22.05.2019 - 16:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zweite "Fridays for Future"-Demo in Weiden: Schüler streiken wieder fürs Klima

Am Sonntag ist Europawahl. Um die Wähler aufzurütteln, streiken am Freitag erneut weltweit Schüler für mehr Klimaschutz. Auch in Weiden. Neu ist: Die zweite "Fridays for Future"-Demo am Oberen Markt ist diesmal am Nachmittag.

Bei der ersten Schüler-Demo im März herrschte Andrang am Marktplatz.
von Tobias GräfProfil

"Wir streiken, bis ihr handelt" - unter diesem Motto gehen am Freitag in Weiden wieder Schüler auf die Straße. Die Jugendlichen sind dabei nicht allein: Weiden ist eine von über 200 deutschen Städten, in denen bereits "Fridays for Future"-Streiks angemeldet sind.

Die Schüler zielen mit ihrer Aktion diesmal besonders auf die Europawahl. Der Organisator der Weidener Demonstration, Lukas Prölß, erklärt: "Zwei Tage vor der Wahl werden wir noch einmal unmissverständlich klarmachen, dass es kein Europa ohne uns geben kann. Auch, wenn viele von uns noch nicht wählen dürfen. Umso mehr werden wir denen, die eine Stimme haben, die Bedeutung ihrer Wahl vor Augen führen. Denn Europawahl ist Klimawahl", sagt der 15-jährige Hans-Scholl-Realschüler.

Die erste Weidener Klima-Demo Mitte März sorgte für viel Zustimmung, aber auch Unmut. Vor allem, weil die Jugendlichen während der Schulzeit protestierten.

Hier der Bericht über den ersten Schulstreik in Weiden

Weiden in der Oberpfalz

Diesmal ist der Versammlungsbeginn ab 13 Uhr am Oberen Markt geplant - und damit erst nach dem Unterricht. Organisator Prölß hofft, dass so mehr Teilnehmer erscheinen. "Viele kommen dann gleich nach der Schule dazu. Außerdem wollen wir so das Argument entkräften, dass wir nur die Schule schwänzen." Konsequenzen in Form von Schulverweisen für die erste Demonstration vor zwei Monaten sind ihm nicht bekannt.

Die Schüler fordern strengeren Klimaschutz. Speziell für Deutschland wollen sie den Kohleausstieg bis 2030, eine ausschließliche Versorgung mit erneuerbaren Energien und die Einführung der politisch umstrittenen CO2-Steuer. Prölß sagt kämpferisch: "Die Forderungen sind klar, die Wissenschaft steht hinter uns. Jetzt fehlt nur noch eine Politik, die endlich handelt!"

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Kommentare

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Alexander Unger

Sehr geehrter Herr Spielhofen,  über das Phänomen, dass Texte in der Mobilvariante abgeschnitten werden, ist nichts bekannt. Sie können gerne einen Screenshot an unsere E-Mail-Adresse kontakt@onetz.de schicken. Hilfreich sind die Angaben zum aktuellen Betriebssystem und Versionsnummer des Browsers. Wir geben das dann gerne an die Techniker zur Überprüfung weiter.

23.05.2019
Dr. Jürgen Spielhofen

Besten Dank Herr Unger! Ihre Techniker haben dieses Problem nun offenbar gelöst.

07.06.2019
Dr. Jürgen Spielhofen

Hallo, Herr Unger, kann es sein, dass in der mobilen Version von "Neuste Kommentare" Texte am rechten Rand abgeschnitten werden? Hier: Chrome Browser! Sie können mich derzeit nicht unter der hinterlegten Mailadresse kontaktieren, da ich notgedrungen ändern musste!

23.05.2019
Dr. Jürgen Spielhofen

Die Kritik an EIKE als Institution ist selbstverständlich legitim, ebenso der Hinweis, dass EIKE der AfD nahe steht. Ebenso legitim ist die Bemerkung, dass Wikipedia linksorientiert ist und der AfD nicht nahe steht. - Einwände dieser Art lenken lediglich von der Sache ab und sind nicht geeignet eine rationale Auseinandersetzung zu befördern!

23.05.2019
Alexander Unger

Weil immer wieder "Das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE)"  zitiert oder als Quelle angegeben wird, darf man im Sinne der Transparenz folgendes Wissen:
Entgegen seinem Namen ist EIKE kein wissenschaftliches Institut, sondern ein Verein. Der Verein sieht seine Aufgabe darin, „Klima- und Energiefakten ideologiefrei darzustellen, Kongresse auszurichten und Veröffentlichungen zur Klimaforschung zu verbreiten“. Von unabhängigen Stimmen aus Wissenschaft und Presse wird er als Zentrum der politisch aktiven und organisierten Klimaleugnerszene in Deutschland beschrieben. Sein Ziel sei es, den systematischen Angriff auf die Befunde der Klimawissenschaft zu betreiben. EIKE ist unter anderem durch das Committee for a Constructive Tomorrow mit dem Anti-Klima-Lobbyismus in den USA verbunden. Eine Offenlegung der Finanzierung des Vereins oder der Einkünfte der Mitglieder findet nicht statt. EIKE prägt inzwischen die Klimapolitik der Alternative für Deutschland (AfD). (Quelle: Wikipedia)

Über die Verbindungen von EIKE zur Politik hat unter anderem der Tagesspiegel in seinem Artikel "Das Netzwerk der Klimaleugner" geschrieben:

"Dabei stützen sich die deutschen Rechtspopulisten gerne auf Argumente, wie sie vom Klimaskeptiker-Verein Eike vorgebracht werden. Der Vizepräsident von Eike, Michael Limburg, hat sogar am Programm der AfD mitgearbeitet." (Zitat  https://www.tagesspiegel.de/themen/agenda/rechtspopulisten-das-netzwerk-der-klimaleugner/24038640.html vom 26.02.2019,)  und weiter  "Limburg sitzt im Bundesfachausschuss Energie der AfD, arbeitet auf einer Viertelstelle im Bundestagsbüro des Abgeordneten Hilse. Sein Verein ist in der internationalen Szene der Leugner des menschengemachten Klimawandels gut vernetzt. „Lose verbündet“, sagt Limburg sei man beispielsweise mit US-Institutionen wie dem „Heartland Institute“ und dem „Committee for a Constructive Tomorrow“. Beide wurden von der Ölindustrie gesponsert."

EIKE-Gründer Thuß ist auch Gründer und Vorsitzender von CFACT Europe.  Finanziert wird das Heartland Institute unter anderem von ExxonMobil, zudem erhielt es von einem anonymen Spender 8,6 Millionen Dollar explizit für den Zweck, die Klimaforschung anzugreifen. EIKE e. V. benennt auf seiner Website Mitglieder eines „Fachbeirats“. „Führende Wissenschaftler“ würden „entscheidend“ dazu beitragen, „dass sich die Bildungsinhalte von EIKE stets an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren“ würden. Mit Stand Dezember 2016 waren vom sogenannten Fachbeirat, bestehend aus 23 Professoren oder Doktoren, fünf Mitglieder bereits verstorben und elf im Ruhestand.
(Quelle:  https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Institut_f%C3%BCr_Klima_und_Energie)

23.05.2019
Dr. Jürgen Spielhofen

Prölß sagt kämpferisch: "... die Wissenschaft steht hinter uns."

Wer bitte ist "DIE Wissenschaft"? - Das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE) kann damit nicht gemeint sein. Dort kommen hochqualifizierte, kritische Wissenschaftler zu Wort, die nicht fremdfinanziert werden. Warum werden sie ignoriert - absichtlich oder aus Unkenntnis?

23.05.2019