23.06.2021 - 10:00 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Oberpfälzer Teichgenossenschaft auf neuen Absatzwegen

Den befürchteten Umsatzeinbruch wegen der Corona-Pandemie konnten die Oberpfälzer Teichwirte größtenteils auffangen. Allerdings stehen sie auch vor großen Problemen

Mit neuen Werbemitteln will die Tego auf das Qualitätsprodukt "Oberpfälzer Karpfen" hinweisen und so den Absatz steigern.
von Richard BraunProfil

Die Teichgenossenschaft Oberpfalz – kurz Tego – vertritt die Interessen von rund 1000 Mitgliedsbetrieben in der Oberpfalz. Ihre Aufgabe ist es, die Teichlandschaft in der Oberpfalz zu erhalten und weiterzuentwickeln. Nach längerer Unterbrechung trafen sich die Mitglieder zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung im Gasthaus Burkhard in Wernberg-Köblitz. Diese diente in erster Linie dem Austausch von Erfahrungen und der Einholung neuester Informationen.

Tego-Vorsitzender Alexander Flierl beleuchtete dabei in seinem Referat die Herausforderungen, aber auch die Chancen, die sich während der coronabedingten Einschränkungen ergeben haben. In dieser schwierigen Zeit hätten gesunde und naturnahe Lebensmittel wieder einen hohen Stellenwert beim Verbraucher eingenommen.

Der befürchtete Umsatzeinbruch, bedingt durch die geschlossene Gastronomie, konnte laut Flierl durch die Erschließung neuer Absatzwege größtenteils aufgefangen werden. Als großes Plus habe sich dabei der Straßenverkauf erwiesen. Unterstützt wurde dieser neue Vertriebsweg durch entsprechende Werbemittel, die das Interesse des Verbrauchers auf das Produkt „Oberpfälzer Karpfen“ lenkten.

Nach wie vor machen wildlebende Tiere wie Biber, Fischotter und Kormoran den Teichwirten das Leben schwer und verursachen erhebliche Schäden. Obwohl der Staat einen Teil der Schäden finanziell ausgleicht, bleibt ein Großteil des Schadens am Teichwirt hängen. Im zurückliegenden Jahr wurde ein Schaden in Höhe von 1,5 Millionen Euro durch die Fischräuber verursacht. Eine genaue Bestandsschätzung dieser Tiere wäre besonders wichtig, damit eine entsprechende Regulierung gezielt angegangen werden könnte.

Über das zurückliegende Geschäftsjahr gab der Geschäftsführer Konrad Bartmann einen Überblick. Dabei musste er feststellen, dass die Teichwirtschaft in der Oberpfalz ohne Förderung nicht gewinnbringend betrieben werden könnte. Umso erfreulicher sei es, dass das Förderprogramm EMFF, das in diesem Jahr ausläuft, neu aufgelegt und hoffentlich auch erweitert werde, so der Wunsch des Geschäftsführers.

Die Situation der Teichwirtschaft und die aktuellen Förderprogramme beleuchtete Ministerialrat Reinhard Reiter vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium. „Die Erhaltung der Teiche und Teichlandschaften ist eine Aufgabe, die weit über private Interessen hinausgeht“, betonte er. Teiche seien ein elementarer Bestandteil der Oberpfalz, der neben wirtschaftlichen Aspekten gerade den Umweltschutz besonders im Fokus habe.

Gerade junge Teichwirte, welche das Erbe ihrer Familien auch künftig erhalten wollen, sollten von staatlicher Seite besser unterstützt werden. Damit dies künftig noch professioneller gefördert werden kann, wird die Installation eines Teichbauberaters als der richtige Weg angesehen.

Mit der Situation des Verbandes Bayerischer Berufsfischer (VBB) setzte sich dessen Vorsitzender Albert Deß auseinander. Bereits als aktiver Politiker hat er sich gegen die überbordende Bürokratie der EU stark gemacht. Diese Aufgabe sieht er auch als Präsident des VBB.

Zu den wichtigen Erscheinungen, die den Teichwirt beschäftigen, gehört der Klimawandel. „Der Klimawandel ist da und die Auswirkungen zeigen sich immer deutlicher“, stellte Thomas Ring in seinem Referat fest. Als Fachberater für Fischerei ist er besonders bei diesem Thema gefordert. Jetzt müssten die richtigen Maßnahmen dagegen ergriffen werden, denn das Thema könne nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Karpfen "to go"

Stulln
TEGO-Geschäftsführer Konrad Bartmann gab einen ausführlichen Geschäftsbericht über das ereignisreiche Jahr 2020.
Über Aktuelles aus der Fischereiverwaltung berichtete Reinhard Reiter vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium.
Die überbordende Bürokratie in der Verwaltung ist dem Präsidenten des Verbandes der Bayerischen Berufsfischer, Albert Deß, ein Dorn im Auge.
Mit großem Interesse beteiligten sich die Mitglieder an de Jahresversammlung der Teichgenossenschaft Oberpfalz im Landgasthof Burkhard.
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