21.10.2020 - 18:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Witt nutzt Corona als E-Commerce-Beschleuniger

Witt ist gleich Katalogversand? Diese Zeiten sind längst vorbei. Mehr als ein Fünftel des Umsatzes, macht der Weidener Textilversender inzwischen mit Bestellungen im Internet. Und Corona scheint den Trend noch beschleunigt zu haben.

Die Hausfarbei ist rot, die Zahlen bleiben aber weiter schwarz
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Witt-Gruppe in Weiden zieht trotz Corona ein positives Fazit für die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahrs. Ende September weist das Gesamtgeschäft laut Mitteilung zwar ein Umsatzminus im niedrigen einstelligen Bereich auf. Allerdings bemerkt das Unternehmen nach „anfänglicher Kaufzurückhaltung im Frühjahr“ zuletzt deutliche „Aufholeffekte“.

Wolfgang Jess, Vorsitzender der Geschäftsführung ist dann auch optimistisch: „Wir sind zuversichtlich, ein Umsatzplus zum Vorjahr zu erzielen“. Bei der Witt-Gruppe endet das Geschäftsjahr jeweils im Februar. 2019/2020 lag der Umsatz bei 856 Millionen Euro.

Online-Anteil wächst stark

Dass das zum Otto-Konzern gehörende Weidener Traditionsunternehmen dem allgemeinen Negativ-Trend in der Textilbranche trotzen kann, führt es selbst auf seine Erfolge im Onlinegeschäft zurück. Denn auch wenn man Witt immer noch mit Katalogbestellungen und stationären Geschäften verbindet – der Online-Handel ist längst zum dritten Standbein gewachsen. Im Jahresabschluss 2017 machte das Onlinegeschäft 19 Prozent des Umsatzes aus, Ende Februar 2020 wies die Bilanz bereits einen Anteil von 24 Prozent aus, alleine im vergangen Geschäftsjahr legte der Bereich um 3 Prozentpunkte zu.

Und im Corona-Halbjahr legte der Online-Handel noch stärker zu, um 11 Prozent stieg der Umsatz im Internet, so dass dieses Segment inzwischen 29 Prozent des Umsatzes ausmacht. Mit den bislang 2,2 Millionen Online-Bestellungen kompensiere Witt einen Großteil der Einbußen, die vor allem im stationären Handel zu verzeichnen seien.

Witt geht in die Online-Offensive

Dabei sieht Witt nicht einfach nur eine Verschiebung hin zu online, wie sie in allen Bereichen des Lebens zu bemerken ist: „Während andere Händler auf den Umsatzeinbruch im März und April, den auch wir erlebt haben, mit Zurückhaltung reagierten, sind wir in die Offensive gegangen“, zitiert die Mitteilung den für Web-Analyse zuständigen Michael Binder.

„Zusätzliche Newsletterkampagnen, Aktionen und verkaufsfördernde Maßnahmen haben unsere Umsätze beflügelt.“ Auch auf Social-Media- und Display-Werbung setze Witt verstärkt. Die nun vorgestellten Zahlen seien der Beleg, dass das „genau der richtige Ansatz war“. Zudem habe Witt an der Nutzerfreundlichkeit seiner Web-Shops gearbeitet. Auch dies zahle sich zunehmend aus.

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Hintergrund:

Viel Lob in der Branche

In der Branche hat die Witt-Gruppe den Stempel "Wäscheversandhaus" längst abstreifen können. Im Ranking der Top-100-Onlineshops in Deutschland, herausgegeben von EHI und Statista, landete der Witt-Shop zuletzt auf Platz 75. Die zuständige Bereichsleiterin Melanie Plank wurde vom Marketing-Magazin "ONEtoONE" als „E-Retailer des Jahres 2020“ gewürdigt: „Melanie hat es geschafft, die Witt-Gruppe auf dem schwierigen Weg vom klassischen Katalog-Versandhandel hin zu einem Multi-Channel-Unternehmen auf die Überholspur zu befördern“, so die Begründung.

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