30.07.2020 - 10:36 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Wernberg: Ablöse von Parkplätzen teuer

Es gibt Warner und am Ende zwei Gegenstimmen. „Das macht das Bauen unattraktiv,“ glaubt SPD-Rat Alexander Werner mit Blick auf die neue Stellplatzsatzung des Markt Wernberg-Köblitz. Aber die Mehrheit im Marktrat sieht das anders.

Laut er neuen Stellplatzsatzung kostet ein Autostellplatz auf der Straße künftig 3000 Euro, wenn jemand dauerhaft ein Fahrzeug dort abstellen will, weil er keine Möglichkeit oder keine Lust hat, auf seinem Grundstück genügend Stellplätze zu schaffen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Vor 19 Jahren hat die Gemeinde eine Stellplatzsatzung erlassen, die regeln soll, wie man mit dem „ruhenden Verkehr“ umgeht. Zwischenzeitlich gibt es eine geänderte Version, die für alle Bauanträge gelten wird, die ab dem 1. September eingereicht werden. Sie ordnet die Grundlagen für den Stellplatzbedarf von Einfamilienhäuser genauso wie den von Wohnblocks.

Wichtig ist dabei unter anderem, dass ein Betrag von 3000 Euro festgeschrieben wurde. Diese Summe muss zahlen, wenn jemand dauerhaft ein Fahrzeug auf der Straße abstellen will, weil er keine Möglichkeit oder keine Lust hat, auf seinem Grundstück genügend Stellplätze zu schaffen.

Dieses „Parken auf der Straße“ sei „vor allem ein Problem in den alten Straßen, in den neuen Siedlungen haben wir das nicht“, hat Alexander Werner beobachtet. „Warum sollen wir das unnötig hochschrauben?“ fragte der SPD-Mann und bezog sich dabei auf die Verschärfungen in der Neufassung. Auch befürchtete Werner, die große Zahl an geforderten Stellplätzen für Wohnblocks könnte für Bauträger ein Engagement in Wernberg-Köblitz unattraktiv machen. Die SPD-Fraktion hatte anscheinend generell Probleme mit der Akzeptanz des Verwaltungsvorschlags. „Sind wir nicht zu forsch?“, warf Christa Mösbauer in die Runde, und Marianne Schieder wollte „über die Relationen reden“.

Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzende Maria Schlögl sah das anders. Sie regte sogar noch eine kleine Verschärfung an. Denn für sie schien es angemessen, dass Wohnungen bis 200 Quadratmeter Größe zwei Stellplätze auf dem Grundstück vorzuhalten hätten, noch größere Wohnungen sogar vier Stellplätze. Unterstützung erhielt sie bei ihren Überlegungen unter anderem von CSU-Rat Franz Josef Putz. Ihm schien es gar nicht so ungewöhnlich, dass es vier Autos pro Familie gibt: „Und zwei davon stehen auf der Straße.“ Für Putz war klar, dass bei künftigen Bauvorhaben „das mitzuplanen ist“. Am Ende stand die Abstimmung, bei der mit zwei Gegenstimmen aus der SPD-Fraktion die neue Stellplatzsatzung vom Marktrat angenommen wurde.

Auf den Weg gebracht wurden vom Rat auch Details der baulichen Planung der offenen Ganztagsschule. Für den Mensabereich gibt es zwischenzeitlich einen geänderten Entwurf, der einen verkleinerten Essensbereich vorsieht, so dass ein Anbau nur mehr für den Ausgabebereich und nicht mehr für den Essensbereich notwendig wird. Das würde gegenüber der ursprünglichen Planung 100 000 Euro an Baukosten einsparen, so dass die Mensa nun auf geschätzte 931 000 Euro käme. Beauftragt wurden auch einige Fachplaner, die sich bei der offenen Ganztagsschule und der Sanierung der Kleinsporthalle einbringen sollen. Die Kleinsporthalle ist künftig nicht für Sportvereine oder ähnliches gedacht. Sie wird stattdessen als Bewegungsraum für die offene Ganztagsschule genutzt. Die drei Planer für Starkstrom, Abwasser, Wärme, Tragwerk und mehr werden mit rund 86 000 Euro entlohnt.

Die Submission für die Arbeiten zur Erneuerung der Paul-Schiedt-Straße ist am 11. August. „Der Bau soll im September beginnen“, wünschte sich Bürgermeister Konrad Kiener. Er wurde vom Marktrat ermächtigt, den Auftrag an den günstigsten Bieter zu vergeben, wenn dieser nicht den Kostenrahmen über Gebühr sprengt. Das Vorhaben wird knapp 1,7 Millionen Euro kosten, wovon fast 700 000 Euro von der öffentlichen Hand kommen; den Rest zahlt der Markt. Ein besonders Augenmerk richteten die Räte auf das Thema der Erneuerung der Wasserleitung. Die alten Rohre liegen zum Teil auf Privatgrund. Das wird jetzt geändert. Mit diesen und anderen Anpassungen kommt das Projekt ungefähr 100 000 Euro teuer als noch im Mai gedacht, als die Straßenerneuerung bereits im Marktrat ausführlich behandelt wurde

Lesen Sie hier: Marktrat Wernberg-Köblitz gibt Startschuss für den Neubau einer Sporthalle

Wernberg-Köblitz
Info:

Ab dieser Größe haben Sie Anspruch auf einen oder mehrere Stellplätze

So sieht die neue Stellplatzsatzung in Wernberg-Köblitz aus:

  • Einfamilienhäuser bis zu 200 Quadratmeter bekommen zwei Stellplätze, über 200 Quadratmeter sind es vier Stellplätze.
  • Mehrfamilienhäuser mit Wohnungen bis zu je 50 Quadratmeter bekommen einen Stellplatz. Haben die Wohnungen bis zu 150 Quadratmeter, sind zwei Stellplätze möglich. Darüber sogar drei.
  • Ab sechs Wohneinheiten sind ein Drittel Besucherstellplätze zusätzlich oberirdisch erforderlich.

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