Thomas Kaes (Violine), Peter Pollinger (E-Piano), Luis Denz und Peter Kosmus (Orgel) sowie Sopranistin Martina Mathy begleiteten den Chor in der zwar eiskalten, doch nahezu voll besetzten Herz-Jesu-Kirche. Sieben Damen des Kirchenchores begannen mit "Auf, auf, singt dem Herrn" von Colin Mawby, sangen später in der Bearbeitung von J. Caspers Mozarts "Jubilate Deo". Gleich zu Beginn erreichten sie mit intonationssicherem, klarem und empfindungsreichem Gesang die Zuhörer. Dies setzte der Chor mit Händels "Sehnsucht nach den Frieden" in der Bearbeitung von Bernd Stallmann und dem Traditional "Irish Blessing" eindrucksvoll fort.
Viele der Chorlieder waren geprägt vom neuen Stil, der seit den 60er Jahren von Großbritannien aus die Kirchenmusik Europas und darüber hinaus beeinflusst. Diese gemäßigt modernen, hymnenartigen Kompositionen vermittelten meditative Ruhe, versprühten aber auch Glanz und Gloria, so dass sie trotz kirchlicher Texte an die berühmten Konzerte "Last night of the Proms" erinnern.
Auch die später vom Chor dargebotenen Lieder "Jesus, Hoffnung, Liebe" von Robert Jones, "Look at the World", "A Clare Benediction" und "Esurientes" von John Rutter kennzeichneten diese neue Linie. Bei "Esurientes" wechselte sich der Chor nach beginnendem Sopransolo mit der sehr klar, noch zart und jung klingenden Sopranistin Martina Mathy ab. Mathy war mit ihrem Gesang eine große Stütze des Chores. Sie zeigte ihre Intonationssicherheit und schlanke Stimme auch im Lied "Abendempfindung" von W. A. Mozart. Damit hatte sie eindrucksvoll das Motto des Konzerts vermittelt.
Peter Kosmus hob im "Kyrie" aus Puccinis "Messa da Gloria" und abwechselnd mit dem Geiger vorgetragenen "Cantique de Jean Racine" von Gabriel Faure die feinen Phrasierungen und zuletzt auch die Strahlkraft des Chores hervor. Abwechslung bot die auf zwei Teile verteilte "Sonate in F" von G. F., Händel. Thomas Kaes und Peter Pollinger interpretierten stilsicher die barocke Sonatenform mit meditativem Adagio, innigem Siciliano und virtuos-schnellen Allegro-Sätzen. Auch beim Lobgesang mit dem Chor ("Cantique von Faure") setzte Kaes mit der Innigkeit seines Spiels wertvolle Akzente.
Große Orgelmusik boten Luis Denz und Peter Kosmus an der majestätisch klingenden Herz-Jesu-Orgel - eine der großen Orgeln Weidens - des legendären Orgelbauers Georg Jann. In der Fantasie für das Concert op. 36,4 von Adolph F. Hesse und der sicher auch von Max Regers Orgelkomposition beeinflussten "Eine feste Burg ist unser Gott" von Wilhem Rudnik überzeugten sie mit kernig klingenden Prinzipalen, mächtigen Zungenregistern, krönenden Mixturen, aber auch dezenten Streicher- und sehr natürlichen Flötenklängen.
Alle Begleitparts meisterte Peter Pollinger in souveräner Manier auf dem E-Piano. Allenfalls bei den frischen Harmonien der englischen Komponisten hätte man sich etwas mehr Präsenz des Klaviers erhofft. Für die eindrucksvollen Leistungen der aller Beteiligten und das feinsinnige Dirigat von Peter Kosmus dankten die Zuhörer mit anhaltendem stehenden Applaus.













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