11.07.2021 - 11:32 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Labor in Weiherhammer: So können Azubis in der Zukunft ausgebildet werden

Was im Science-Park der Luce-Stiftung in Weiherhammer entstanden ist, nennt die bayerische Arbeits- und Sozialministerin Carolina Trautner wegweisend für das ganze Land. Einzelheiten wurden jetzt vorgestellt.

VR-Brillen schaffen im Holodeck des Future Labs eine eigene Erlebniswelt
von Siegfried BühnerProfil

Mit der Eröffnung des Future Labs ist der Science-Park der Luce-Stiftung in Weiherhammer komplett fertig. „Aus einer ehemaligen Gießerei ist jetzt das Future Lab geworden“, sagt Architekt Dietmar Auer, der das neue Gebäude der Luce-Stiftung in Weiherhammer gestaltet hat.

Der Vorstandsvorsitzende der Luce-Stiftung, Professor Erich Bauer, beschreibt das neue Gebäude so: „Wir wollen hier innovative Bildungskonzepte erproben und Azubis zu Fachkräften des Industriezeitalters 4.0 ausbilden“.

Der Science-Park auf dem Gelände der BHS Corrugated in Weiherhammer besteht aus zwei Gebäuden mit den Kernelementen ÜBZO (gemeinnütziges Überbetriebliches Bildungszentrum in Ostbayern gGmbH) sowie dem jetzt neu eröffneten Future Lab. Außerdem sind dort einzelne Projekte der Luce-Stiftung wie die Denkwelt Oberpfalz, ABBO (Allianz für Berufliche Bildung) und ALIA (Agil leben im Alter) untergebracht.

Während im ÜBZO vor allem breitgestreute und reguläre Aus- und Weiterbildungsinhalte für Auszubildende und Fachkräfte der BHS und der Partnerunternehmen vermittelt werden, geht es im Future Lab hauptsächlich um virtuelle Bildungsinhalte, die auch erforscht und erprobt werden sollen. Unter anderem werden dort industrielle Prozesse simuliert und weiterentwickelt, auch mittels Virtual Reality.

Holodeck VR, Digital Twin und Education

Drei Bereiche gibt es im neuen Future Lab auf rund 425 Quadratmetern. Sie heißen Holodeck VR, Digital Twin und Education. In allen drei Bereichen werden Ideen und Konzepte der digitalen Bildungsarbeit erprobt. Virtuell wird an 3-D-Modellen gearbeitet, entweder im Holodeck mittels VR-Brille oder im Digital Twin am Bedienpult für eine Monitorwand.

Persönliche Anwesenheit im Schulungsraum ist nicht erforderlich. Einwählen kann man sich zum Beispiel auch aus dem fernen Ausland. Kreative Projektarbeit im Team für bestimmte Aufgabenstellungen steht im Mittelpunkt des Bereichs Education. Der Auf- und Ausbau des Science-Parks dient laut Professor Bauer auch der Entwicklung neuer Elemente von Inhalten der dualen oder auch akademischen Ausbildung, eine „Visitenkarte für digitale Transformation“.

Neue Denkwelt in Halmesricht

Außerdem soll das Future Lab „erster inhaltlicher Baustein“ der geplanten neuen Denkwelt in Halmesricht sein. Bauer bedankte sich bei der Eröffnungsfeier des jetzt komplettierten Science Parks auch für eine Fördersumme von 2,4 Millionen Euro vom bayerischen Arbeits- und Sozialministerium und nannte die Gesamtinvestitionssumme von 10 Millionen Euro.

„Ohne Unterstützung aus der Politik sei ein solches Vorhaben nicht möglich gewesen“. BHS-Geschäftsführer Christian Engel sieht in Science Park und Luce Stiftung einen Beitrag „aus einer ländlichen Region eine Wissensregion zu machen“. „Mit Bildung wachsen wollen“ stellte dazu BHS-Geschäftsführer Lars Engel fest.

Ein weiteres Digitalprojekt der Luce-Stiftung

Weiherhammer
Hintergrund:

Die Geschichte des Science-Parks

  • Angefangen hat alles vor rund 20 Jahren mit der Eröffnung einer überbetrieblichen Ausbildungswerkstatt für duale Berufsausbildungen unter der Trägerschaft der BHS Corrugated in Weiherhammer.
  • Schritt für Schritt hat sich die Ausbildungswerkstatt in das gemeinnützige Überbetriebliche Bildungszentrums in Ostbayern gGmbH (ÜBZO) gewandelt.
  • Es kooperiert heute mit circa 250 Unternehmen in der Region in insgesamt 28 dualen Ausbildungsberufen und ist Partner vieler Institutionen und von Forschungseinrichtungen.
  • Das ÜBZO wurde Kernelement der gemeinnützigen Luce-Stiftung, gegründet von den Unternehmern und Geschäftsführern der BHS-Corrugated Lars und Christian Engel.
  • Der jetzt fertig gestellte Science-Park besteht aus zwei großen futuristisch gestalteten Gebäuden, intern benannt Paul nach BHS-Gründer Paul Engel sowie Edmund nach dem kürzlich verstorbenen BHS-Mitgründer Edmund Bradatsch.
Die ehemalige Gießerei ist jetzt das Future Lab.

 

 

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