03.03.2020 - 16:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zebrastreifen dem Verkehr im Weg

Ein Zebrastreifen statt einer Ampel. Das kann sich die Bürgerliste am Issy-les-Moulineaux-Platz gut vorstellen. Ganz im Gegensatz zur Verwaltung. Für sie wäre der Streifen ein absoluter Störenfried.

Am Issy-les-Moulineaux Platz wünscht die Bürgerliste einen Zebrastreifen. Die Verwaltung sieht darin keine Lösung. Im Gegenteil.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Den Planern im Rathaus wäre ein "Shared Space" am liebsten, ein gleichberechtigtes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer, weitgehend unter Verzicht auf strikte Verkehrsregelungen. Doch der Gedanke ist mit der Straßenverkehrsordnung in Deutschland derzeit nicht vereinbar, heißt es in einem Sachstandsbericht zu einem Antrag der Bürgerliste im Sonderausschuss Innenstadtentwicklung an diesem Mittwoch um 14.30 Uhr. Möglich wäre aber, so die Verwaltung, eine stufenweise Annäherung. "Deregulierung" heißt das Zauberwort. Diese soll zu einem rücksichtsvollen Miteinander und einer weitgehenden Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer führen.

Die Einführung eines Zebrastreifens aber würde dem Gedanken am Issy-Platz völlig widersprechen. Da dort, so heißt es im Bericht, ständiger Fußgängerverkehr herrscht, bestünde die Gefahr, dass der Kfz-Verkehr in diesem Bereich zumindest zeitweise völlig zum Erliegen käme. Der Zebrastreifen könne kein Ersatz für die Dunkel- und Bedarfsampel sein, weil die querenden Fußgänger dort ständig Vorrecht hätten und den Platz zu Spitzenzeiten regelrecht sperren würden.

Unabhängig davon laufen derzeit noch Untersuchungen des Verkehrsplanungsbüros R+T aus Darmstadt, die in den nächsten Monaten Erkenntnisse liefern sollen, ob die Situation vor Ort für Fußgänger und Kraftfahrzeugführer verbessert werden sollte. Gestreift wurde das Thema auch am Montagabend bei der Oberpfalz-Medien-Podiumsdiskussion der fünf OB-Kandidaten.

Weiden in der Oberpfalz

Dabei forderte Ali Zant ("Die Linke"), die Ampel stifte nur Verwirrung und müsse weg. Grundsätzlich sprach er sich dafür aus, nicht nur die Anlieger zur künftigen Gestaltung der Sedanstraße zu befragen, sondern die die gesamte Bevölkerung. "Das betrifft dort doch alle Weidener."

Im Sonderausschuss Innenstadtentwicklung kommt im Zusammenhang mit zwei Anträgen der CSU und der SPD auch die geplante barrierefreie Anbindung des Ortsteils Lerchenfeld an das Bahnhofsgelände zur Sprache. Schon vor acht Jahren hatte das Planungsbüro Pesch Partner aus Stuttgart drei Testentwürfe für die Flächen in unmittelbarer Bahnhofsnähe vorgestellt. Grundsätzliche Hindernisgründe gebe es wohl nicht, planerisch die größte Herausforderung aber ist in der Abstimmung mit der deutschen Bahn zu erwarten. "Eine enge Abstimmung mit den verschiedenen Sparten des Konzerns wäre daher wichtig." Offen ist auch noch die Frage, wo genau die Anbindung westlich der Bahn erfolgen könnte. Darüber hinaus stellt sich die Frage welche Funktionen und Einrichtungen an der westlichen Anschlussstelle etabliert werden könnten, um dort eine attraktive Anlaufstelle für die Bewohner des Stadtteils zu schaffen.

Hier könnte der Bahn-Tunnel irgendwann mal verlängert werden. Möglich wäre auch eine Überführung vom Stadtteil Lerchenfeld zum Bahnhof.

Finanzierungsmittel für das Millionen-Projekt stünden grundsätzlich über das Bund-Länder-Städtebau-Förderprogramm und über verschiedene Schnittstellenprogramme zur Förderung des ÖPNV zur Verfügung. Die Kosten für eine Machbarkeitsstudie können derzeit nach Auskunft der Verwaltung nur grob geschätzt werden. Erforderlich wäre eine städtebauliche Untersuchung, für die mindestens 50000 Euro aufgebracht werden müssten.

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