23.01.2019 - 16:19 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

„Unsere Mails laufen ins Leere“

Auch Gastronomen klagen über Fachkräftemangel. Sie beklagen aber fehlende Unterstützung bei der Suche nach Lehrlingen.

Fachkräftemangel in der Gastronomie: Probleme gibt es schon bei der Suche nach Lehrlingen, sagen die Wirte.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Wirte haben noch größere Probleme: Sie fürchten den "Hygienepranger"

Weiherhammer

Die Gastronomen entwickeln durchaus Phantasie, um für sich und ihr Gewerbe zu werben. Sie sind auf Messen vertreten, bereichern viele Feste und Aktionen in Weiden und im Landkreis. Dennoch haben sie Probleme, den nötigen fachlichen Nachwuchs zu finden, zu fördern und zu halten.

Bei der Kreisversammlung des Hotel- und Gaststättenverbandes räumte Kreisvorsitzender Robert Drechsel ein, dass er sich bei der Nachwuchsgewinnung von bisher verlässlichen Partnern im Stich gelassen fühle: „Unsere E-Mails laufen ins Leere.“ Damit spielte er auf die fehlende Unterstützung der Schulen an. „Die Kontakte sind schwierig geworden.“

Die Branche müsse sich bei allen Klagen auch selbst an die Nase fassen, betonte Drechsel. Viele Betriebe hätten sich aus der Ausbildung zurückgezogen. Und wer heute noch ausbilde, müsse den Azubis mehr bieten als früher: „Es genügt eben nicht, die Jungen und Mädels morgen antreten zu lassen und zu sagen, jetzt koch’ ma.“ Die Jugendlichen seien zu fördern und auch die Eltern mit einzubinden. „In der Ausbildung sind heute gewisse Regeln und Standards definiert.“ Viele Betriebe, die Lehrlings suchten, seien jedoch auf der Höhe der Zeit. „Wir sind attraktiv und bieten alles, bis hin zum dualen Studium.“

Christian Wolf, der neue Bezirksgeschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), klärte über neue gesetzliche Fallstricke auf. Großes Thema sei etwa „Arbeit auf Abruf“. Hier seien die Arbeitsverträge sorgfältig zu prüfen. „Da wird scharf geschossen.“ Er ermahnte die Gastronomen, die Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung sorgfältig zu beachten – „sonst stehen sich nicht mehr 15, sondern 20 Stunden im Geschäft und sie kommen nicht mehr zum Schlafen.“

Dem besonders in der Gastronomie „heißen Themen“ Betriebsübergabe und Unternehmensnachfolge widmete sich Dehoga-Bayern-Kompetenzpartner, Rechtsanwalt Matthias Bender. „Viele Probleme sind vermeidbar, wenn man sie rechtzeitig steuert.“ Dazu empfahl er einen „unternehmerischen Notfallkoffer, der die Handlungsfähigkeit des Betriebes sicherstellt, wenn der bisher Verantwortliche ausfällt. Seine Warnung: „Es ist fahrlässig, wenn Sie nichts regeln.“

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