Eine Jagdgenossenschaft, das sind alle Eigentümer der Grundstücke, die zu einem Jagdbezirk gehören. So eine Vereinigung, die häufig aus Landwirten besteht, beschließt über die Art der Jagdnutzung, über die Art der Verpachtung, über die Erteilung des Zuschlags bei der Jagdverpachtung und über die Verwendung des Reinertrags aus der Jagdnutzung. Die Jagdgenossenschaft ist kein einfacher Verein, sie stellt vielmehr eine Körperschaft des öffentlichen Rechts dar und untersteht der staatlichen Aufsicht der Jagdbehörden.
Das bedeutet, dass es durchaus wichtig ist, dass Sitzungen und Vorstandswahlen regelkonform über die Bühne gehen. Dass das bei der Jagdgenossenschaft Losau nicht der Fall war, hat auch mit dem Lockdown und den Pandemie-Vorschriften zu tun. Die führten im vergangenen Jahr dazu, dass die Hauptversammlungen der verschiedenen Jagdgenossen nicht wie üblich im März stattfinden konnten.
Albert Bauer, der Vorsteher der Jagdgenossenschaft Losau, war nur bis März 2020 gewählt. Da eine Neuwahl zunächst unmöglich war, übernahm ab 1. April vergangenen Jahres der Wernberg-Köblitzer Bürgermeister Konrad Kiener übergangsweise das Amt und fungierte als Notvorstand. Ihm gelang es, für den 25. Juli 2020 eine reguläre Versammlung der Jagdgenossen einzuberufen, auf der ein neuer Vorstand gewählt wurde - wieder mit Albert Bauer an der Spitze. "Dabei wurde nicht korrekt gewählt," sagte später Jagdgenosse Georg Schlögl.
Da Schlögl bei dieser unkorrekten Wahl selbst nicht anwesend war, fiel ihm der Fauxpas erst ein Jahr später auf, als bei der folgenden Hauptversammlung im Juli dieses Jahres das Protokoll des Vorjahres verlesen wurde. Schlögl bemerkte nämlich, dass nur die Hälfte des Führungsgremiums bestimmt worden war, neben Vorsitzendem Bauer noch dessen Stellvertreter Jürgen Rollke. "Da fehlen noch zwei Leute, und zwar die beiden Beisitzer," wunderte sich Schlögl. Und fragte beim Landratsamt Schwandorf als Aufsichtsbehörde nach.
In Schwandorf gab man Schlögl Recht und bestimmte die Wahl von vor einem Jahr als ungültig. Mit der Folge, dass Bürgermeister Kiener wieder Notvorstand der Jagdgenossenschaft ist. Um den Fehler auszubügeln, wurde für den kommenden 3. September eine Hauptversammlung im Schützenheim in Wernberg-Köblitz einberufen. Teilnahmeberechtigt sind die 50 Jagdgenossen aus den Nachbardörfern Losau und Schiltern, wobei üblicherweise rund 20 der Genossen persönlich kommen. Die Jagdgenossenschaft Losau umfasst eine Fläche von 720 Hektar
"Dabei wurde nicht korrekt gewählt."















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