28.09.2021 - 11:10 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Drohendes Hochwasser in Neunaigen: Hecken und Bäume als Bremse

Starkregen kann zu Erosion und Hochwasser führen. Das Projekt "boden:staendig" bietet im Wernberg-Köblitzer Ortsteil Neunaigen Lösungstrategien an.

Neunaigen ist wegen seiner Tallage bei Starkregenereignissen von Hochwasser bedroht. Verschiedene Maßnahmen können Abhilfe schaffen.
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Bei der öffentlichen Sitzung in der Mehrzweckhalle der Schule nahm der Marktrat Wernberg-Köblitz die Niederlegung des Mandats von Johann Zitzler aus gesundheitlichen Gründen an. Er gehörte insgesamt 25 Jahre dem Rat an. Fraktionskollegin und Zweite Bürgermeisterin Maria Schlögl dankte ihm für sein langjähriges Wirken in der Kommune zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger: „Ich kann unumwunden sagen, dass gerade sein Fachwissen auf dem Bausektor sowohl im Marktratsgremium als auch bei den Mitarbeitern der Marktverwaltung sehr geschätzt ist und er auch immer sein Fachwissen mit allen geteilt hat.“ Da Zitzler aus den genannten Gründen nicht anwesend sein konnte, wies Schlögl darauf hin, dass es ihn sehr tief getroffen habe, dass aus „gut informierten Kreisen der Marktpolitik die Gerüchteküche geschürt wurde", wie aus einem Bericht des "Neuen Tags" zu entnehmen gewesen sei.

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Breiten Raum in der Sitzung nahm die Vorstellung des Projekts "boden:staendig" in Neunaigen ein. Stefan Haupt vom Amt für ländliche Entwicklung erläuterte, dass das Projekt vom Ministerium wegen Starkregenereignissen gestartet wurde. Die Minderung von Schäden sollen durch viele kleine Maßnahmen erreicht werden. Dabei sollen vor allem auch Landwirte zur Beratung mit einbezogen werden.

Wasserschwall bremsen

Stefan Gonser und Markus Münchmeier vom Büro "Geo Team" stellten einzelne Maßnahmen vor, die aufgrund der geographischen Lage von Neunaigen möglich und nötig seien. Erster Schritt sei die Fließanalyse. Drei Einzugsgebiete des Fließwassers müssten betrachtet werden, um an geeigneten Stellen "Bremsen" für starkes Fließwasser einzubauen, damit die Regenwasserkanäle nicht überfordert werden. Anhand von Karten zeigte Gonser auf, an welchen Stellen Maßnahmen nötig seien, wie etwa Wegerhöhungen, Hecken und Wald als Bremse für Bodenerosion durch Wasser oder auch Dämme, etwa am Schwallbach. Grünstreifen, Gräben entlang der Straßen, Ertüchtigung der Einläufe, eine Umleitung durch verkrautete Gräben und Weiher als Puffer sind weitre mögliche Maßnahmen. Gonser stellte auch einen Kostenplan dazu vor. Münchmeier wies darauf hin, dass diese Maßnahmen nicht mit echtem Hochwasserschutz zu verwechseln seien. Dazu Bürgermeister Konrad Kiener: „ Die Gemeinde muss nun schauen, was in einem bestimmten Kostenrahmen davon verwirklicht werden kann.“

Wie schon 2019 lehnte das Gremium auch diesmal wieder eine Erweiterung des Vorranggebietes Naturstein bei Saltendorf ab. Marktrat Alexander Linnek monierte die Umweltbelastungen und die Einschränkung der Lebensqualität schon jetzt wegen der Sprengungen, der vielen Lastwagen und des damit verbundenen Drecks auf der Straße. Diesen Argumenten schloss sich das Gremium einstimmig an. Weiterhin wurde beschlossen, den Verkaufserlös für den bestehenden Schlauchwagen der Feuerwehr Oberköblitz zweckgebunden für die Anschaffung technischer Ausrüstung zu überlassen.

Hallenbad soll öffnen

Bürgermeister Kiener informierte über den Stand beim Hochwasserschutz an Naab und Schilterbach. Nach einem Arbeitsgespräch mit dem Wasserwirtschaftsamt, dem Amt für Umwelt, der Regierung der Oberpfalz und dem Planungsbüro, wurde das Büro beauftragt, weitere Varianten zu prüfen. Ergebnisse sollen im ersten Quartal 2022 vorliegen und vorgestellt werden. Es werde derzeit an einer Öffnung des Hallenbads unter den gegebenen Hygienevorschriften gearbeitet, mit Priorität für das Schulschwimmen. Die kleine Halle stehe derzeit wegen der Umbauarbeiten nicht zur Verfügung. Neue Mitarbeiterinnen für die Kindergartenbusbeförderung wurden eingestellt. Sobald die Bestimmungen es zuließen, werde die gemeinsame Beförderung von Schul- und Kindergartenkindern wieder aufgenommen.

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Stefan Gonser (links) und Markus Münchmeier vom Büro "Geo Team" informierten über den Stand des Projekts "boden:staendig" in Neunaigen

"Die Gemeinde muss nun schauen, was in einem bestimmten Kostenrahmen davon verwirklicht werden kann."

Bürgermeister Konrad Kiener

 

 

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