21.12.2020 - 17:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

West-IV-Gegner fordern gemeinsame Gewerbegebiete im Landkreis

Gewerbegebiete sind im Landkreis besser aufgehoben als im Weidener Westen. Meint zumindest das Aktionsbündnis Walderhalt. Nachdrücklich fordert es die Stadt Weiden zur interkommunalen Zusammenarbeit auf.

Den Wald im Weidener Westen will das Aktionsbündnis retten. Dazu ruft es die Stadt zur interkommunalen Zusammenarbeit auf.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Das Aktionsbündnis Walderhalt untermauert die Forderung nach interkommunalen Gewerbegebieten, um Rodungen für Weiden-West IV zu vermeiden. "Aktuelle Entwicklungen spielen solchen Überlegungen in die Hände", heißt es in einer Pressemitteilung. "In Weiherhammer ist ein 10 Hektar großes Gebiet, das voll als Gewerbegebiet erschlossen ist, überraschend frei geworden, weil die Firma Tafelglas abgesprungen ist. Außerdem wird in der Gemeinde Altenstadt ein Gewerbegebiet von 5 Hektar geplant, das ganz nah an Weidens nördlicher Stadtgrenze liegt."

Weiden solle mit Weiherhammer und mit Altenstadt verhandeln, um diese Gebiete gemeinsam zu bewirtschaften, sich die Steuererlöse zu teilen und den Wald im Westen der Stadt zu retten. Der sei wichtig zur Frischluftversorgung Weidens, erklärt das Bündnis, das den Bürgerentscheid zu West IV am 14. Februar initiiert hat. Unklar bleibt, weshalb die Landkreisgemeinden Weiden ins Boot holen sollten – wie berichtet, haben offenbar sowohl Altenstadt als auch Weiherhammer keine Probleme, die Projekte zu stemmen und Firmen zu gewinnen.

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Hätte die Max-Reger-Stadt womöglich früher Weichen stellen müssen? Das glauben die West-IV-Gegner: "Was hätte in dieser nun mehr als zehnjährigen Vorarbeit für West IV nicht alles geleistet werden können, wenn man sich nicht von Anfang an auf das Gewerbegebiet Weiden West IV versteift hätte. Man hätte in Verhandlungen mit Gemeinden im Landkreis Neustadt, der ja gebietsmäßig die Stadt Weiden völlig umschließt, gemeinsam Gewerbegebiete erschließen können. Man hätte dadurch Flächen zur Verfügung, die nicht im Landschaftsschutzgebiet liegen und hätte der Industrie weitaus preiswertere und ökologische Belange berücksichtigende Gewerbeflächen anbieten können."

Von einer derartigen Zusammenarbeit hätten beide Partner große Vorteile, betont das Bündnis: "Weiden müsste nicht einen unter Landschaftsschutz stehenden Wald vom Freistaat kaufen und abholzen und bekäme trotzdem über die gemeinsam gestellten Gewerbegebiete Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Die jeweilige Partnergemeinde aus dem Landkreis hätte mit Weiden einen Partner an der Seite, der nicht als Konkurrent auftritt, sondern sich an den Erschließungskosten und Bewirtschaftungskosten sowie Risiken beteiligt." Auch bei der Kliniken AG arbeiteten die Gebietskörperschaften Stadt Weiden und Landkreis Neustadt zusammen. "Warum also nicht auch hier?" Dafür hieße es allerdings "Abschied zu nehmen vom Lokalpatriotismus".

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