15.03.2019 - 16:28 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Erste "Fridays for Future"-Demo in Weiden

Die bis zu 500 erwarteten Teilnehmer sind es zwar nicht. Doch setzen auch rund 250 Schüler bei der ersten „Fridays for Future“-Demo in Weiden ein Zeichen für den Klimaschutz. Manche nehmen dafür auch einen Schulverweis in Kauf.

Rund 250 Schüler nehmen am Freitag bei der ersten "Fridays for Future"-Demonstration in Weiden statt.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

„Ich bin froh, dass ich da bin. Und wenn ich für mein Engagement hier einen Verweis kriege, dann ist das ein guter Verweis“, sagt eine 17-jährige Schülerin. Sie war mit mehreren Freundinnen vom Elly-Heuss-Gymnasium zum Oberen Markt gekommen, um ein Zeichen zu setzen.

Um 10 Uhr haben sich knapp 100 Teilnehmer vor dem Alten Rathaus eingefunden. Überwiegend Zehnt- und Elftklässler, die bewusst den Unterricht schwänzen und Konsequenzen nicht fürchten. Organisator Lukas Prölß denkt, dass es noch mehr werden. Der 15-jährige Hans-Scholl-Realschüler hat die erste Weidener Klima-Demo organisiert (wir berichteten) und eigens dafür eine Whatsapp-Gruppe gegründet. Die zählte bis Freitag 235 Mitglieder. Unterstützt wird er von Paula Willfurth und Eva-Maria Siegler. Weltweit finden an diesem Freitag in über 70 Ländern Klima-Demos statt.

Auch in Amberg fand eine Klimaschutz-Demonstration statt:

Amberg

Als Lukas Prölß gegen 10.20 Uhr zum Mikrofon greift, ist die Runde schon größer. Es nieselt. Der 15-Jährige appelliert an die Bundespolitik, endlich aktiv zu werden. Der Kohleausstieg müsse bis 2030 vollzogen sein. „Deutschland muss sich endlich an das 1,5-Grad-Ziel halten. Je mehr sich das Klima erwärmt, desto mehr Insekten und Korallenriffe sterben, schmilzt das Eis in der Arktis.“ Man dürfe nicht länger zusehen. Zwischenapplaus. „Wir wollen uns nicht unsere Zukunft zerstören lassen. Wenn wir Jugendlichen schon darauf verzichten, unser Recht auf Schule wahrzunehmen, um euch aufzurütteln aus eurem Traum der perfekten Welt, dann solltet ihr endlich handeln. Vor einem Jahr war es Greta Thunberg, die ihr ignorieren musstet, heute sind es Hunderttausende Schüler weltweit.“

Auch in Marktredwitz gingen 200 Jugendliche auf die Straße:

Marktredwitz

Mehr Bilder zur Schüler-Demo in Weiden:

Die Menge skandiert „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“. Es trudeln immer mehr Schüler auf dem Oberen Markt ein, schwenken Spruchschilder und halten Plakate hoch. Der Regen wird stärker. Die Polizei ist ebenfalls vor Ort, hält sich im Hintergrund. Die Schulen hatten rund 500 Teilnehmer gemeldet. „Es sind weit weniger, alles ist ruhig“, sagt Josef Völkl von der Polizeiinspektion Weiden.

Schützenhilfe erhalten die Schüler auch von einigen Erwachsenen. „Ich finde das gut hier“, sagt Christine Maier aus Schirmitz. Die pensionierte Lehrerin lebt schon ihr Leben lang nachhaltig. „Es ist Zeit, dass wir auf die Straße gehen.“ Die Realschullehrerin Angelika Bedding-Jaeger nutzt eine Freistunde, um die Aktion zu unterstützen. Neben ihr steht die Mutter zweier Gymnasiasten vom „Augustinus“. „Ich habe meine Kinder beurlauben lassen, dafür lassen wir Mathe sausen. Die Sache ist es uns wert“, sagt sie aus Überzeugung. „Was hier gesagt wird, war bereits in den 80er Jahren aktuell“, erinnert sich Wolfgang Herzer an die WAA-Demos in Wackersdorf. Gemeinsam mit Mitgliedern von Greenpeace begleitet er als „Ordnungskraft“ mit grüner Weste die „wichtige Aktion“.

Gegen 11.20 Uhr mögen es rund 250 Schüler sein. Von den Gymnasien ist die Nachhut eingetroffen. Gegen Unterschrift der Eltern haben es die Schulleiter erlaubt, dass die Schüler ab 11 Uhr gehen können. Mit Trillerpfeifen verschaffen sie sich Gehör. Jetzt sprechen Tim Ramm und Johanna Pickert. Die Menge jubelt und klatscht. Organisator Prölß dankt den Schülern für ihr Kommen. Es werde nicht die letzte Demo gewesen sein, kündigt er an. Um 11.37 Uhr beendet er die Aktion im strömenden Regen.

Die Schüler-Demos bringen die Schulleiter in die Zwickmühle.

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Kommentare

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Dr. Jürgen Spielhofen

„Greta“ ist nicht das mutige kleine Mädchen, das ganz alleine für das Weltklima kämpft. Vielmehr steht hinter ihr ein umfangreicher Apparat:

PR-Profi Ingmar Rentzhog („Umweltaktivist“. Sitzt als Direktor/CEO mit bei der PR-Agentur „Wedonthavetime“, die in eine Gesellschaft und eine Stiftung geteilt ist). Freund von Gretas Vater Sven Thunberg.

Bo Thorén (Vorstand Umweltverband Fossilfritt Dalsland)

ihre Eltern Svante Thunberg, Malena Ernman betreiben das Umweltunternehmen Ernman Produktion sowie Northern Grace (beide börsennotiert)

Klimafonds + PR-Agentur „Wedonthavetime“ (Sven Thunberg ist beteiligt)

die linksorientierte internationale Umweltbewegung Extinction Rebellion, seit letztem Herbst in Schweden (operiert zusammen mit „WeDontHaveTime“)

Greenpeace (Chefin Jennifer Morgan)

Wedonthavetime, Gesellschaft: Direktoren: Anette Nordvall (Vorsitzende), Ingmar Rentzhog (CEO), David Olsson, Christian Emmertz, Stella Diesen, Gustav Stenbeck. Berater: Andra Farhad, David JP Phillips, Tove Ahlström, Anna Svahn, Kaj Török, Daniela Rogosic, Sweta Chakraborty.

WeDontHaveTime, Stiftung: Direktoren: Cathy Orlando, Stuart Scott, Per-Espen Stokenes, Ingmar Rentzhog, David Olsson. Jugendberater: Jamie Margolin.

18.03.2019
Peter Steinbock

Herrn Joachim Schmidts Kommentar stimme ich zu. Wenn jemand protestieren will, meinetwegen. Proteste gehören zur Demokratie. Auch Kinder haben Respekt verdient. Nach meiner Überzeugung sind Ihre Forderungen allerdings unrichtig und unerfüllbar, weil sie unterstellen, daß der Mensch, wenn er will, Herr des Klimawandels sein könnte. Leider fehlt das Hinterfragen und die wissenschaftliche Begründung. Das ist das grundlegende geistige Defizit aller dieser Protestveranstaltungen. Dafür hat die Schwedin Greta Thunberg zufällig vier Tage nach ihrem ersten Protest vor dem schwedischen Reichstag zusammen mit ihrer Mutter ein Buch veröffentlicht und zufällig startete eine PR-Kampagne der schwedischen Think Tank (Denkfabrik) namens Global Challenge. Über diese Firma wird die Kampagne mit Greta Thunberg finanziert. Diese und mehr Kapital- und Geschäftshintergründe haben investigative schwedische Journalisten ermittelt und ins Internet gestellt. Zu den fachlichen Defiziten der Klimaproteste folgende Anregungen:
Nirgends ist bewiesen, daß der Klimawandel durch den Mensch verursacht ist. Alles an Klima-Erscheinungsformen hat es in den Milliarden Jahren der Existenz der Erde bereits gegeben. Das Erdklima war nie ein konstanter Zustand, weil die Sonnenaktivität (Sonnenflecken) mit ihren Zyklen wohl der entscheidende Taktgeber für den Klimawandel auf der Erde gewesen sein könnte. Auch die Bewegung der Erde im Sonnensystem ist keine Konstante und scheidet als Ursache nicht aus. Weil die Erde kein einheitlicher fester Körper ist, sondern eine heiße Flüssigkeit mit einer erkalteten Erdkruste drumherum, existierte nie eine starre Erdoberfläche. Was früher Meeresgrund war, sind heute z.B. Alpen. Auch die Luftzusammensetzung ist keine Konstante. Der ursprüngliche Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre lag bei 10%, heute liegt er bei 0,04 Prozent. CO2 ist besonders wichtig, weil die Pflanzen all ihre feste Substanz daraus generieren. Ohne CO2 in der Luft könnte es weder Viehfutter noch Lebensmittel geben, CO2 ist ein Glück. Der CO2-Gehalt der Atmosphäre wird nun von sogenannten Klimaschützern mit Zahlen der Erderwärmung seit der vorindustriellen Zeit (also keinem repräsentativen Zeitraum) zu einer Modellrechnung zusammengebracht. Dazu muß man wissen, daß Korrelation von Zahlenreihen wertlos ist, wenn der separat zu erbringende physikalisch-chemische Nachweis für die Abhängigkeit fehlt. Was Klimaschützer meinen berechnet zu haben, um die Erde zu retten, kann daher aus meiner Sicht nur Scheinkorrelation sein. Hier sollten die Schüler ihren Drang zur Erdrettung starten und bisherige falsche Behauptungen zu Fall bringen.

18.03.2019
Hubert Frank

Ich gehöre auch schon zu den älteren Semestern, aber ich bewundere die Bewegung "Fridays for Future"! Das sind überzeugte und engagierte Leute, von der eine Demokratie im wahrsten Sinne des Wortes l e b t . Ausdrücklich warne ich die Kultusverwaltung deswegen Strafen zu verhängen. Die Politiker haben den rechtzeitigen Klimaschutz regelrecht verkorkst: Es ist 5 nach 12! Wenn jetzt noch Sanktionen gegen die verhängt werden, die fordern, für den Klimaschutz müsse sofort etwas getan werden, dann setzen die Poltiker auf den einen Fehler gleich noch einen zweiten drauf. Das ist schadet der Demokratie, fördert sogar die Staatsverdrossenheit!

16.03.2019
Joachim Schmidt

Jetzt ist es passiert, der "Trend" der von Berlin und anders wo ausgehend, auch medial durch ein kleines Mädchen "ich will eure Hoffnung nicht.... ihr sollt Panik/ Angst haben..." verstärkt, ist in der Oberpfalz angekommen.

Die Videos wie ernst die Teilnehmer die obigen Worte nehmen.

Ich konnte leider nicht teilnehmen, habe mir aber berichten lassen, das in der Tat die Hauptfragen nicht angesprochen wurden:
1. Ist der Klimawandel menschengemacht?
Oder die Nebenfragen:
2. Wie groß ist der Einfluss des CO2 auf das Klima?
3. War es wirklich noch nie so heiß wie heute?

Ich kann nur jedem raten, sich mit dem Gründungsauftrag des IPCC (nämlich dem Nachweis des (menschengemachten) Klimawandels) sowie dem in Vergessenheit geratenen "Climategate"-Skandal, wie auch den Warnung des IPCC in den 80er /90er Jahren zu befassen, die immer wieder korrigiert wurden und und zum größten Teil falsch lagen. Aktuelle Fakten, wie zum Beispiel, dass die NASA Daten jüngst 2018 eine Abkühlung statt Erwärmung aufzeigen, werden nicht tematisiert. Wir bürger sollen glauben und nicht hinterfragen.

Mit Angst lassen und liesen sich Menschen schon immer am besten Steuern. Jeder kann selbst in die Geschichte zurückblicken und betrachten wie nach 911 mit der Terrorgefahr Grundrechte in der Verfassung "umgepflügt" wurden / patriot act.

15.03.2019