Diese Überraschung zeigt, dass mancher Druck nur heiße Luft war. Gerade mal 20 Minuten braucht Blume, der derzeit seine Kreisverbände "abklappert", für seinen offiziellen Part, in der er die Lage der CSU skizziert, die mit den Europawahlen zufrieden ist, die Einstellung des "Bayern-Kurier" mitteilt und auch kurz auf die letzte Kreisversammlung in Weiden eingeht, die "nicht optimal" gelaufen sei.
Der Politikwissenschaftler, seit März 2018 Generalsekretär der CSU, appelliert an die "Weidener Parteifreunde" zur Geschlossenheit. Nur geschlossen könne sie bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr wirklich bestehen. Danach wird Tacheles geredet, Druck abgelassen und so manches zurechtgerückt.
Nicht dreinreden
Etwa das Verhalten der Mittelstands-Union (MU) bei der Vorbereitung der Wahl eines OB-Kandidaten. Kritik gibt's hier besonders für Harald Gollwitzer, der sich als Vorsitzender - ebenso wie die Weidener Bürgerliste - für Benjamin Zeitler (Bezirksvorsitzender der MU) als OB-Kandidaten ausgesprochen hatte. Die Weidener werten dies als Einmischung. Schließlich wolle Weiden ja auch nicht mitreden, wenn etwa die Flosser CSU (dort lebt Harald Gollwitzer) einen Bürgermeister suche.
Vor allem die Ortsvorsitzenden machen deutlich, welch großen Rückhalt und welch großes Ansehen Heiner Vierling in Weiden genießt. Die Ortsverbände Lerchenfeld, Stadtmitte, Weiden-Ost und Weiden-West haben sich sogar schriftlich für Vierling ausgesprochen. Dass inzwischen auch der Vorstand für Vierling votiert, stößt auf Zustimmung. Vierling selbst überzeugt dann mit einer mitreißenden Rede, in der er dokumentiert, dass nicht nur Benjamin Zeitler "unternehmerisch denken" könne. Schließlich ist er selbst mit zwei Firmen erfolgreich unterwegs.
Vierling ist bisher der einzige Bewerber für die OB-Kandidatur. Am Montagabend wird sogar andiskutiert, der Nominierungsversammlung eine Mitgliederbefragung vorzuschalten. Einige Ortsvorsitzende ärgerten sich darüber, dass die Vorbereitung der Kandidatenfindung in einem kleinen Kreis des Vorstands stattfinde. Sie fühlen sich deshalb "nicht mitgenommen". Vorschläge für einen verbesserten Informationsfluss werden auch Thema bei der konstituierenden Vorstandssitzung sein, die innerhalb der nächsten zwei Wochen stattfinden wird.
Vertrauen in CSU zerrüttet
Für die Überraschung des Abends sorgt schließlich Benjamin Zeitler, der sich bisher nicht selbst als OB-Kandidat der Weidener CSU ins Gespräch gebracht hat. Offiziell wurde er auch nicht von Verantwortlichen des Kreisverbandes Weiden zur Kandidatur gebeten. Zeitler gibt eine persönliche Erklärung ab, in der er mitteilt, dass er derzeit für die CSU weder als OB-Kandidat noch als Stadtratskandidat zur Verfügung stehe. Als Begründung nennt er die Ereignisse der vergangenen Wochen. Sein Vertrauen in die Weidener CSU sei deshalb im Augenblick zerrüttet. Er lässt sich aber eine Hintertür offen.
Kein Kommentar ist von Kreisvorsitzendem Stephan Gollwitzer zu erhalten. "Wir haben es alle versprochen. Die Sitzung war intern. Ich halte mich daran. Von mir gibt's deshalb kein einziges Wort." Angemerkt













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