20.02.2020 - 14:49 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Kulturgut Teichwirtschaft bleibt lohnenswert

Neue Regelungen nach dem Bürgerbegehren "Rettet die Bienen" betreffen auch die Teichwirtschaft. TEGO-Vorsitzender Alexander Flierl sieht positive Aspekte.

Johannes Hebauer, Albert Dess, Bernhard Feneis, Dr. Reinhard Reiter, Georg Lorenz, Konrad Bartmann und Vorsitzender Alexander Flierl (von links) sprachen bei der TEGO-Hauptversammlung
von Anton (Rufn. Toni) WildProfil

Bei der Jahresversammlung der "Teichgenossenschaft Oberpfalz" (TEGO) standen der Jahresbericht und Vorträge im Mittelpunkt. Vorsitzender Alexander Flierl hieß neben TEGO-Geschäftsführer Konrad Bartmann im vollen Saal des Landgasthofes Burkhard eine Reihe von Ehrengästen willkommen, darunter Dr. Reinhard Reiter (Landwirtschaftsministerium,) Berhard Feneis, (Verband der Deutschen Binnenfischerei und Aquakultur) und Vertreter vom Bauernverband und dem Fischerzeugerring. Behördenvertreter waren Dr. Andrea Gall (Wasserwirtschaftsamt Weiden), Johannes Hebauer (Regierung der Oberpfalz), Georg Mayer (AELF Schwandorf), Gerald Sturm (Landratsamt Schwandorf).

Flierl berichtete ausführlich und positiv vom Geschäftsjahr 2019. Die wesentliche Aufgabe der TEGO sei der Erhalt der Teiche und der Teichlandschaft. Sie sei wichtiges und prägendes Element der Oberpfälzer Kulturlandschaft und diese Aufgabe habe Priorität, begann Flierl seinen Bericht."Hierfür müssen wir entsprechende Rahmenbedingungen setzen und mitgestalten".

Durch das Volksbegehren "Artenschutz" mit Begleitgesetz und Entschließungsantrag seien bedeutsame Punkte für die Teichwirtschaft in den Entschließungsantrag des Landtags aufgenommen worden, zum einen die Auflage neuer Förderprogramme zum Wasserrückhalt und die verbesserte Förderung örtlicher Initiativen zum Erosions- und Bodenschutz. Beide Punkte berücksichtigten Belange der TEGO, gerade was Wasserreinhaltung und Vermeidung des Eintrags in Gewässer und Teiche betreffe. Relevantester Punkt sei die verstärkte Förderung zur Bewirtschaftung von Fischteichen, führte Flierl weiter aus. Erste Schritte zur verbesserten Förderung seien schon getan, wie die bereits erfolgte Erhöhung der Zuschüsse im Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und Vertragsnaturschutzprogramm (VNP). "Weitere Schritte sind notwendig und einzufordern".

Wie auch Geschäftsführer Konrad Bartmann ausführte, bleiben die Probleme mit Biber, Kormoran und Fischotter eine existenzielle Frage für den Fortbestand der Teichwirtschaft. Beim Biber seien unbürokratische Maßnahmen zur Entnahme notwendig und beim Kormoran solle die Etablierung einer dritten Brutkolonie in der Oberpfalz verhindert werden. Sehr problematisch sei das Fischottermanagement. Der Artenschutz solle nicht an der Wasseroberfläche enden. Probeweise Entnahmen seien längst überfällig. Flierl kündigte die Eröffnung der Karpfensaison mit Staatsministerin Michaela Kaniber am 3. September an und betonte die Relevanz der Produktwerbung.

Geschätsführer Konrad Bartmann gab ein positives Resümee: "Es wird sich auch künftig lohnen, ein Teichwirt zu sein". Er äußerte sich zu den Themen Wasserrechte und Förderprogramme und warf einen Blick auf das Wetter 2019 mit der Problematik Niedrigwasser.

Dr. Reinhard Reiter vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium trug ausführlich Aktuelles aus der Fischereiverwaltung vor. Er erklärte ausführlich alle Fördermöglichkeiten, ging auf das neue Verfahren EMFAF ein und erläuterte die Bedeutung des Volksbegehrens für die Teichwirtschaft. Seine weiteren Themen waren Fischotterschäden und die Neuauflage von Teichbauempfehlungen.

Als weiterer Referent beschrieb Bernhard Feneis seine Arbeit als Interessenvertreter der Teichwirtschaft nach den Neuwahlen in Brüssel, gab einen Einblick in die Verbandsarbeit, stellte seine vielfältigen Aktivitäten vor, um an Förderungen zu kommen vor und beklagte die komplexen Strukturen in Brüssel. Peter Sturm vom Landratsamt gab Hinweise zur Entnahme des Bibers und zur Antragstellung. Vorsitzender Albert Dess vom Verband der Bayerischen Berufsfischer verwies auf die Schwierigkeiten, Interessen in Brüssel durchzusetzen.

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