07.03.2019 - 17:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zeit statt Geld: Das kommt bei Metallern an

Acht zusätzliche freie Tage statt Zusatzlohn. Diese Wahlmöglichkeit kommt bei Metallern an. "Wir haben den Nerv der Zeit getroffen", freut sich Udo Fechtner, 2. Bevollmächtigter der IG Metall. 1500 Anträge liegen bereits vor.

Bei der BHS Corrugated in Weiherhammer steht der Haustarifvertrag nach Angaben der Gewerkschaft kurz vor dem Abschluss. Auch hier wurden laut Udo Fechtner von der IG Metall Verbesserungen erreicht.
von Jutta Porsche Kontakt Profil

Fechtner ist mit dem Tarifabschluss 2018 zufrieden. Der ermöglicht ab Januar erstmals die Wahl, das neue tarifliche Zusatzgeld in Freizeit umzuwandeln. Das gilt für Schichtarbeiter, Eltern von Kindern bis 8 Jahren und Arbeitnehmer, die Angehörige pflegen. "Flexibilität bedeutet eben nicht nur Überstunden, sondern auch weniger arbeiten." Das würden die 1500 Anträge belegen, die im Zuständigkeitsbereich der IG Metall Amberg (der reicht von Schwandorf über Schönsee bis Weiden) eingereicht wurden.

Verbesserungen seien auch beim Haustarifvertrag mit der BHS Weiherhammer erzielt worden. "Vor Weihnachten haben wir ein Eckpunktepapier aufgestellt. Das wird jetzt in einen Tarifvertrag gegossen", kündigte der 2. Bevollmächtigte an. Beschäftigte, die dem Unternehmen noch nicht so lange angehören, würden dadurch 300 bis 400 Euro pro Monat mehr verdienen. Für alle gelte außerdem die Regelung, dass die 2,5 Prozent Zusatz zur tariflichen Erhöhung in eine Stunde Freizeit pro Woche umgewandelt werden kann.

Viele Betriebe leiden unter Fachkräftemangel. Einige würden deshalb sogar Kopfprämien bezahlen. Die IG Metall selbst hat derzeit keinen Nachwuchsmangel. Über 2700 Jugendliche bis 26 Jahren sind in ihren Reihen. "Das ist ein Plus von 8 Prozent. Damit sind wir die größte Jugendorganisation in der Oberpfalz." Insgesamt zählt die Gewerkschaft über 16000 Mitglieder, mehr als 12000 davon sind noch aktiv am Arbeitsplatz. "Damit können wir Druck machen."

Auf bundespolitischer Ebene will die Gewerkschaft eine Stärkung der gesetzlichen Rente. "48 Prozent als Rentenniveau. Da sehen wir noch viel Luft nach oben." In der Oberpfalz falle die Durchschnittsrente besonders mager aus. In den nächsten Tarifrunden will die IG Metall außerdem der betrieblichen Altersvorsorge mehr Gewicht beimessen. Industrie 4.0, Elektromobilität und Digitalisierung würden die Arbeitswelt von morgen künftig noch weiter verwandeln. Die IG Metall will deshalb im April und Mai mit den Kollegen in den wichtigsten Betrieben reden, um zu erfahren, wie sie ihren Arbeitsplatz der Zukunft sehen und welche Qualifizierungsmaßnahmen dafür nötig sind.

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