03.08.2020 - 09:47 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Helfer vor Ort brauchen Unterstützung

Den Helfer-vor-Ort-Standort Haidenaabtal gibt es erst seit wenigen Monaten. Damit sollte endlich eine Versorgungslücke rund um Weiherhammer und Mantel geschlossen werden. 22 Mitglieder hat die Gruppe bereits. Doch es dürften noch mehr sein.

Prüfer Clemens Kirsch (rechts) schaut sich an, wie die Mitglieder des neuen Helfer-vor-Ort-Standortes Haidenaabtal Erste Hilfe an einer Puppe üben.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Bei Notfällen sind sie meist die Ersten vor Ort und kümmern sich um die Verletzten: die Helfer vor Ort (HvO). In Weiherhammer und Mantel gibt es seit Februar ebenfalls einen HvO-Standort. Dieser war dringend nötig, denn bislang gab es dort einen "weißen Fleck", wie Markus Zimmermann erklärt. Der stellvertretende Fachdienstleiter Helfer vor Ort des BRK-Kreisverbandes Weiden/Neustadt/WN berichtet, dass der Rettungsdienst in diesem Bereich bislang länger zum Patienten gebraucht habe. Deshalb gründete eine Gruppe aus Mitgliedern der Wasserwacht Weiherhammer, der Feuerwehr Mantel-Weiherhammer und der BRK-Bereitschaft Weiden unter Leitung von Philipp Mangold und Simon Weber Anfang des Jahres die Helfer-vor-Ort Haidenaabtal. Im ersten Monat seit der Gründung rückten die ehrenamtlichen Helfer auch schon zu 27 Einsätzen im Umkreis von acht Kilometern um Weiherhammer und Mantel aus. Doch dann kam das Coronavirus.

Die Aktivität der insgesamt 15 Helfer-vor-Ort-Standorte musste eingeschränkt werden, da die Einsatzkräfte manchmal erst vor Ort erfuhren, dass der Patient auch Coronavirus-Symptome aufweise. Für die Helfer eine heikle Situation - ohne Schutzkleidung. Erst seit 1. Juli sind die ersten Helfer vor Ort in kompletter Montur wieder im Einsatz. Der HvO Haidenaab gehört zu den Standorten, die ein Monat später, seit 1. August, wieder reaktiviert wurden. "Alle Standorte kehren erst teilweise zurück", fügt Zimmermann hinzu. "Man muss aber deswegen keine Angst haben, dass keiner kommt. Der Rettungsdienst kommt immer, auch wenn der HvO nicht hundertprozentig besetzt ist", betont der 29-Jährige.

Helfer vor Ort nun auch in Mantel

Mantel

Den Einsatzwagen, mit dem die ehrenamtlichen Helfer vor Ort Haidenaabtal jetzt wieder in Weiherhammer und Mantel unterwegs sind, teilen sich die Bereitschaftler, ergänzt Zimmermanns Kollege Thomas Rauch, der für den Bereich "Ehrenamt" zuständig und stellvertretender BRK-Kreisbereitschaftsleiter ist. Ihm ist vor allem eines wichtig: Zu betonen, dass die Helfer vor Ort kein Geld bekommen. "Viele denken, wenn das Auto daheim steht, läuft die Uhr, und es ist wie ein Nebenjob", sagt der 32-Jährige, der selbst seit 13 Jahren beim HvO in Pressath tätig ist. "Wenn wir dann sagen, dass wir kein Geld kriegen, kommt oft die Frage, warum wir das machen." Diese Mentalität finden Rauch und Zimmermann schade. Für sie ist es toll, Leben retten zu können. Sie haben das "Helfer-Syndrom", wie Rauch sagt. Zimmermann erzählt von einer älteren Dame, die wegen Atemnot den Notruf gewählt hatte. "Ich bin nur mit dem Rucksack durch die Tür, und sie hat gesagt ,Jetzt geht es mir besser'."

Die Familie müsse bei solch einem Hobby aber auch mitspielen, denn die Einsatzbereitschaft gelte Tag und Nacht. Weil nicht mehr viele Bürger dazu bereit sind, suchen die Helfer vor Ort stets neue Mitglieder. "Zu allererst muss man Mitglied im Bayerischen Roten Kreuz werden", erklärt Zimmermann die Reihenfolge. Dazu zählen die BRK-Bereitschaften, Wasserwacht, Bergwacht, Jugendrotkreuz und Wohlfahrt. "Grundsätzlich sollte die gesundheitliche Eignung zur Teilnahme am Einsatzdienst vorliegen. Mindestalter für den aktiven Dienst als Helfer vor Ort ist 18 Jahre alt", zählt er weiter auf. Die Mitglieder würden dann kostenfrei die erforderlichen Aus- und Fortbildungen durchlaufen, bis sie zum ersten Einsatz mit Equipment wie Defibrillator, Blutzuckermessgerät und Verbands- und Beatmungsmaterial ausrücken dürfen.

Markus Zimmermann.
Thomas Rauch.
Das Bayerische Rote Kreuz sucht stets Nachwuchs für die 15 Helfer-vor-Ort-Standorte im Landkreis Neustadt/WN.
15 HvO-Standorte im BRK-Kreisverband Weiden/Neustadt/WN:

Weitere Helfer vor Ort gesucht

  • Standorte: Im Landkreis Neustadt/WN gibt es 15 Helfer-vor-Ort-Standorte des BRK-Kreisverbandes Weiden/Neustadt/WN. Diese sind Eslarn, Floß, Flossenbürg, Georgenberg, Grafenwöhr, Haidenaabtal, Kaltenbrunn, Leuchtenberg, Neustadt am Kulm, Parkstein, Pressath, Püchersreuth, Waidhaus, Vohenstrauß und Windischeschenbach. Insgesamt 150 Mitglieder engagieren sich hier ehrenamtlich.
  • Kontakt: Wer die Helfer vor Ort unterstützen möchte, kann sich bei Thomas Rauch, Telefon 0961/3900223, melden oder eine E-Mail an ehrenamt[at]kvweiden.brk[dot]de schreiben.
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