29.10.2020 - 21:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zählen die Eishockey-Oberligen zum Profisport?

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Erst die Zwangspause wegen der Flut an Corona-Infektionen, jetzt ein Fragezeichen hinter dem für 6. November geplanten Saisonstart der Eishockey-Oberliga-Süd: Die Blue Devils bestreiten am Wochenende zwei Testspiele, doch was ist danach?

Am ersten Spieltag der Oberliga Süd steht das Match zwischen den Blue Devils Weiden und den Starbulls Rosenheim (Szene aus der vergangenen Saison) auf dem Spielplan. Doch plötzlich gibt es ein Fragezeichen hinter dem geplanten Saisonstart am 6. November. Es ist nicht klar, ob die Oberliga als „Profisport“ eingestuft wird.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Starten die Oberligen Süd und Nord am 6. November in die Saison oder greift den gesamten Monat November der Lockdown für den Amateursport? Offenbar ist unklar, ob die dritthöchsten deutschen Spielklassen als Profisport eingestuft werden oder nicht. Da die 26 Clubs dem 200 Millionen Euro schweren "Hilfspaket Profisport" der Bundesregierung angehören (hier können bis zu 80 Prozent Einnahmeausfälle wegen fehlender Zuschauer durch Zuschüsse ausgeglichen werden), waren sich alle Vereine sicher, dass die Oberligen analog zur DEL und DEL2 als Profiligen gelten. Franz Vodermeier, Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH, erklärte am Donnerstag: "Alle 13 Süd-Oberligisten sind fest davon ausgegangen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es keine größeren Probleme gibt. Wir wollen unbedingt spielen, auch ohne Zuschauer."

DEB hat keine Bestätigung

Vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB), der für den Spielbetrieb in den Oberligen zuständig ist, fehlte am Donnerstagabend aber noch die Bestätigung für den geplanten Start am 6. November. Der Verband ist zwar überzeugt, dass die Oberligen zum Profisport zählen, wartet aber noch auf eine offizielle Bestätigung des Bundesministeriums des Innern (BMI). "Unserer Auffassung nach zählen die Oberligen zum Profisport", sagte DEB-Pressesprecher Ruben Stark auf Nachfrage der Frankenpost. "Das muss vom BMI, das die Kriterien festlegt, aber noch bestätigt werden", erklärte Stark. Er hofft, dass dies noch vor dem Wochenende geschehen werde.

"Totales Unverständnis" über die Entwicklung herrscht beim Weidener Lokalrivalen Selber Wölfe. "Zu unserer großen Überraschung ist plötzlich wieder alles offen", sagte der zweite Vorsitzende des VER Selb, Thomas Manzei.

Sollten die Oberliga-Clubs tatsächlich aus dem Profisport herausfallen, hätte das gravierende Konsequenzen. Angefangen von den fehlenden Zuschüssen über den Amateursport-Lockdown im November bis hin zu der Möglichkeit, dass überhaupt keine Oberliga-Saison stattfindet.

Testspiele am Wochenende

Für die Blue Devils läuft die holprige Vorbereitung wie geplant weiter. Am Wochenende stehen die Testspiele gegen Nord-Oberligist Black Dragons Erfurt (Freitag, 20 Uhr, in der Hans-Schröpf-Arena) und bei Ligakonkurrent Passau Black Hawks (Sonntag, 18.30 Uhr) auf dem Programm. "Die Spiele finden definitiv statt, aber ohne Zuschauer. Das Spiel gegen Erfurt wird auf Sprade-TV übertragen", sagte Vodermeier.

Nach den zahlreichen Corona-Infektionen und der 14-tägigen Quarantäne befinden sich die Blue Devils seit Montag wieder im Training. "Die Pause ist schon zu merken, das kann man nicht abstreiten. Aber insgesamt läuft es überraschend gut", sagte Chefcoach Ken Latta am Donnerstag. Nach der Krankheit seien die Spieler "einigermaßen fit". Die Aufstellung sei aber noch unklar. "In Corona-Zeiten müssen wir flexibel sein", erklärte Latta. Da müsse man abwarten, ob die Spieler für zwei Partien am Freitag und Sonntag fit genug sind.

Für die restlichen Trainingstage bis zum geplanten Saisonstart am 6. November kündigt Latta an, dass er teilweise "zwei Einheiten pro Tag" ansetzen wolle. Das kann er aber nur, wenn die Oberligen als "Profisport" eingestuft werden. Denn für Amateure gilt im November nicht nur Spiel-, sondern auch Trainingsverbot.

Die Blue Devils trainieren wieder

Weiden in der Oberpfalz

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