10.06.2021 - 09:49 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Nach elf Jahren: Reparaturen an der Kunstspur nötig

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Der neu gestaltete Marktplatz in Wernberg-Köblitz wurde vor elf Jahren eingeweiht. Ein zentrales Element ist dort die sogenannte Kunstspur. Allerdings müssen nun bereits große Teile des Wasserlaufes und der Becken ausgebessert werden

Besonders schön wirkt die Kunstspur am Abend bei Beleuchtung.
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Erst vor elf Jahren wurde der neu gestaltete Marktplatz in Wernberg-Köblitz mit einer großen zweitägigen Feier eingeweiht. Ein Arbeitskreis „Marktplatzgestaltung“ hatte sich damals in der Vorbereitungszeit viele Gedanken über die Gestaltung des Platzes mit Einhausung des Schilterbaches und der sogenannten Kunstspur darüber gemacht.

Das Ziel war, Wasser erlebbar zu machen und dabei als Zeitreise Geschichte und Kultur des Ortes mit zu berücksichtigen. Dabei sollte der Schilterbach nicht einfach verschwinden. Nun hat schon nach elf Jahren der Frost an der Sohle der Becken und der Wasserrinne den Plattenbelag gelöst. Die Folge: Er muss herausgenommen und neu verlegt werden. Ausgetauscht wird wegen Absplitterungen auch der Glasbrunnen der Flachglas. Eventuell sollte man zum Schutz künftig Becken und Rinnen im Winter abdecken.

Zur Erinnerung: Früher verlief der Schilterbach offen quer über den heutigen Marktplatz. Direkt am Bach vor der Kirche stand die Genossenschaftsbank, die 2003 vom Markt erworben und abgerissen wurde, um Platz zu schaffen für ein neues Ortszentrum als Treffpunkt für Jung und Alt.

Hier findet jeden Donnerstag ein Markt statt. In normalen Jahren wird hier der Maibaum aufgestellt und der Platz wird gerne benutzt für Bürgerfest, Mutter-Anna-Fest, Weinfest, Adventsmarkt, Kirchweih und Weiteres. Auch Konzerte haben hier schon stattgefunden. Der alte Marktplatz verlief nördlich der Kirche bis zum 1960 abgerissenen Gasthof zur Post, fiel aber natürlich wegen der Bundesstraße dem Straßenverkehr zum Opfer.

Den Auftakt zur Zeitreise entlang der Kunstspur macht ein gotischer 4,60 Meter hoher fragmentierter gotischer Halbbogen mit der vorgelagerten acht Meter langen Zugbrücke, geschaffen vom Künstler Engelbert Süß. Dies soll an die mittelalterliche Epoche der Ritter von Nothafft (1280 bis 1509) auf Burg Wernberg erinnern. Im Granitblock befindet sich das bronzene Nothafftwappen.

Die Spitze des Bogens dient als Quelle des folgenden Bachlaufes mit seinen vier geschichtlichen Stationen. Es folgt als zweite Station ein Granitblock mit Wasserbecken, auf dem ein drehbares Speichenrad aus Edelstahl gelagert ist. Es symbolisiert das Industrierad im Wappen des Marktes und stammt auch von Engelbert Süß. Auf dem achtspeichigen Rad werden die früher selbstständigen Ortsteile aufgeführt.

Das Wasser fließt nun zum nächsten Kunstobjekt, bestehend aus zwei großen Glasblöcken mit dicken Floatglasscheiben aneinandergereiht, die nachts beleuchtet sind. Sie sollen an die seit den dreißiger Jahren aufstrebende Glasindustrie mit der heutigen Flachglas erinnern.

Die mit kleinen Fontänendüsen beleuchtete Wasserrinne führt schließlich zum Endpunkt, dem Conrad-Brunnen. Im kreisrunden Becken sind 16 dimmbare Led-Leuchten angebracht, die eine Lichtwelle im Wasserlauf erzeugen. Die Mittelfontäne und die sechs Außenfontänen pulsieren in der Höhe unterschiedlich und können abwechselnd rot-weiß-rot und die Mittelfontäne rot-weiß-blau, entsprechend den Landesfarben der Partnergemeinden Wernberg in Kärnten (Österreich) und Bor (Tschechien) beleuchtet werden.

An der südlichen Kante der Bacheinhausung aus Granit wurde ein 27 Meter langes Geschichtsband aus Messing auf der Platzoberfläche eingelassen, versehen mit der geschichtlichen Entwicklung des Marktes, wobei ein Meter 30 Jahren entspricht. Wegen der zeitlichen Anordnung der Kunstobjekte und des Bandes entstand auch der Ausdruck „Zeitreise“.

Markantes Gebäude am Marktplatz

Wernberg-Köblitz
Die Firma Fröhlich aus Flossenbürg repariert die Sohle der Becken und Wasserrinnen.
Die Kunstspur dient als Blickfang auf dem Marktplatz.
Hintergrund:

Reparaturen an der Kunstspur

  • Kosten: Im Haushalt sind für die Sanierung der Kunstspur insgesamt 15 000 Euro ausgewiesen. Allerdings wird diese Summe nach Auskunft von Diplomingenieur Wolfgang Geitner wohl nicht reichen, da die Schäden sehr umfangreich sind.
  • Auftragnehmer: Die Arbeiten führt die Firma Fröhlich aus Flossenbürg aus, die schon damals die Anlage hergestellt und aufgebaut hatte.

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