26.07.2018 - 13:27 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Gutes Altern, gute Pflege

In Weiherhammer entstehen neue Lebensformen für das Leben im Alter. Bald soll auch die Bevölkerung informiert werden

Beteiligte an Alia (von links) Luce-Vorstandsvorsitzender Erich Bauer, Sprecher des Pfarrgemeinderats, Wolfgang Krauß, Klaus Gebel vom Verein Sega, Luce-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Engel, Alia-Verantwortlicher David Rester sowie Bürgermeister Ludwig Biller.
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Beteiligt ist auch Sega, der Verein zur Förderung der seelischen Gesundheit im Alter. Vorrangig neue Wohn- und Lebensformen für Senioren sollen bei Alia entstehen. "Alte Menschen sind oft in separaten Einheiten untergebracht", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Luce-Stiftung, Christian Engel, bei der Vorstellung des Konzepts im Rathaus.

Keine Luxusgeschichten

14 000 Quadratmeter stehen auf dem von der Luce-Stiftung erworbenen Gelände für das Vorhaben zur Verfügung. Engel betonte ausdrücklich, "es geht nicht um ein neues Geschäftsmodell und nicht um Konkurrenz zum Vorhandenen, sondern um eine Ergänzung". Salopp formulierte er: "Wir wollen keine Luxusgeschichten machen." Und nichts von dem Projekt habe mit der BHS zu tun. Als Verantwortlichen für die Entwicklung des Konzepts stellte Engel David Rester, Gerontologe und Pflegewissenschaftler, vor. Bis vor kurzem unterrichtete dieser als Professor an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Jetzt kümmert er sich um Alia und erläuterte die bisherigen Planungen. Im Mittelpunkt steht das Motto, "gutes Altern, gute Pflege". Noch stünde das Konzept in allen Einzelheiten nicht fest. Zwei Jahre sollen die Vorbereitungen dauern, dann werde es umgesetzt.

Zentrales Element der Planung ist die Bürgerbeteiligung in der Gemeinde. Alia soll als Sozialraum in und für Weiherhammer entwickelt werden. Enge Kontakte soll es auch zur Wissenschaft geben. Neue Bildungsangebote, unter anderem ein Bereich Pflege am Übzo, sollen entwickelt werden. Eine wichtige Position im Konzept sei die Einbindung Ehrenamtlicher. "Unser Ziel ist es, ein positives Altersbild entstehen zu lassen." Der Sozialraum Alia könne "Magnetorganisation mit Wirkung auf Alt und Jung" werden. Ein Beirat das Vorhaben begleiten. Hoffnung bestehe auch auf spätere Finanzierungsbeiträge nach dem Sozialgesetzbuch.

Förderung beantragen

In einer Auftaktveranstaltung wird die Bevölkerung zum ersten mal mit eingebunden. Finanzielle Beteiligungen Dritter seien möglich. Fördergelder, auch aus dem Forschungsbereich, sollen beantragt werden. Gerne wollen die Verantwortlichen nach Fertigstellung des Konzepts ihr Wissen an andere weitergeben.

Für Bürgermeister Ludwig Biller geht es um eine "zukunftsorientierte Seniorenpolitik". Das Vorhaben werde eng in die Infrastruktur der Gemeinde eingebunden. Sega-Vertreter Klaus Gebel lobt das Vorhaben, denn "alte Menschen haben oft eine Abneigung, in ein Heim zu gehen". Wolfgang Kraus empfiehlt als Sprecher des katholischen Pfarrgemeinderats, dass bei Alia "der Mensch immer im Mittelpunkt stehen muss". www.onetz.de/-id2438919.html

David Rester (stehend) erläutert die Planungen für Alia. Mit dabei (von links) sind der Sprecher des Pfarrgemeinderats, Wolfgang Krauß, der Vorsitzende des Vereins Sega, Klaus Gebel, Luce-Aufsichtratsvorsitzender Christian Engel sowie Bürgermeister Ludwig Biller.

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