb Stunden sind für manchen Menschen das größte Geschenk. Die Weihnachtsfeier für Alleinlebende an Heiligabend in Weiden einmal ausfallen zu lassen, kommt den Organisatoren nicht in in den Sinn." So begann der Artikel von Oberpfalz-Medien über die Alleinlebenden-Weihnacht, der 2019 kurz vor Weihnachten veröffentlicht wurde. Ein 24. Dezember ohne die Feier in der Personalcaféteria des Klinikums sei "undenkbar", sagte eine der ehrenamtlichen Helferinnen. Da konnte noch niemand ahnen, dass das seit über 30 Jahren stattfindende und im Wechsel vom Diakonischen Werk Weiden und dem Caritas-Kreisverband Weiden-Neustadt/WN organisierte Fest wegen der Coronapandemie schon 2020 ausfallen muss. Der nötige Abstand der Gäste ist in der Caféteria nicht umsetzbar, zudem gehören viele der üblichen Gäste zu Risikogruppen.

Corona als einziger Grund

Entsprechend schwer fällt den Verantwortlichen die Entscheidung, die Weihnachtsfeier abzusagen. Elisabeth Hirn von der Allgemeinen Sozialberatung der Caritas, die dieses Jahr federführend verantwortlich ist, betont, dass die Pandemie der einzige Grund für die Absage ist. Und sie hat auch eine gute Nachricht: "Die Caritas und die Diakonie wollen sich weiter um Alleinlebende kümmern, im Besonderen in der Weihnachtszeit. Das ist unser Auftrag, und den wollen wir gerne erfüllen." Sie wollen trotz Absage ein positives Signal aussenden und da sein. An zwei Tagen pro Woche wollen sie deshalb ab dem 1. Dezember die Leitungen ihrer Beratungsstellen für Alleinlebende beziehungsweise Themen zur Vorweihnachtszeit freihalten. "Wir rechnen mit einem höheren Bedarf an Beratung und Gesprächen", so die Sozialpädagogin Hirn. "Viele haben den Gedanken ‚Oh Gott, wie wird Weihnachten ablaufen?‘ Manche haben gar nichts an Anbindung. Diese Menschen fragen sich, wie sie Weihnachten dieses Jahr gestalten sollen." Deshalb beginne das Gesprächsangebot bereits Anfang Dezember. "Die meisten brauchen ein Ohr zum Zuhören, Verständnis, Trost und manchmal Ermutigung. Sie fragen sich, wie sie aus Weihnachten trotz Corona und Einsamkeit eine heilige und schöne Zeit machen können", weiß Hirn. Die kleinen Geschenke, die sonst bei der Feier verteilt werden, können bei ihr und der Diakonie abgeholt werden, wenn dafür vorher ein Termin vereinbart wird.

"Die dunklen Tage konfrontieren uns mit den Schattenseiten unseres Daseins", sagt Dagmar Deutschländer von der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit der Diakonie Weiden. Der Fokus stehe im Herbst auf dem, was einem fehle. Wenn die Tage kürzer werden, gebe es deshalb grundsätzlich erhöhten Beratungsbedarf, auch unabhängig von der Coronakrise. "Im Dezember wird den Menschen mit wenig Geld bewusst, in welcher konsumorientierten Welt wir leben. Da wird oft verglichen", weiß sie aus Beratungsgesprächen. Im Advent werde darüber nachgedacht, wie man lebe. "Man hat das Bild von der Familie um den Gabentisch vor Augen, ein ideales Werbebild. Das stimmt ja so in der Realität nicht, sondern es kracht oft ganz schön. Aber für Alleinlebende und Alleinerziehende ist diese Zeit besonders schwierig. Sie haben niemanden, mit dem sie sich streiten können." Die Feier an Heiligabend stehe seit 30 Jahren für "Gemeinschaft, Geborgenheit und Solidarität. Dass der OB kommt, wird von allen als große Wertschätzung erlebt, dass man wahrgenommen wird". Umso bedauerlicher sei der diesjährige Ausfall.

Telefonseelsorge an Feiertagen

Dagmar Deutschländer und Elisabeth Hirn werden die telefonischen Beratungsgespräche übernehmen, sind aber auch weiterhin für die allgemeine Sozialberatung zuständig. Sie verweisen zudem auf andere bestehende Angebote wie die auch an den Weihnachtsfeiertagen ständig erreichbare Telefonseelsorge.

Archiv: Weihnachten als Herausforderung für Einsame

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Kontaktmöglichkeiten

Elisabeth Hirn und Dagmar Deutschländer wollen ihre Telefonleitungen in der Vorweihnachtszeit ab dem 1. Dezember immer dienstags von 9 bis 16 Uhr sowie freitagvormittags von 9 bis 12 Uhr für Alleinlebende beziehungsweise Vorweihnachtsthemen offen halten. Kontakt zu ihnen und weiteren Beratungsstellen:

  • Caritas-Kreisverband Weiden-Neustadt/WN, Allgemeine Sozialberatung: Elisabeth Hirn, 0961/39890-130.
  • Diakonie Weiden, Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit: Dagmar Deutschländer, 0961/38931-16.
  • Sozialpsychiatrischer Dienst der Caritas, Beratungsstelle für seelische Gesundheit: 0961/38905-0.
  • Tagesstätte „Oase“ für psychisch kranke Menschen: 0961/41613-52.
  • Telefonseelsorge Nordoberpfalz (rund um die Uhr erreichbar): 0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222.

Weihnachtsfeier für Alleinlebende in Weiden nicht wegzudenken

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