Weiherhammer
14.07.2022 - 11:50 Uhr

In Weiherhammer Abschied von Anneliese Melchner

"Sie ist erlöst von ihrem langen, beschwerlichen Kampf. Ihr Glaube und ihr tiefes Gottvertrauen gaben ihr die Kraft, diesen Weg so tapfer zu gehen", betonte Pfarrer Varghese Puthenchira beim Requiem für die mit 91 Jahren verstorbene Anneliese Melchner, früher Gemeinderätin in Weiherhammer. Für eine würdige musikalische Gestaltung sorgten Ulrike Rauch, Franz Kohl und Michael Bertelshofer.

Puthenchira skizzierte den Lebensweg der in Soos/Kreis Eger geborenen Frau, die als 15-Jährige mit Eltern und Schwester 1946 nach Weiherhammer kam. Von 1950 bis 1991 arbeitete sie als Finanzbuchhalterin bei BHS. Ein Jahr nach der Heirat mit Josef Melchner aus Rupprechtsreuth folgte 1956 der Einzug ins eigene Heim. 1958 kam Tochter Michaela zur Welt. 2004 starb ihr Mann. Anneliese Melchner litt zudem unter einer Sehbehinderung. Umso mehr erfreute sich Melchner eines großen Bekanntenkreises. Puthenchira hob besonders die innige Freundschaft mit Anita, Max und Berthold Schwirzer hervor, die oftmals zur Stelle waren. Tochter Michaela Rechl kümmerte sich, dass ihre Mama in ihrem Haus bleiben konnte. Für Anneliese Melchners soziales Engagement auch in der Kirche sagte Puthenchira Vergelt`s Gott.

"Auch die Gemeinde verliert einen verdienten Mitmenschen, der viele Jahre für die Bürger da war, wenn ihr Rat oder ihre Hilfe gebraucht wurde", bekundete Bürgermeister Ludwig Biller seine Trauer. Die ehemalige Gemeinderätin sei gerade an den zukunftsweisenden Entscheidungen zur Entwicklung der Gemeinde beteiligt gewesen. Biller: "Die Trägerin der Barbara-Medaille war eine geschätzte Ansprechpartnerin für alle Belange. Wir werden ihre klugen Ratschläge vermissen."

"Die Unionsfamilie verliert eine Institution", sagte CSU-Chef Severin Hirmer. In einer Zeit, in der Frauen in öffentlichen Ämtern die Ausnahme waren, war Melchner Vorreiterin. Die Förderung von Frauen in der Politik lag ihr am Herzen. Als langjährige Gründungs- und Ehrenvorsitzende der Frauen-Union habe sie sich weit über Weiherhammer hinaus einen Namen gemacht. Hirmer nannte die Verstorbene eine konstruktiv kritische Person, die argumentativ sachlich stark diskutiert, aber auch gelobt habe. Josef Wismet dankte dem Ehrenmitglied für die 54-jährige Treue zur KAB.

 
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